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Teile und herrsche

Dateisysteme

01.12.2002 In der File System Table (fstab) steht, welche Partitionen und Datenträger beim Systemstart in den Verzeichnisbaum eingehängt werden. Die Tabelle bietet dem Administrator die Möglichkeit, die Sicherheit des Mehrbenutzersystems durch verschiedene Optionen zu stärken.

Die Datei /etc/fstab wird während des Boot-Vorganges von einem Init-Skript durch das Kommando mount eingelesen und Zeile für Zeile umgesetzt. Hier finden sich Einträge für Gerätedateien, CD-ROM-Laufwerke und Festplattenpartitionen, auf die Sie sofort nach gelungener Systeminitialisierung zugreifen können.

Durch die Konfiguration in der Datei weist der Administrator den Laufwerken und Partitionen die entsprechenden Mount-Points zu, bestimmt das Dateisystem oder reguliert über die Zugriffsbits die Rechte der Anwender. Schauen wir uns die Einstellungen in Listing 1 einmal aus der Nähe an.

Listing 1

# Die folgenden beiden Zeilen erläutern und helfen bei der Zuordnung
# (fs_spec)     (fs_file) (fs_vfstype) (fs_mntops) (fs_freq) (fs_passno)
# [1]           [2]       [3]         [4]           [5]      [6]
/dev/hda1       /boot     ext2        defaults       1        2
/dev/hda2       /         ext2        defaults       1        1
proc            /proc     proc        defaults       0        0

Zuerst springt die Gliederung in sechs Spalten ins Auge. Die erste Spalte (fs_spec) zeigt den Namen der Gerätedatei, die zur Partition gehört. In der zweiten Spalte (fs_file) steht der Mount-Point. Er bezeichnet den Ort, an dem das Medium im Verzeichnisbaum eingehängt wird.

Mit der dritten Spalte (fs_vfstype) definieren Sie den Typ des Dateisystems. In Tabelle 1 haben wir eine Auswahl der zur Verfügung stehenden Systemtypen zusammengefasst.

Dateisystemtypen

auto Dateisystem automatisch zuordnen
ext2 ext2-Dateisystem
ext3 ext3-Dateisystem
reiserfs Reiser-Dateisystem
jfs IBMs Journaling Filesystem
minix Minix-Dateisystem
vfat Windows-95-, Windows-98- oder DOS-Dateisystem
ntfs Windos-NT/2000/XP-Dateisystem
msdos MS-DOS-Disketten/Partitionen
umsdos MS-DOS mit Unix-Zusätzen
hpfs OS/2-Dateisystem
xiafs Xia-Dateisystem
swap Swap-Dateien/Partitionen
usbdevfs USB-Geräte-Verwaltung
devpts Pseudo-Terminals
proc Prozessverwaltung
iso9660 DVDs/CD-ROMs
udf Universal Disk Format (DVDs)
nfs Network File System
smbfs Server Message Block Protokoll
ignore (ignoriert Partition)

Die Angaben der vierten Spalte (fs_mntops) legen den Zugriff auf den Datenträger fest. Wie Sie in Listing 1 sehen, dürfen Sie mehrere Optionen, durch Kommata getrennt, in dieser Spalte angeben.

Auch in der Kommandozeile behalten diese Anweisungen ihre Gültigkeit, wenn Sie sie dem Befehl mount als Parameter mit auf den Weg geben. Die Manual-Seiten dieses Befehls liefern Ihnen zudem detaillierte Informationen zu den unterschiedlichen Parametern. Einen ersten Überblick der Mount-Optionen liefert Tabelle 2.

Mount-Optionen

defaults Voreinstellung: rw, suid, dev, exec, auto, nouser und async
exec Erlaubt die Ausführung von Binaries und Skripten
noexec Verbietet die Ausführung von Binaries und Skripten
user Gestattet jedem User das Mounten des Dateisystems
noauto Wird erst durch den Befehl mount eingehängt
ro Mount des Dateisystems als read-only
rw Mount des Dateisystems als read-write
umask= Inverse Bitmaske der Zugriffsrechte (z. B. für FAT-Dateisystem)
uid= User-Zugehörigkeit der Daten
gid= Gruppenzugehörigkeit der Daten
sync Synchrone IO-Operationen

Das Programm dump, das ein Backup der Daten auf einem Ext2-Filesystem anfertigt, nutzt die Angaben in der der fünften Spalte (fs_freq) zur Konfiguration. Einen Einblick in die Funktionsweise des Backup-Tools bietet die Manpage von dump.

