Zu Befehl
Auch wenn sich viele Dinge bequem über grafische Oberflächen wie KDE oder GNOME regeln lassen – wer sein Linux-System richtig ausreizen möchte, kommt um die Kommandozeile nicht herum. Abgesehen davon gibt es auch sonst viele Situationen, in denen es gut ist, sich im Befehlszeilendschungel ein wenig auszukennen.
CD-Image auslesen
Eigentlich steht die Abkürzung des Programmes dd für "convert and copy" – cc ist allerdings schon für den C-Compiler vergeben. Das Tool überträgt Daten zwischen verschiedenen Speichermedien und führt auf Wunsch auch Konvertierungen der Daten durch. Dabei kopiert dd nicht nur einzelne Dateien, sondern kann auch direkt auf Devices zugreifen. So lassen sich neben ganzen Festplatten oder Partitionen auch CD-ROMs kopieren.
Die Optionen werden ohne vorangehenden Bindestrich übergeben. Es lassen sich die Blockgrößefür die Ein- und Ausgabedatei und die Anzahl der zu kopierenden Blöcke bestimmen. Den Boot-Sektor von der ersten Festplatte sichern Sie beispielsweise mit:
asteroid:~# dd if=/dev/hda of=bootsektor bs=512 count=1
Die Option if ("infile") bestimmt die Eingabedatei (default ist die Standardeingabe); of ("outfile") bezeichnet die Zieldatei. Mit dem Parameter bs ("blocksize") geben Sie die Blockgröße an; count legt fest, wieviele Blöcke kopiert werden sollen. Im Klartext bedeutet der Aufruf also: Kopiere von der ersten IDE-Platte (/dev/hda) in eine Datei namens bootsektor den ersten Block (count=1), der 512 Bytes groß ist (bs=512).
Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind z. B. das Erstellen einer Boot-Diskette, indem der Kernel (vmlinuz) auf eine Diskette kopiert wird:
asteroid:~# dd if=/vmlinuz of=/dev/fd0
Mit einer solchen Diskette lässt sich das Linux-System auch noch starten, nachdem eine spätere Windows-Installation den Boot-Sektor überschrieben hat. Der einfachste Weg zum Kopieren einer reinen Daten-CD ist:
asteroid:~# dd if=/dev/cdrom of=bla.iso 1349272+0 records in 1349272+0 records out
Hierfür muss die CD nicht gemountet sein – dd ist unabhängig von der Art der Daten auf der CD. Nur eine Audio-CD darf es nicht sein, Musik wird mit anderen Programmen ausgelesen (cdda2wav).
Mach Dir ein Bild!
Sollen Daten zunächst selbst gesammelt und dann auf eine CD geschrieben werden, muss aus diesen ein ISO-Image erstellt werden. Hier kommt das Kommando mkisofs ("make ISO9660 filesystem") ins Spiel. Das Programm erzeugt eine Datei nach den ISO9660-Richtlinien.
Der einfache Aufruf, um Daten aus einem Verzeichnis in ein Image zu schreiben, lautet:
mkisofs [parameter] -o datei.iso /tmp/daten
Die Option -o bestimmt die Ausgabedatei, in die das Image geschrieben wird (hier datei.iso); gelesen wird aus /tmp/daten. Die gängigsten Parameter, die Sie immer wieder verwenden werden, sind -r und -J – Rockridge- und Joliet-Erweiterungen. So stellen Sie sicher, dass die CD auch unter Windows-Betriebssystemen gelesen werden kann. Statt der Option -r darf auch -R an dieser Stelle stehen. Hier wird ebenfalls Rockridge genutzt, aber Rechte und Dateieigentümer bleiben erhalten – die richtige Wahl also, wenn beispielsweise ein Backup eines /home-Verzeichnisses für den eigenen Rechner angelegt werden soll.



