Richtige Links
out of the box: linklint
Links im Set
Mit den bereits erwähnten Linksets teilen Sie linklint mit, welche Dateien oder Verzeichnisse es im lokalen Dateisystem oder auf einem Web-Server durchforsten soll. Ein Linkset ist eine Datei- oder Verzeichnisangabe, in der bestimmte Zeichen eine besondere Bedeutung als Jokerzeichen haben.
Enthält es eine einzige Dateiangabe, wird nur genau diese Datei geprüft. Handelt es sich dagegen um eine Verzeichnisangabe, darf diese auf drei verschiedene Zeichen enden: Besteht die Endung nur aus einem einfachen Schrägstrich /, kümmert sich linklint um die Seite, die ein User zu sehen bekommt, wenn er das angegebene Verzeichnis auf dem Web-Server anfordert: Das Programm prüft dann die darin stehende Datei index.html und nichts weiter.
Hängt man an den Schrägstrich noch ein Hash-Zeichen # an, nimmt linklint alle HTML-Dateien unter die Lupe, die es in diesem Verzeichnis findet, jedoch keine Unterverzeichnisse. Endet die Verzeichnisangabe mit dem "at"-Symbol @, prüft es alle verlinkten Dateien und Unterverzeichnisse. Nur vor Verweisen, die den ursprünglichen Server verlassen, macht linklint in dem Fall noch halt.
An diese kommt man nur über das HTTP-Protokoll heran, weshalb der Programmaufruf um die Option -http erweitert wird. In der Praxis sieht das am Beispiel der privaten Homepage des Autors unter der URL http://www.itm.tu-clausthal.de/~perle/ so aus:
linklint -http -host www.itm.tu-clausthal.de /~perle/
Dieser Befehl prüft die Startseite der Web-Präsenz des Users perle auf dem Host www.itm.tu-clausthal.de. Sollen zusätzlich alle weiteren Dateien der gleichen Verzeichnisebene gecheckt werden, lautet der Aufruf
linklint -http -host www.itm.tu-clausthal.de /~perle/#
Wollen Sie alle per Link erreichbaren Unterverzeichnisse dieser Site einer Prüfung unterziehen, so rufen Sie
linklint -http -host www.itm.tu-clausthal.de /~perle/@
auf. Der jeweils letzte Aufrufparameter in allen drei Beispielen gibt das Linkset an. linklint verträgt übrigens mehr als eines davon auf der Kommandozeile. Bei größeren Aktionen empfiehlt es sich zudem, mit der Option -doc Verzeichnis ausführliche Logdateien erzeugen zu lassen.
Auswärtsspiel
Als letztes Beispiel erlauben wir linklint das Verlassen des ursprünglichen Servers. Diese Funktion ist sehr praktisch, wenn Sie eine Linkfarm (etwa Ihre Netscape-Bookmarks) testen und aktuell halten wollen:
linklint -net -http -host www.itm.tu-clausthal.de /~perle/Links.html
Hier unterzieht linklint nur die Datei Links.html einer Prüfung. Die Option -net sorgt allerdings dafür, dass Links auch eine Ebene tief zu externen Zielen führen dürfen. In alphabetisch sortierter Reihenfolge enthält das Ergebnis die URLs der Links mitsamt Status. Die abschließende Zusammenfassung in Listing 2 zeigt, dass der Autor seine Linkfarm mal wieder aufräumen sollte.
Listing 2
Zusammenfassung
found 104 urls: ok
—– 8 urls: moved permanently (301)
—– 11 urls: moved temporarily (302)
ERROR 2 urls: could not find ip address
ERROR 7 urls: not found (404)
ERROR 1 url: timed out connecting to host
ERROR 1 url: timed out getting host ip address
Linklint checked 115 urls:
104 were ok, 11 failed. 19 urls moved.
4 hosts failed: 4 urls could be retried.
Falls Sie sehr große Websites mit linklint überprüfen, kann es vorkommen, dass das programminterne Limit von 500 Dateien überschritten wird. Mit der Option -limit X erhöhen Sie dieses auf X Dateien. Es ist auch möglich, einen ganzen Satz von Optionen in eine Textdatei zu schreiben und diese mit @optionendatei einzulesen. Für weitere interessante Funktionen des Programms sei die Lektüre der umfangreichen HTML-Dokumentation empfohlen.
Glossar
HTML
"Hypertext Markup Language", die ursprünglich am CERN entwickelte Auszeichnungssprache für Seiten des World Wide Web. Sie definiert sogenannte Tags, die bestimmte Textteile als Überschriften, Listen, Tabellen und ähnliches auszeichnen.
Shell-Skripten
Eine Textdatei mit Shell-Kommandos, die automatisch nacheinander abgearbeitet werden. Auch einfache Kontrollstrukturen wie Schleifen und Bedingungen sind möglich.
kompilieren
Ein Programm ist in Quelltextform einer höheren Programmiersprache noch nicht vom Betriebssystem ausführbar. Erst durch das Kompilieren ("Übersetzen") mit einem Compiler wird daraus eine durch den jeweiligen Prozessor ausführbare Darstellung.
Perl
Die "Practical extraction and report language" ist eine sehr mächtige Skript-Sprache, die nicht nur unter Linux zuhause ist.
URL
"Uniform Resource Locator", die eindeutige Adresse einer Ressource im Netz. Sie enthält außer Rechnernamen und Pfadangabe auch das Übertragungsprotokoll: So greift man auf http://www.knopper.net/knoppix/ per HTTP, auf ftp://ftp.gwdg.de/linux/mirrors/ hingegen per FTP zu.
HTTP
Das "Hypertext Transfer Protocol" ist das Übertragungsprotokoll des World Wide Web.



