DVDs abgespeckt
DVDs kopieren mit dvd::rip und transcode
CDs brennen
In den meisten Fällen sollen die erzeugten Video-Dateien ja immer noch auf CDR landen, deshalb wurde dvd::rip um ein Modul zum CD-Brennen erweitert. Damit kann und will dvd::rip keinesfalls den etablierten und sehr guten Linux-Brennprogrammen Konkurrenz machen. Letztere sind aber auf mehr ausgelegt, als exakt eine Datei auf CD zu brennen. Es ist somit eher umständlich, nach der Arbeit mit dvd::rip ein Brennprogramm zu starten, die Datei auszuwählen, ein Label anzugeben, die CD zu brennen und diesen Vorgang auch noch mehrfach zu wiederholen, falls es sich um einen Multi-CD-Rip handelt.
Deshalb hat das Brennmodul von dvd::rip im Wesentlichen eine Zwei-Klick-Bedienung, sobald in den Preferences die Pfade zu den benötigten Programmen (siehe Tabelle 2) einmal richtig eingestellt sind.
Zunächst wählen Sie den gewünschten CD-Typ (ISO-9660, SVCD, VCD), wobei dvd::rip dies in Abhängigkeit vom eingestellten Video Codec auch schon automatisch vorgewählt hat. In der Dateiliste darunter werden die Video-Dateien gelistet, die zum Brennen ausgewählt werden können. Die Felder Label, Abstract und Number werden vom Dateinamen abgeleitet, können aber auch per Hand geändert werden. Nun müssen Sie nur noch die Brenngeschwindigkeit einstellen und auf Burn selected file(s) klicken.
Wenn Sie eine (S)VCD erstellen möchten, müssen Sie vorher noch den Umweg über eine Image-Erstellung mittels Create CD image gehen. Die generierte Image-Datei erscheint als Eintrag in der Dateiliste und wird dort ausgewählt, um im nächsten Schritt per Burn selected file(s) auf CD gebrannt zu werden.
Bei der ersten Verwendung des Brennmoduls sollten Sie den Test mode aktivieren um zu prüfen, ob alle in den Preferences gemachten Einstellungen auch funktionieren.
Ausblick
Es gibt immer noch einige Features, die auf ihren Einzug in dvd::rip warten: Die To-Do-Liste zeigt dies deutlich. Auch transcode und alle anderen beteiligten Programmpakete entwickeln sich stetig weiter.
Kommentar: Kopierschutz und EU-Recht
Bleibt nur zu hoffen, dass die Autoren von DVD-Kopierprogrammen durch die neue von der EU vorgeschriebene Gesetzeslage nicht unnötig kriminalisiert werden. Natürlich gibt es etliche und auch zurecht als illegal eingestufte Einsatzmöglichkeiten von DVD-Kopierprogrammen, aber auch ebenso viele nach geltendem Recht und dem gesunden Menschenverstand nach legale Anwendungsgebiete.
Der Gesetzgeber sollte eigentlich aus der Vergangenheit gelernt haben, dass ein Verbot der Programme die illegale Verbreitung von Raubkopien in der Praxis nicht eindämmen wird, sondern stattdessen nur die legalen Anwender kriminalisiert. (Jörn Reder)
Infos
[1] DVDs gequetscht und gebrannt, LinuxUser Ausgabe 04/2002, Seite 52
[2] Online Ausgabe des Artikels: http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/04/052-dvdrip/dvdrip.html; auch auf der Heft-CD unter [cdrom]/LinuxUser/dvdrip/dvdrip-Artikel/dvdrip.html
[3] Mit vereinten Kräften, LinuxUser Ausgabe 05/02, Seite 47
[4] http://www.theorie.physik.uni-goettingen.de/~ostreich/transcode/: transcode, das Schweizer Taschenmesser zur Videobearbeitung unter Linux
[5] http://www.exit1.org/dvdrip/: dvd::rip, die passende transcode-Oberfläche zum Kopieren von DVDs



