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01.12.2002

JPilot: Linux und der Palm

Für viele ist der Personal Digital Assistent (kurz PDA) ebenso wie das Handy fester Bestandteil des Alltags. Was vor sechs Jahren mit dem Palm Pilot seinen Anfang nahm, mauserte sich im Laufe der Zeit zu einem Notebook im Westentaschenformat, dessen Daten natürlich auch mit dem heimischen PC abgeglichen werden sollen. Zu diesem Zweck gehört bei allen PDA-Herstellern entsprechende Windows-Software zum Lieferumfang. Linux-Programme suchte man bis dato eher vergebens. Doch wie üblich weiß sich die Linux-Gemeinde auch diesmal zu helfen. Für die weitverbreiteten PDAs der Palm-Reihe gibt es mit JPilot eine Verwaltungs-Software, die sich gegenüber Windows-Tools nicht verstecken muss.

Genau genommen ist JPilot (http://jpilot.org/) ein grafisches Frontend, das auf pilot-link ( http://www.pilot-link.org), einer Programm- und Bibliothekensammlung zur Synchronisation zwischen Rechner und Palm Pilot, aufsetzt. So wird die Verwaltung der Palm-Daten dank der übersichtlichen Oberfläche zum Kinderspiel, und Änderungen im Adressbuch lassen sich genauso schnell vornehmen wie das Anlegen neuer Notizen. Auch die Installation neuer Programme auf dem Palm ist dank JPilot schnell erledigt. Sie sollten jedoch darauf achten, dass das installierte Programm für Ihre PalmOS-Version geeignet ist, um böse Folgen zu vermeiden. Damit sich in einem solchen Fall der Schaden in Grenzen hält, lassen sich mit JPilot auch Sicherungen aller Palm-Daten vornehmen, was abhängig von der Menge schon mal einige Minuten dauern kann. Neben diesen Standardfunktionen ist JPilot auch durch Plugins erweiterbar. Zum Beispiel bietet ein Mail-Plugin die Möglichkeit, mit dem Palm geschriebene Mails zu versenden und auf dem Palm empfangene Mails mit dem Rechner abzugleichen.

In der aktuellen Version unterstützt JPilot erstmalig die Synchronisation mit PalmOS 4.x, sowie die Verwendung von USB-Cradles. Allerdings raten die Entwickler in diesem Zusammenhang dringend dazu, die pilot-link Version 0.11.3 oder höher zu verwenden. Mit älteren Version der 0.11.x-Reihe traten wiederholt Probleme auf.

Abbildung 1

Abbildung 1: Bequeme Terminverwaltung mit JPilot

Abbildung 2

Abbildung 2: Schnell angepasst – die JPilot Konfiguration

Wie ein Phoenix aus der Asche

Man nehme einen Mozilla, entferne den Mailer, den Composer, den integrierten IRC-Client Chatzilla und reduziere das Programm auf seine Grundfunktion, das Browsen von Websites – fertig ist Phoenix. Jetzt als Version 0.3 ("Lucia") veröffentlicht, bestätigt sich der Eindruck der Vorgängerversionen: Phoenix ist schnell, Phoenix ist stabil und es frisst weniger Speicher als sein hungriger großer Bruder Mozilla.

Auf der Homepage (http://www.mozilla.org/projects/phoenix/) des Projektes finden sich Binaries für Windows und Linux zum Download. Neu in diesem Release sind unter anderem "Image Blocking" (blockiert auf Wunsch Bilder von einem bestimmten Server), bessere Bookmark-Verwaltung und an Mozillas Verhalten angepasstes Tab Browsing. Sollte sich eine Vorgängerversion auf Ihrem Computer befinden, müssen Sie diese eventuell vollständig entfernen, bevor Sie "Lucias" Vorzüge kennenlernen können.

Abbildung 3

Abbildung 3: Fixer Browser – Phoenix

Grip – Songs in einem Rutsch kodiert

Viele Wege führen nach Rom – so auch das Umwandeln von Audio-Dateien einer CD in das beliebte MP3-Format. Der Kommandozeilen-Fan liest die CD manuell mit cdparanoia ein und kodiert die wav-Dateien anschließend mit lame oder oggenc. Bequemer geht es hingegen mit dem Frontend Grip (http://www.nostatic.org/grip/), ein GTK-basierte CD-Player und -Ripper.

Die Oberfläche ist einfach und übersichtlich. Direkt nach dem Einlegen einer Audio-CD startet Grip eine Anfrage an die Internet-Musikdatenbank http://www.freedb.org/. Ist die CD bekannt, erscheint die Titelliste mit dem jeweiligen Namen und der Laufzeit anstelle der Spurnummer im Grip-Auswahlfenster. Mit der rechten Maustaste lassen sich die Songs markieren. Diese können dann kodiert oder einfach nur in eine wav-Datei ausgelesen werden. Anhand der ermittelten Daten erstellt Grip auch die Datei- und Verzeichnisnamen automatisch zusammen. In welcher Reihenfolge Interpret und Titel in den Datei- oder Verzeichnisnamen einfließen, lässt sich dabei in der Konfiguration individuell festlegen.

