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deskTOPia: xsnow und xfireworks

01.12.2002 Die Kaufhausregale füllen sich mit Lebkuchen, in den Städten leuchten Lichterketten. Da will auch deskTOPia nicht hintanstehen und zeigt, wie Sie Ihren Desktop festlich verschönern.

deskTOPia

Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.

Die besinnliche Zeit des Jahres steht bevor, und mit dem Weihnachtsfest und Sylvester warten gleich zwei Feiertage darauf, würdig begangen zu werden. Da soll der heimische Linux-Rechner nicht hinter der festlich geschmückten Wohnung zurückstehen. Die Programme xsnow [1] und xfireworks [2] sorgen für passende Festtagskleider, sprich: Desktop-Hintergründe. Nach der Installation, die Kasten 1 beschreibt, können die Feierlichkeiten beginnen.

Kasten 1: Installation

Debian-Benutzer haben's gut, denn sie müssen lediglich die vorkompilierten Binärpakete einspielen. Sofern sich Ihr Paket-Manager nicht weigert, das für Red Hat gedachte xsnow-RPM von der Heft-CD zu installieren, brauchen Sie nur für das X-Feuerwerk zum Compiler zu greifen, ansonsten für beide Programme. Als Voraussetzung benötigen Sie die Development-Pakete zu XFree, welche Sie im Lieferumfang Ihrer Distribution finden.

xsnow

Entpacken Sie das Quelltextarchiv mit dem Befehl

tar -xzf xsnow-1_42.tar.gz

…, wechseln Sie ins neue Verzeichnis xsnow-1.42, und geben Sie den Befehl xmkmf ein. Wollen Sie die Software nicht unter /usr/X11R6 installieren, sondern wie für selbstkompilierte Software üblich unter /usr/local, müssen Sie die davon erstellte Datei Makefile anpassen. Ändern Sie die Zeilen

MANPATH=/usr/X11R6/man
BINDIR=/usr/X11R6/bin

in

MANPATH=/usr/local/man
BINDIR=/usr/local/bin

Nach dem Abspeichern geben Sie folgendes ein:

make depend
make
su(root-Passwort eingeben)
make install
make install.man

xfireworks@KL:Wie <I>xsnow<I> kommt auch <I>xfireworks<I> ohne <I>configure<I>-Skript daher, aber es liefert bereits ein fertiges <I>Makefile<I> mit. Dieses passen Sie am besten so an, dass das Programm nach <I>/usr/local<I> installiert wird.

Entpacken Sie zunächst das tar-Archiv, und wechseln Sie ins neue Verzeichnis xfireworks-1.3. Öffnen Sie dort die Datei namens Makefile mit einem Editor und ändern Sie die Zeile

PREFIX =/usr/X11R6

in

PREFIX=/usr/local

Nun können Sie das Programm mittels

make
su(Eingabe des root-Passworts)
make install

kompilieren und nach /usr/local/bin installieren.

Stille Nacht

Schon der erste Aufruf von xsnow ohne Parameter verwandelt Ihren Desktop in ein weihnachtliches Winterwunderland. Ein Nikolaus mit Rentierschlitten reist durch die Wälder, während sich die Schneeflocken langsam auf Ihren Fensterrändern sammeln (Abbildung 1).

Abbildung 1: xsnow ohne Parameter gestartet

Ist Ihnen Santa Claus zu groß, helfen Sie dem mit dem Aufruf

xsnow -santa 1 &

ab. Fast alle anderen Details lassen sich ebenso durch kombinierbare Aufrufparameter abändern. Mit -sc und -tc plus einem Farbnamen kolorieren Sie Schneeflocken bzw. Bäume. (Die möglichen Farben liefert beispielsweise das Programm xcolorsel.) Steht Ihnen der Sinn nach einem Schneegestöber, erhöhen Sie die Zahl der Schneeflocken mit dem Parameter -snowflakes über den Default-Wert 100 bis hin zu 1000 und sorgen mit der Option -unsmooth für ein wenig Bewegung. Auch den ca. alle 30 Sekunden aufkommenden Wind können Sie mit -nowind abstellen oder wahlweise mit -windtimer plus Sekundenangabe einen längeren Zeitraum zwischen den Stürmen festlegen. Stört Sie der Schnee auf Ihren Fenstern und am unteren Desktop-Rand, verhindern Sie die Ansammlung mit -nokeepsnow oder auch -nokeepsnowonwindows bzw. -nokeepsnowonscreen. Oder aber Sie türmen in Arbeitspausen wahre Schneeberge auf, indem Sie die Default-Schneehöhe mit -wsnowdepth (für Fenster) bzw. -ssnowdepth (für den Desktop) ändern.

Nicht-Amerikaner entfernen mit -norudolf die rote Nase des Leitrentiers. Wollen Sie auch nach dem Weihnachtsfest noch das winterliche Schneetreiben genießen, schicken Sie den Weihnachtsmann mit dem Parameter -nosanta in Urlaub.

Die Manpage von xsnow hält einige hübsche Beispielaufrufe und weitere Optionen bereit, aber auch durch Herumexperimentieren kann man schöne Effekte erzielen. Angst, etwas falsch zu machen, müssen Sie nicht haben, da das Programm bei zu hohen Werten automatisch den höchsten zulässigen benutzt.

Sonderwünsche zum Fest

Wie im wirklichen Leben, kann man es auch bei den Hintergrundprogrammen nicht jedem Recht machen, und so sind beim Betrieb unter KDE einige Besonderheiten zu beachten. Wollen Sie xsnow unter der beliebten Desktop-Umgebung starten, müssen Sie im Kontrollzentrum (der 3er Version) die Option Programme im Arbeitsflächenfenster unterstützen unter Erscheinungsbild / Arbeitsfläche aktivieren. Stellen Sie dann im Punkt Hintergrund die gewünschte Hintergrundfarbe ein, da die xsnow-eigene -bg-Option zum Setzen der Hintergrundfarbe unter KDE zu Grafikfehlern führt. Danach können Sie das Programm wie beschrieben starten, müssen sich aber damit abfinden, dass die Schneeflocken die Icons auf dem Desktop zerstören. Ein kurzes "virtuelles Schneefegen" mit einem Fenster lässt sie allerdings schnell wieder im alten Glanz erstrahlen.

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