mkisofs.jpg

Dies Bildnis ist bezaubernd schön

CD-Images erzeugen mit dd und mkisofs

01.01.2003
Ein Image (engl. "Bild, Abbild") ist die Abbildung eines Filesystems in einer Datei. Auf CD-ROMs sind Daten in einem speziellen Dateisystem organisiert, das sich von den auf Festplatten verwendeten unterscheidet; daher kann man die Daten nicht einfach einzeln auf die Scheibe kopieren. Die Kommandos dd und mkisofs helfen beim Erstellen dieser Images, die sich anschließend probeweise mounten und auf eine CD brennen lassen.

Zu Befehl

Auch wenn sich viele Dinge bequem über grafische Oberflächen wie KDE oder GNOME regeln lassen – wer sein Linux-System richtig ausreizen möchte, kommt um die Kommandozeile nicht herum. Abgesehen davon gibt es auch sonst viele Situationen, in denen es gut ist, sich im Befehlszeilendschungel ein wenig auszukennen.

CD-Image auslesen

Eigentlich steht die Abkürzung des Programmes dd für "convert and copy" – cc ist allerdings schon für den C-Compiler vergeben. Das Tool überträgt Daten zwischen verschiedenen Speichermedien und führt auf Wunsch auch Konvertierungen der Daten durch. Dabei kopiert dd nicht nur einzelne Dateien, sondern kann auch direkt auf Devices zugreifen. So lassen sich neben ganzen Festplatten oder Partitionen auch CD-ROMs kopieren.

Die Optionen werden ohne vorangehenden Bindestrich übergeben. Es lassen sich die Blockgrößefür die Ein- und Ausgabedatei und die Anzahl der zu kopierenden Blöcke bestimmen. Den Boot-Sektor von der ersten Festplatte sichern Sie beispielsweise mit:

asteroid:~# dd if=/dev/hda of=bootsektor bs=512 count=1

Die Option if ("infile") bestimmt die Eingabedatei (default ist die Standardeingabe); of ("outfile") bezeichnet die Zieldatei. Mit dem Parameter bs ("blocksize") geben Sie die Blockgröße an; count legt fest, wieviele Blöcke kopiert werden sollen. Im Klartext bedeutet der Aufruf also: Kopiere von der ersten IDE-Platte (/dev/hda) in eine Datei namens bootsektor den ersten Block (count=1), der 512 Bytes groß ist (bs=512).

Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind z. B. das Erstellen einer Boot-Diskette, indem der Kernel (vmlinuz) auf eine Diskette kopiert wird:

asteroid:~# dd if=/vmlinuz of=/dev/fd0

Mit einer solchen Diskette lässt sich das Linux-System auch noch starten, nachdem eine spätere Windows-Installation den Boot-Sektor überschrieben hat. Der einfachste Weg zum Kopieren einer reinen Daten-CD ist:

asteroid:~# dd if=/dev/cdrom of=bla.iso
1349272+0 records in
1349272+0 records out

Hierfür muss die CD nicht gemountet sein – dd ist unabhängig von der Art der Daten auf der CD. Nur eine Audio-CD darf es nicht sein, Musik wird mit anderen Programmen ausgelesen (cdda2wav).

Mach Dir ein Bild!

Sollen Daten zunächst selbst gesammelt und dann auf eine CD geschrieben werden, muss aus diesen ein ISO-Image erstellt werden. Hier kommt das Kommando mkisofs ("make ISO9660 filesystem") ins Spiel. Das Programm erzeugt eine Datei nach den ISO9660-Richtlinien.

Der einfache Aufruf, um Daten aus einem Verzeichnis in ein Image zu schreiben, lautet:

mkisofs [parameter] -o datei.iso /tmp/daten

Die Option -o bestimmt die Ausgabedatei, in die das Image geschrieben wird (hier datei.iso); gelesen wird aus /tmp/daten. Die gängigsten Parameter, die Sie immer wieder verwenden werden, sind -r und -JRockridge- und Joliet-Erweiterungen. So stellen Sie sicher, dass die CD auch unter Windows-Betriebssystemen gelesen werden kann. Statt der Option -r darf auch -R an dieser Stelle stehen. Hier wird ebenfalls Rockridge genutzt, aber Rechte und Dateieigentümer bleiben erhalten – die richtige Wahl also, wenn beispielsweise ein Backup eines /home-Verzeichnisses für den eigenen Rechner angelegt werden soll.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Dd, Mkisofs
    Ob Backup, Datenrettung oder das Erstellen boot-fähiger CDs/DVDs: Die beiden Werkzeuge Dd und Mkisofs erledigen die Aufgabe gekonnt.
  • Arbeiten mit CD- und DVD-Abbildern
    ISO-Images mit Linux-Distributionen, die Sie aus dem Internet herunterladen, brennen Sie mit K3b oder einem anderen Brennprogramm auf einen DVD-Rohling. Doch Sie können auch mit Shell-Befehlen auf die Images zugreifen und eigene erstellen.
  • mkisofs, mount, md5sum
    Vor das Brennen einer Daten-CD hat Linux das ISO-Image gesetzt – "mkisofs" hilft beim Erstellen dieser Abbilder. Bevor Sie ein Image auf die Silberscheibe schreiben, sollten Sie es überprüfen.
  • CDs auf der Kommandozeile schnell geschrieben
    Unter Windows besitzen alle CD-Brennprogramme eine grafische Oberfläche; neue Audio- und Daten-CDs werden per Drag & Drop zusammengestellt, und nach einigen Mausklicks beginnt der Brennvorgang. Das geht unter Linux genauso, muss es aber nicht. Der Weg über die als benutzerunfreundlich geltende Kommandozeile macht Sie schneller!
  • Zu Befehl
    In der letzten "Zu Befehl"-Folge haben Sie erste Informationen zu Partitionen, Dateisystemen und deren Auslastung bekommen. In diesem Zusammenhang fiel auch kurz der Begriff "mounten". Mit dem Befehl mount machen Sie einen Datenträger (z. B. Festplatte, Diskette, CD usw.) für Linux verfügbar. Anders als unter DOS und Windows gibt es unter Unix/Linux keine Laufwerksbuchtaben, vielmehr wird jede Partition irgendwo unterhalb des sogenannten Root-Verzeichnisses (Wurzelverzeichnis) eingebunden. In diesem Artikel geht es um Tipps und Tricks zu mount, die den Zugriff auf Datenträger erleichtern und in einigen Fällen sogar helfen, Geld zu sparen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2014: ANONYM & SICHER

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

Nach Ubdates alles weg ...
Maria Hänel, 15.11.2014 17:23, 4 Antworten
Ich brauche dringen eure Hilfe . Ich habe am wochenende ein paar Ubdates durch mein Notebook von...
Brother Drucker MFC-7420
helmut berger, 11.11.2014 12:40, 1 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu 14.04-Nutzer...
Treiber für Drucker brother MFC-7420
helmut berger, 10.11.2014 16:05, 2 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu12.14-Nutzer u...
Can't find X includes.
Roland Welcker, 05.11.2014 14:39, 1 Antworten
Diese Meldung erhalte ich beim Versuch, kdar zu installieren. OpenSuse 12.3. Gruß an alle Linuxf...
DVDs über einen geeigneten DLNA-Server schauen
GoaSkin , 03.11.2014 17:19, 0 Antworten
Mein DVD-Player wird fast nie genutzt. Darum möchte ich ihn eigentlich gerne abbauen. Dennoch wür...