Ebenfalls konfigurierbar ist das zu verwendende Kodierungsprogramm. Zwar enthält Grip bereits Voreinstellungen für die bekanntesten Encoder, wie z. B. lame, gogo oder oggenc, aber auch andere Tools lassen sich bei Bedarf einbinden, sofern diese via Kommandozeilenparameter konfigurierbar sind. Damit ist der Benutzer auf kein Format festgelegt und kann auch zukünftige Encoder verwenden. Auf Wunsch legt Grip nach der Kodierung noch eine Playlist mit der Endung .m3u an, die von den meisten gängigen MP3-Playern erkannt und unterstützt wird.

Somit bleiben eigentlich kaum Wünsche offen, und die MP3-Kodierung ganzer CDs ist, einen schnellen Prozessor und eine schnelles CD-ROM-Laufwerk vorausgesetzt, mit ein paar Klicks in wenigen Minuten erledigt.

Abbildung 4

Abbildung 4: Sauber gelistet – Tracks in Grip

Abbildung 5

Abbildung 5: Kodieren per Mausklick

JPhotobrush, Bildbearbeitung mit Java

Im ersten Augenblick erinnert der Name JPhotobrush (http://www.tanveer.freeservers.com/programming/JPhotoBrush.htm) ein wenig an Bildbearbeitungsprogramme, wie Photoshop oder Paintbrush. Eine Assoziation, die sicher teilweise gewollt ist, und auf den ersten Blick ist eine gewisse Ähnlichkeit mit Photoshop sicherlich auch vorhanden. Jedoch lässt der erhebliche Unterschied im Funktionsumfang eher einen Vergleich mit Paintbrush als mit Photoshop zu.

Im Vergleich zu Paintbrush bietet JPhotobrush neben den üblichen Zeichenfunktionen und geometrischen Objekten eine ganze Reihe von Filtern und Effekten. Neben dem Schärfen und Glätten von Bildern hat der Benutzer auch die Möglichkeit, interessante Effekte, wie z. B. Wellen, Mosaike oder Diffusionen zu erzeugen. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass JPhotobrush jeweils nur den letzten Arbeitsschritt rückgängig machen kann. Stellt man erst später einen Fehler fest, ist das sehr ärgerlich. Abhilfe schafft nur regelmässiges Abspeichern, was bei sehr großen Dateien jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Die Auswahl an Grafikformaten ist im Augenblick noch relativ eingeschränkt. Zur Zeit unterstützt JPhotobrush in der aktuellen Version 2.0 lediglich sechs verschiedene Formate, darunter JPEG oder PNG, mit der Zeit sollen aber noch weitere implementiert werden. Hinzukommen sollen auch Funktionserweiterungen in Form von Plugins. Benutzer haben dann die Möglichkeit, JPhotoshop nach eigenen Vorstellungen zu erweitern. Eine entsprechende Anleitung befindet sich auf der Website von JPhotoshop.

Alles in allem ist JPhotobrush eine interessante, plattformunabhängige Bildverarbeitungs-Software, deren Funktionsumfang für den Heim- und Hobby-Bereich völlig ausreicht. Wer mehr möchte, kommt allerdings an Gimp nicht vorbei.

Abbildung 6

Abbildung 6: Malen in Java – JPhotobrush

SpamAssassin ausgebrochen

Mit Version 2.43 ist gerade eine neue Version dieses beliebten Werbe-Mail-Killers erschienen. Anhand von bekannten Textbausteinen, die irgendwelche Produkte anpreisen, werden Emails als Spam identifiziert und markiert. Gab es in Vorgängerversionen des Programms noch die Möglichkeit, solche "getaggten" Mails zu sortieren, ist dieses Feature nun nicht mehr dabei. Laut Aussagen der Entwickler hat es sich als zu instabil erwiesen. Die Empfehlung auf der Homepage (http://spamassassin.org/) lautet, SpamAssassin zusammen mit Procmail einzusetzen. Dazu gibt es eine ausführliche Anleitung im Web – ein Blick lohnt sich. Wenn Sie eine ältere Version (< 2.40) bereits auf Ihrem System installiert haben, sollten Sie aufmerksam den ersten Abschnitt des INSTALL-Files lesen (http://spamassassin.org/dist/INSTALL), da Sie sonst vielleicht durch eine Fehlkonfiguration Mail verlieren.

In einer der kommenden Versionen soll SpamAssassin "lernfähig" werden. Die Website verrät bereits, dass es möglich sein wird, dem Programm "beizubringen", was es als Spam interpretieren soll und was nicht. So ist für die Zukunft zu erwarten, dass das Tool noch zuverlässiger arbeitet als bisher.

Abbildung 7

Abbildung 7: Effektiver Werbe-Mail-Vernichter – SpamAssassin

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