SuSE Linux 8.1 Personal Edition im Test

Runderneuert

Die herbstliche Distributionsoffensive eröffnete diesmal SuSE. Auch wenn die Veränderung von 8.0 auf 8.1 klein erscheint, hat sich unter der Haube eine Menge getan.

Der Lieferumfang der SuSE Linux 8.1 Personal Edition scheint auf den ersten Blick geschrumpft zu sein: Es gibt nur noch drei CDs und ein Handbuch statt zwei Handbüchern (SuSE 8.0) oder gar drei (SuSE 7.3). Tatsächlich hat SuSE die Handbücher "Basis" und "Programme" aus der Vorgängerversion zusammen gefasst und erweitert – direkt hinter der gerade einmal drei Seiten umfassenden Schnellinstallation wird sehr ausführlich und dennoch verständlich auf die benutzerdefinierte Installation eingegangen. Damit hat SuSE einen echten Ersatz zum Quick-Install-Manual aus Version 7.3 geschaffen, auch wenn das neue Kapitel nicht ganz so peppig ist. Das gleicht SuSE mit dem Installationsplakat aus, das die Schnellinstallation mit aussagekräftigen Screenshots und ausreichenden Kommentaren übersichtlich beschreibt. Ist die Installation gemeistert, kann man das Plakat an die Wand hängen: Auf der Rückseite hat SuSE einen Kalender für das Jahr 2003 untergebracht.

WLAN und Firewire inklusive

Die grafische Installation mit YaST 2 wurde in zwei Punkten verbessert, die wir noch bei Version 8.0 kritisierten: SuSE erkennt ab Version 8.1 schon während der Installation angeschlossene Firewire-Laufwerke – und lässt sich so fast komplett auf einer Firewire-Festplatte installieren.

Vordergründig gab es nur wenige Änderungen, die wichtigste betrifft den Bereich der Systemkonfiguration am Ende der Installation: Bei den Netzwerkschnittstellen wurde die eingebaute WLAN-PCI-Karte mit Prism2-Chipsatz anstandslos erkannt – allerdings als Ethernet-Karte. Um die Funk-Parameter wie ESSID, NWID und Betriebsmodus eingeben zu können, muss die automatische Konfiguration zunächst wieder entfernt werden. Dann wird sie über Andere (nicht erkannte) in der Liste der verfügbaren Netzwerkgeräte als Wireless Device konfiguriert, das passende Kernel-Modul war in unserem Fall prism2_pci.o (Abbildung 1). Der Haken war jedoch, dass nach Systemstart das Kernel-Modul nicht geladen wurde und damit die zusätzlich eingebaute Netzwerkkarte mit der IP-Konfiguration der WLAN-Karte gestartet wurde.

Abbildung 1: YaST 2 erkennt zwar WLAN-Karten, die Funk-Parameter lassen sich dann allerdings nicht festlegen. Daher ist die manuelle Einrichtung zwar prinzipiell besser, das angegebene Kernel-Modul wird aber später nicht geladen, so dass das WLAN letztlich nicht funktioniert

OpenOffice statt StarOffice

Wie schon in vorangegangenen Versionen wird die Personal Edition mit nur drei CDs ausgeliefert, insbesondere die Bereiche Server-Dienste, Netzwerk und sogar Entwicklungspakete wie gtk-devel fehlen – somit lassen sich faktisch keine Gnome-Programme mit der Personal Edition übersetzen, auch wenn Gnome in der Personal Edition enthalten ist. Eine weitere Veränderung betrifft den Office-Bereich: OpenOffice hat StarOffice komplett verdrängt, das Sun-Produkt ist nicht mehr dabei.

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