Home / LinuxUser / 2002 / 12 / The Answer Girl

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Dämonische Tricks

The Answer Girl

Umzugshilfe

Allein auf sich gestellt in der neuen BSD-Welt herumzustochern mag spannend sein. Aber wer sich häuslich auf dem neuen System einrichten will, muss nicht immer bei Null anfangen: Ob KDE oder Apache unter Linux oder FreeBSD laufen, spielt bei den Konfigurationsdateien keine Rolle. Da wäre es sinnvoll, die Linux-Partitionen zu mounten und die Dateien einfach zu kopieren. Doch roots Versuch, die erste Slice (/dev/ad0s1, unter Linux /dev/hda1 genannt) auf der ersten IDE-Master-Festplatte /dev/ad0 mit

# mount -t ext2fs /dev/ad0s1 /mnt
ext2fs: vfsload(ext2fs): No such file or directory

als Ext2-Dateisystem unter /mnt zugänglich zu machen, scheitert. Das von mount zum Zwecke der Einbindung einer Ext2-Linux-Partition aufgerufene Tool /sbin/mount_ext2fs existiert – allein es fehlt die Ext2-Unterstützung des FreeBSD-Kernels. Da bleibt nichts anderes, als einen neuen Kernel zu bauen. Das ist insofern einfacher als unter Linux, als dass wir uns gar nicht erst durch ein Konfigurationstool mit tausenden Abfragen quälen müssen. Wir brauchen einfach nur die aktuelle (generische) Konfiguration nehmen und sie um den Wunsch nach Ext2-Support erweitern.

Doch zunächst brauchen wir frische Kernel-Sourcen, denn die wurden wie erwähnt beim Upgrade nicht aktualisiert. Wieder kommt sysinstall zum Einsatz; wir bewegen uns über Configure / Distributions / src bis zu dem Dialog, der nachfragt, welche Quelltexte wir installieren wollen. Die Auswahl fällt auf

[ ] sys    /usr/src/sys (FreeBSD kernel)

und wir hangeln uns über zwei "X Exit"-Einträge zur nunmehr altbekannten Abfrage des Installationsmediums.

In /usr/src/sys/i386/conf finden wir die aktuelle Kernel-Konfiguration in der Datei GENERIC, die wir als Ausgangsbasis für unseren eigenen Kernel kopieren:

cd /usr/src/sys/i386/conf
cp GENERIC WITH_EXT2

Das ebenfalls in diesem Verzeichnis enthaltene File namens LINT dokumentiert alle möglichen Optionen. Hier finden wir den Eintrag

options         EXT2FS

den wir einfach in WITH_EXT2 übertragen, nicht ohne die Warnung vernommen zu haben, dass die Ext2-Unterstützung etwas instabil sei und man Ext2-Partitionen, um Datenverlusten vorzubeugen, nur lesbar ("read-only") mounten solle. Doch tapfer, wie wir sind, bereiten wir mit

/usr/sbin/config WITH_EXT2

alles für die Kompilation vor, um sie anschließend im Verzeichnis /usr/src/sys/compile/WITH_EXT2 anzustoßen:

cd ../../compile/WITH_EXT2
make depend
make

Anhand von make -n install sehen wir, dass bei der abschließenden Installation mit make install der bisher verwendete /kernel nach /kernel.old kopiert wird. Das stört nicht weiter, denn da sowohl /kernel als auch /kernel.old bei uns nur Symlinks sind (siehe Kasten 1), überschreiben wir nichts, sondern können notfalls auch noch die beiden alten Kernel verwenden.

Mutig rebootet, meldet sich nunmehr der neue Standard-Kernel 4.7-RELEASE (WITH_EXT2) zu Dienst, doch der Mount-Versuch

# mount -t ext2 /dev/ad0s1 /mnt
mount: exec mount_ext2 not found in /sbin, /usr/sbin: No such file or directory

schlägt fehl. Aber ja doch! Der Hilfsbefehl heißt mount_ext2fs, nicht mount_ext2 – daher lautet die "type"-Option anders als unter Linux ext2fs. Doch um nun doch ein wenig vorsichtig zu sein und die Linux-Partition read-only zu mounten, kommt wieder die altbekannte Option ro ins Spiel:

mount -t ext2fs -o ro /dev/ad0s1 /mnt

oder etwas kürzer mount_ext2fs -o ro /dev/ad0s1 /mnt erlaubt den lesenden Zugriff auf die Linux-Partition unterhalb von /mnt; umount /mnt entfernt sie wieder aus dem Dateibaum. Auch logische Partitionen (etwa ein unter Linux als /home eingehängtes Device /dev/hda6) lässt sich als /dev/ad0s6 unter /mnt einbinden. Die mühsam erstellte Linux-.bashrc aus dem Homeverzeichnis der dortigen Benutzerin pjung findet so durch Kopieren (cp /mnt/pjung/.bashrc /home/pjung/) und Berichtigung der Eigentumsverhältnisse mit chown eine neue Heimat auf deren FreeBSD-Account.

Glossar

Mirror

Ein Server, der die Daten eines anderen FTP- oder Web-Servers identisch vorhält ("spiegelt") und diesen somit entlastet.

Binär-Upgrade

Im Gegensatz zum flexibleren – und an dieser Stelle nicht besprochenen Source-Upgrade – beschäftigt man seine Maschine hierbei nicht mit dem Selbstkompilieren des gesamten Systems, sondern spielt vorgefertigte Binaries ein.

auskommentierten

Das Voranstellen eines Kommentarzeichens (häufig #) vor einen Eintrag in einer Datei. Dies bewirkt, dass das bearbeitende Programm den Rest der Zeile ignoriert.

History

Bessere Shells merken sich eine gewisse (konfigurierbare) Anzahl eingegebener Kommandos und lassen die Benutzerin diese mit den Pfeiltasten nach oben und unten durchsuchen und wiederverwerten.

Slice

Was unter FreeBSD Slice heißt, firmiert unter Linux als Festplatten-Partition. Anders als bei Linux muss eine BSD-Slice erst noch weiter in FreeBSD-Partitionen strukturiert werden, um darauf Daten zu verwalten (vgl. auch [1]).

Infos

[1] Patricia Jung: "Dämonische Installation", LinuxUser 08/2002, S. 68 ff.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

Hits
Wertung: 0 Punkte (0 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...