Wie die fünfte Spalte wird auch die letzte von einem Programm ausgelesen. In diesem Fall sagt sie dem Kommando fsck, wie die Konsistenz des Dateisystems zu prüfen ist. Das Root-Verzeichnis wird mit einer 1 markiert, die restlichen Dateisysteme bekommen eine 2. Dateisysteme wie zum Beispiel CD-ROMs, bei denen sich eine Fsck-Kontrolle erübrigt, erhalten den Wert 0.

Machen wir uns nun daran, die rudimentäre /etc/fstab aus Listing 1 um einige Beispiele zu ergänzen.

Abbildung 1: Die LinuxUser-CD wird ein Teil des Verzeichnisbaums

CD-ROM und DVD

Anhand des Inhalts unserer zwei Tabellen ist die Zeile schnell gestrickt, um das CD-ROM-Laufwerk einzuhängen – zumindest für den Heimanwender mit einem Stand-Alone-PC –, wie wir sehen werden:

/dev/cdrom  /cdrom  auto  ro,noauto,user,exec 0 0

Nehmen wir die Zeile abschnittsweise auseinander. Der Eintrag /dev/cdrom bezeichnet den Device-Namen des Laufwerks. Dabei ist /dev/cdrom in diesem Fall ein symbolischer Link, der auf die eigentliche Gerätedatei (z. B. /dev/hdc) zeigt. Das Feld /cdrom gibt den Mount­Point im Verzeichnisbaum an.

Hier wird das Laufwerk direkt im Root-Verzeichnis unter /cdrom eingebunden. Manche Distributionen bündeln die Mount-Points für Wechselmedien beispielsweise unter /mnt oder /media.

Anstelle von auto könnten sie iso9660 wählen, falls Sie Probleme mit einigen DVDs haben. Die Option ro gestattet ausschließlich den lesenden Zugriff auf das gemountete Medium.

Der Eintrag noauto bindet das Laufwerk nicht nach dem Systemstart ein, sondern lässt es auf ein explizites mount /cdrom in der Shell warten. Durch die Option user ist der Mount-Befehl jedem Benutzer erlaubt. Ähnliches gilt für das Ausführen von Programmen auf der CD durch die Anweisung exec; ist noexec gesetzt, können Programme selbst dann nicht gestartet werden, wenn Sie die nötigen x-Attribute besitzen. Ob Sie die zwei zuletzt genannten Möglichkeiten ausschöpfen, liegt allein in Ihrer Vorstellung vom sicheren Administrieren.

Auf ähnliche Weise können Sie den Eintrag für ein Diskettenlaufwerk vornehmen:

/dev/fd0  /floppy  auto  noauto,user 0 0

In diesem Fall wurde die Option ro weg gelassen, weil die Diskette ja beschreibbar sein soll. Aber es wurde auch das exec entfernt, so dass Anwender von der Diskette keine Programme starten dürfen.

Von Prozessverwaltung bis USB

Viele Informationen aus der internen Verwaltung des Kernels bildet das System als Dateien ab. So verhält es sich mit dem proc-Dateisystem und den USB-Devices (usbdevfs). Basis für die Arbeit mit Pseudo-Terminals ist devpts.

All diese Dateien bilden eine Schnittstelle, an der Emulatoren wie z. B. xterm ansetzen. Damit nach dem Systemstart alle Geräte und Prozesse reibungslos funktionieren, müssen Sie die drei virtuellen Dateisysteme zuvor in die Konfiguration aufnehmen:

devpts  /dev/pts  devpts  defaults 0 0
usbdevfs  /proc/bus/usb  usbdevfs  defaults 0 0
proc  /proc  proc  defaults 0 0
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LinuxUser 06/2012

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