Neue Desktop-Moden
Red Hat Linux 8.0
Unter der Haube
Diese Veränderung ist jedoch nicht der Grund für den großen Versionssprung auf die 8 vor dem Dezimalpunkt. Vielmehr folgt er aus der Tatsache, dass Red Hat in dieser Ausgabe auf GCC 3.2 umsteigt. Damit erstellte Kompilate lassen sich nicht auf Vorgängerversionen einsetzen. Andersherum ermöglichen Kompatibilitätspakete den Einsatz von Programmen, die auf älteren Red-Hat-Versionen übersetzt wurden.
Ein weiterer Meilenstein besteht in der konsequenten Verwendung von Unicode- (UTF-8-) Locales. Bisher erforderten Sprachen mit unterschiedlichen Alphabeten verschiedene "Encoding-Systeme", die auch Codepages genannt werden. Unicode bietet hier einen gemeinsamen Industriestandard, der für (fast) jedes auf der Welt existierende Schriftzeichen eine eindeutige Zuordnung bietet. Jedes Unicode-fähige Ausgabegerät zeigt ein so kodiertes Dokument weltweit korrekt an.
Damit man an jedem Ort zu seinen internationalen Freunden Kontakt aufnehmen kann, hat sich Red Hat ein Goodie für die Netzwerkerei einfallen lassen: Die Distribution unterstützt sogenannte Profile, jeweils eigenständige Netzwerkkonfigurationen, zwischen denen man im laufenden Betrieb wechseln kann.
Mit dem Network Configuration Assistant (zu erreichen über Start Here/System Settings/Network) richten Sie durch einen Klick auf New... ein neues Profil ein. So klinken Sie Ihr Notebook morgens ins Firmennetzwerk mit DHCP-Server ein und schalten nach Feierabend zu Hause per Mausklick auf den eigenen DSL-Anschluss um.
Ähnlich einfach zu bedienende, neu entwickelte Tools bietet Red Hat für die Konfiguration von XFree86 (redhat-config-xfree86), zum Paket-Management (redhat-config-packages) und zum mausgesteuerten Einrichten von Server-Diensten (redhat-config-httpd, redhat-config-printer) an.
Diese Tools lassen sich analog zum Netzwerk-Konfigurationsassistenten über den Desktop-Link Start Here/System Settings aufrufen. Allerdings fehlt immer noch eine zentrale Anlaufstelle für alle Systemeinstellungen, wie sie Linux-Neulinge am SuSE-eigenen YaST schätzen.
Woher nehmen?
Wie bei Red Hat üblich, kann die Distribution sowohl gratis aus dem Internet heruntergeladen als auch als Box-Version über den Fachhandel oder einen Internet-Shop bezogen werden. Erhältlich sind eine Personal-Variante für 50 Euro, die sich vor allem an Endbenutzer richtet, und eine Professional-Fassung für den geschäftlichen Einsatz, die mit 200 Euro zu Buche schlägt.
Beide Versionen bringen sieben CDs mit, darunter sind Binär-, Quellcode und Applikations-CDs. Red Hat Linux Personal bietet 30 Tage Installations-Support über das Internet und 30 Tage Zugriff auf das Red Hat Network. An Dokumentation liegen nur das Installationshandbuch und das Red-Hat-Network-Referenzhandbuch in gedruckter Form bei.
Den vierfachen Preis der Professional-Ausgabe rechtfertigt Red Hat in erster Linie mit dem Installations-Support von 60 Tagen. Zudem liegen diesem Produkt ein Konfigurations- und ein Referenzhandbuch, ein Erste-Schritte-Guide, eine boot-bare Systemadministrator-CD mit einem Rettungssystem sowie eine DVD mit dem Inhalt aller CDs bei.
Kasten 2: Versionen auf einen Blick
Kernel 2.4.18
GCC 3.2
XFree86 4.2.0
Glibc 2.2.93
KDE 3.0.3
GNOME 2.0
Open Office 1.0.1



