deskTOPia: xsnow und xfireworks

Es weihnachtet sehr

Die Kaufhausregale füllen sich mit Lebkuchen, in den Städten leuchten Lichterketten. Da will auch deskTOPia nicht hintanstehen und zeigt, wie Sie Ihren Desktop festlich verschönern.

deskTOPia

Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.

Die besinnliche Zeit des Jahres steht bevor, und mit dem Weihnachtsfest und Sylvester warten gleich zwei Feiertage darauf, würdig begangen zu werden. Da soll der heimische Linux-Rechner nicht hinter der festlich geschmückten Wohnung zurückstehen. Die Programme xsnow [1] und xfireworks [2] sorgen für passende Festtagskleider, sprich: Desktop-Hintergründe. Nach der Installation, die Kasten 1 beschreibt, können die Feierlichkeiten beginnen.

Kasten 1: Installation

Debian-Benutzer haben's gut, denn sie müssen lediglich die vorkompilierten Binärpakete einspielen. Sofern sich Ihr Paket-Manager nicht weigert, das für Red Hat gedachte xsnow-RPM von der Heft-CD zu installieren, brauchen Sie nur für das X-Feuerwerk zum Compiler zu greifen, ansonsten für beide Programme. Als Voraussetzung benötigen Sie die Development-Pakete zu XFree, welche Sie im Lieferumfang Ihrer Distribution finden.

xsnow

Entpacken Sie das Quelltextarchiv mit dem Befehl

tar -xzf xsnow-1_42.tar.gz

…, wechseln Sie ins neue Verzeichnis xsnow-1.42, und geben Sie den Befehl xmkmf ein. Wollen Sie die Software nicht unter /usr/X11R6 installieren, sondern wie für selbstkompilierte Software üblich unter /usr/local, müssen Sie die davon erstellte Datei Makefile anpassen. Ändern Sie die Zeilen

MANPATH=/usr/X11R6/man
BINDIR=/usr/X11R6/bin

in

MANPATH=/usr/local/man
BINDIR=/usr/local/bin

Nach dem Abspeichern geben Sie folgendes ein:

make depend
make
su(root-Passwort eingeben)
make install
make install.man

xfireworks@KL:Wie <I>xsnow<I> kommt auch <I>xfireworks<I> ohne <I>configure<I>-Skript daher, aber es liefert bereits ein fertiges <I>Makefile<I> mit. Dieses passen Sie am besten so an, dass das Programm nach <I>/usr/local<I> installiert wird.

Entpacken Sie zunächst das tar-Archiv, und wechseln Sie ins neue Verzeichnis xfireworks-1.3. Öffnen Sie dort die Datei namens Makefile mit einem Editor und ändern Sie die Zeile

PREFIX =/usr/X11R6

in

PREFIX=/usr/local

Nun können Sie das Programm mittels

make
su(Eingabe des root-Passworts)
make install

kompilieren und nach /usr/local/bin installieren.

Stille Nacht

Schon der erste Aufruf von xsnow ohne Parameter verwandelt Ihren Desktop in ein weihnachtliches Winterwunderland. Ein Nikolaus mit Rentierschlitten reist durch die Wälder, während sich die Schneeflocken langsam auf Ihren Fensterrändern sammeln (Abbildung 1).

Abbildung 1: xsnow ohne Parameter gestartet

Ist Ihnen Santa Claus zu groß, helfen Sie dem mit dem Aufruf

xsnow -santa 1 &

ab. Fast alle anderen Details lassen sich ebenso durch kombinierbare Aufrufparameter abändern. Mit -sc und -tc plus einem Farbnamen kolorieren Sie Schneeflocken bzw. Bäume. (Die möglichen Farben liefert beispielsweise das Programm xcolorsel.) Steht Ihnen der Sinn nach einem Schneegestöber, erhöhen Sie die Zahl der Schneeflocken mit dem Parameter -snowflakes über den Default-Wert 100 bis hin zu 1000 und sorgen mit der Option -unsmooth für ein wenig Bewegung. Auch den ca. alle 30 Sekunden aufkommenden Wind können Sie mit -nowind abstellen oder wahlweise mit -windtimer plus Sekundenangabe einen längeren Zeitraum zwischen den Stürmen festlegen. Stört Sie der Schnee auf Ihren Fenstern und am unteren Desktop-Rand, verhindern Sie die Ansammlung mit -nokeepsnow oder auch -nokeepsnowonwindows bzw. -nokeepsnowonscreen. Oder aber Sie türmen in Arbeitspausen wahre Schneeberge auf, indem Sie die Default-Schneehöhe mit -wsnowdepth (für Fenster) bzw. -ssnowdepth (für den Desktop) ändern.

