Runderneuert
SuSE Linux 8.1 Personal Edition im Test
Neuer Compiler, neue Probleme
Hinter den Kulissen sind die Änderungen zwischen Version 8.0 und 8.1 gravierender. SuSE verwendet nun KDE 3.0.3, Kernel 2.4.19 und den neuen GCC 3.2. Letzterer dürfte Anwendern viel Kopfzerbrechen bereiten, die gerne selbst Programme übersetzen: Bei manchen Quellen sind Anpassungen nötig, bis sie sich mit GCC 3.2 übersetzen lassen. So konnten wir etwa Xine nicht aus den Original-Quellen übersetzen, der Compiler brach mit einem internen Fehler ab und bat um einen Bug-Report an das GCC-Team.
SuSE hat auch Lilo in Rente geschickt, neuerdings wird standardmäßig Grub verwendet. Für den Anwender heißt dies, dass manuelle Veränderungen der Boot-Konfiguration zukünftig über die Datei /boot/grub/menu.lst statt wiebisher über die /etc/lilo.conf erfolgen müssen. Wer weiterhin das YaST-2-Frontend benutzt, wird keine Veränderung bemerken.
Wundersamer Namenswechsel
Wunderliches ereignet sich auf Rechnern, die zum CD-RW-Brenner noch ein CD- oder DVD-ROM-Laufwerk installiert haben. Der CD-Brenner wurde völlig korrekt mit der IDE-SCSI-Emulation eingerichtet und war über den Gerätenamen /dev/sr0 zu erreichen. Das DVD-Laufwerk jedoch sollte nach wie vor /dev/hdd heißen (sowohl die Mount-Einträge in der /etc/fstab als auch die KDE-Icons wurden auch so eingerichtet), lief aber ebenfalls in der IDE-SCSI-Emulation unter dem Namen /dev/sr1. Damit liefen alle Mount-Versuche und die KDE-Icons ins Leere. Auch die DVD-Wiedergabe war durch die Emulation nicht möglich.
Des Rätsels Lösung ist ein fehlender Boot-Parameter für ROM-Laufwerke. Das Kernel-Modul ide-scsi richtet für alle ATAPI-Laufwerke eine Emulation ein, die noch nicht initialisiert wurden. Da das für ATAPI-ROMs zuständige Modul ide-cd jedoch erst beim ersten Zugriff auf das Laufwerk geladen wird, ist ein DVD-Laufwerk beim Laden des ide-scsi-Moduls nicht initialisiert und wird als SCSI-Laufwerk eingerichtet. Dies lässt sich mit dem Boot-Parameter hdd=ide-cd verhindern. Der Parameter wird entweder über das YaST-2-Modul Konfiguration des Bootloaders in der Sektion System eingestellt (Abbildung 2), oder direkt von Hand in der /boot/grub/menu.list angegeben.



