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DVDs mit Xine unter Linux ansehen

01.01.2003 Es gibt eine Reihe von DVD-Video-Playern für Linux. Dieser Artikel stellt Xine vor, der auch VCDs und zahlreiche Videoformate unterstützt. Auch vor dem leidigen Thema DeCSS wollen wir uns nicht drücken.

Es könnte so einfach sein, DVDs auf dem heimischen Rechner abzuspielen: Wer etwa ein Komplettsystem mit DVD-Laufwerk kauft, erhält zum vorinstallierten Windows auch gleich die nötige Player-Software. Die kommerziellen Anbieter haben die nötigen Techniken, darunter vor allem die CSS-Entschlüsselung, als Lizenznehmer in ihre Software integriert.

Unter Linux sieht es schwieriger aus. Zwar gibt es mit Intervideo (http://www.intervideo.com/) einen kommerziellen Anbieter von DVD-Player-Software (WinDVD), der auch eine Linux-Variante namens LinDVD entwickelt hat – diese wurde nur leider nie auf den Markt gebracht. Seit über zwei Jahren weist die Web-Seite nur lapidar darauf hin, dass kein Verkauf an Endkunden angedacht ist, sondern LinDVD Hardware-Herstellern zum Bundling angeboten wird; bisher hat sich aber wohl kein Vertragspartner gefunden.

Für Linux besteht die Lösung darin, die DeCSS-Bibliothek zu verwenden, die (zumindest in den USA) rechtlich brisant ist. Unter dem Schutz des DMCA (Digital Millennium Copyright Act) geht die Videoindustrie dort gegen Anbieter von DeCSS oder darauf basierender Software vor. Aus diesem Grund enthalten die "regulären" Programmpakete der für Linux erhältlichen DVD-Player keinen DeCSS-Support und können somit nur unverschlüsselte DVDs abspielen – die meisten DVDs sind aber CSS-verschlüsselt.

Die Homepage des Xine-Projektes, http://xine.sourceforge.net/, hilft bei der Suche nach Hilfe mit CSS nicht weiter; im Internet findet sich aber eine erweiterte Xine-Version, die wahlweise als Quellcode oder in Form von RPM-Paketen heruntergeladen werden kann; wir haben unsere Tests auf einem SuSE-8.1-System erfolgreich durchführen können. Unter http://cambuca.ldhs.cetuc.puc-rio.br/~jcm/skyblade/XINE-0.9.13/ finden Sie ein Unterverzeichnis mit Quelltext-Archiven, Source-RPMs und RPM-Paketen, die für die i586-, i686- und K6-Architektur optimiert wurden. Für unseren Test auf einem SuSE-System haben wir das gesamte i686-Verzeichnis herunter geladen und installiert. Die ca. 11 MB konnten wir leider nicht auf die Heft-CD aufnehmen, da der rechtliche Status der Verbreitung dieser Software nicht geklärt ist – die Nutzung sollte aber unbedenklich sein; Informationen zu diesem Thema bietet die Seite http://www.ccc.de/tvcrypt/dvd/ des Chaos Computer Club.

Das genannte Download-Verzeichnis enthält auch ein Paket w32codec, das die Windows-Codecs für verschiedene Video-Formate enthält. Mit diesem Paket kann xine beispielsweise asf-Videos abspielen; Download und Installation dieses Archivs dürften rechtlich problematisch sein. Da die Codecs für die DVD-Wiedergabe nicht benötigt werden, empfehlen wir, diese Datei nicht zu verwenden.

Installation der RPM-Pakete

Wenn unter SuSE Linux 8.1 die SuSE-Version des MPlayer installiert ist, muss dieser zunächst mit

rpm -e --nodeps MPlayer

entfernt werden, da es Paketkonflikte zwischen MPlayer und libdvdnav gibt. Danach können die RPM-Pakete mit einem einfachen

rpm -Uvh @L: *rpm

installiert werden.

Gerätekonfiguration

Bevor Sie Xine zum ersten Mal starten, sollten Sie prüfen, ob Ihr DVD-Laufwerk in der richtigen Betriebsart angesprochen wird. Viele Distributionen richten alle CD- und DVD-Laufwerke als emulierte SCSI-Geräte ein: Erscheint Ihr DVD-Player in der Liste, die Sie mit

cat /proc/scsi/scsi

erhalten, ist das der Fall. Entladen Sie dann das Modul ide-scsi (dazu müssen eventuell gemountete CDs oder DVDs unmounted werden):

umount /media/dvd
umount /media/cdrom
rmmod ide-scsi

Finden Sie nun heraus, über welche Gerätedatei Ihr Laufwerk angesprochen wird; dies wird in der Regel eine der drei Datein /dev/hbd, /dev/hdc und /dev/hdd sein. Setzen Sie dann einen Link auf /dev/dvd:

ln -sf /dev/hdc /dev/dvd

(wobei /dev/hdc durch die richtige Gerätedatei zu ersetzen ist).

Im nächsten Schritt sollten Sie das KDE-Soundsystem arts deaktivieren:

killall artsd

Zwar kann Xine über die Option -A arts auch mit dem arts-Sound-Server zusammen arbeiten, im Test kam es aber zu Störgeräuschen bei der DVD-Wiedergabe. Nach dem Beenden des arts-Daemon können Sie direkt die OSS-Sound-Treiber verwenden.

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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