Nicht-Amerikaner entfernen mit -norudolf die rote Nase des Leitrentiers. Wollen Sie auch nach dem Weihnachtsfest noch das winterliche Schneetreiben genießen, schicken Sie den Weihnachtsmann mit dem Parameter -nosanta in Urlaub.

Die Manpage von xsnow hält einige hübsche Beispielaufrufe und weitere Optionen bereit, aber auch durch Herumexperimentieren kann man schöne Effekte erzielen. Angst, etwas falsch zu machen, müssen Sie nicht haben, da das Programm bei zu hohen Werten automatisch den höchsten zulässigen benutzt.

Sonderwünsche zum Fest

Wie im wirklichen Leben, kann man es auch bei den Hintergrundprogrammen nicht jedem Recht machen, und so sind beim Betrieb unter KDE einige Besonderheiten zu beachten. Wollen Sie xsnow unter der beliebten Desktop-Umgebung starten, müssen Sie im Kontrollzentrum (der 3er Version) die Option Programme im Arbeitsflächenfenster unterstützen unter Erscheinungsbild / Arbeitsfläche aktivieren. Stellen Sie dann im Punkt Hintergrund die gewünschte Hintergrundfarbe ein, da die xsnow-eigene -bg-Option zum Setzen der Hintergrundfarbe unter KDE zu Grafikfehlern führt. Danach können Sie das Programm wie beschrieben starten, müssen sich aber damit abfinden, dass die Schneeflocken die Icons auf dem Desktop zerstören. Ein kurzes "virtuelles Schneefegen" mit einem Fenster lässt sie allerdings schnell wieder im alten Glanz erstrahlen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • deskTOPia: wmdrawer
    Programmstarter gibt es wie Sand am Meer. Um nicht nur einer von vielen zu sein, muss eine solche Anwendung schon besondere Features bieten: so wie wmdrawer.
  • deskTOPia: emelfm
    Was nutzt der Betrieb von XFree auf älterer Hardware, wenn man für alltägliche Aufgaben auf Performance-schonende Konsolen-Anwendungen zurückgreifen muss? Auch für X existieren schlanke Lösungen, und wir ersparen Ihnen die Suche.
  • deskTOPia: SuxPanel
    Platz für ein Panel ist auf dem kleinsten Desktop. Hat der Fenstermanager kein passendes im Gepäck, rüsten Sie einfach selbst eines nach: zum Beispiel das SuxPanel.
  • deskTOPia: xdesktopwaves
    Wenn Sie selbst das phantasievollste Hintergrundbild langweilt, brauchen Sie Abwechslung auf dem Desktop. Mit xdesktopwaves verwandeln Sie die Arbeitsoberfläche in eine Wasserlandschaft, die Sie durch Regen, Sturm oder nur mit einer Mausbewegung aufwühlen.
  • deskTOPia: XPenguins
    Ob mit Farbverlauf oder Hintergrundbild: Statische Desktops sind langweilig. Das Programm XPenguins bringt Leben auf den Bildschirm und sorgt für vergnügliche Ablenkung.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2016: Neue Desktops

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Brother Drucker DCP-J4120
Achim Zerrer, 09.12.2016 18:08, 0 Antworten
Hallo, ich wollte unter Leap 42.1 den Brother Drucker installieren und dazu das PPD- Datei vom do...
Drucker Epson XP-332 unter ubuntu 14.04 einrichten
Andrea Wagenblast, 30.11.2016 22:07, 2 Antworten
Hallo, habe vergeblich versucht mein Multifunktionsgerät Epson XP-332 als neuen Drucker unter...
Apricity Gnome unter Win 10 via VirtualBox
André Driesel, 30.11.2016 06:28, 2 Antworten
Halo Leute, ich versuche hier schon seit mehreren Tagen Apricity OS Gnome via VirtualBox zum l...
EYE of Gnome
FRank Schubert, 15.11.2016 20:06, 2 Antworten
Hallo, EOG öffnet Fotos nur in der Größenordnung 4000 × 3000 Pixel. Größere Fotos werden nic...
Kamera mit Notebook koppeln
Karl Spiegel, 12.11.2016 15:02, 2 Antworten
Hi, Fotografen ich werde eine SONY alpha 77ii bekommen, und möchte die LifeView-Möglichkeit nu...