linklint.png

out of the box: linklint

Richtige Links

Tote Links in Web-Seiten werfen ein schlechtes Licht auf die Betreiber eines Internet-Auftritts. Doch wer macht sich gern die Arbeit, die internen und externen Links händisch zu überprüfen? Sie nicht? Dann sollten Sie sich linklint ansehen.

out of the box

Es gibt tausende Tools und Utilities für Linux. "out of the box" pickt sich die Rosinen raus und stellt pro Monat ein Progrämmchen vor, das wir für schlichtweg unentbehrlich oder aber zu Unrecht wenig beachtet halten.

Wer einen ganzen Zoo von Links in die HTML-Seitenstruktur seiner Web-Präsenz einbaut, kämpft gegen die Flüchtigkeit des Mediums: So mancher Link auf externe Seiten ist schon veraltet, kaum dass er eingebaut wurde. Da bleibt nichts anderes, als die Verweise regelmäßig zu prüfen.

Viele HTML-Editoren enthalten aus diesem Grund Linkchecker, doch die Seiten dort hineinzuladen, obwohl man eigentlich gar nichts ändern will, ist mühsam. Weitaus weniger Arbeit macht es, ein Progrämmchen, das der Unix-Philosophie "ein Tool – eine Aufgabe" folgt, mit der Überprüfung zu beauftragen. Zum Beispiel linklint von James B. Bowlin, ein eigenständiges Programm, das sich gut aus Shell-Skripten aufrufen lässt und seine Aufgabe sehr umfassend erledigen kann.

Installation ohne Hürden

Praktischerweise müssen Sie zur Installation von linklint nichts kompilieren: Das gesamte Programm wurde als Perl-Skript realisiert. Lediglich perl muss installiert sein – dies ist aber bei allen gängigen Linux-Distributionen der Fall.

Unter http://www.linklint.org/ oder auf der Heft-CD finden Sie das Archiv linklint-2.3.5.tar.gz. Die Installation besteht darin, das Archiv zu entpacken und das Skript unter dem Namen linklint in ein Verzeichnis im Suchpfad zu kopieren:

tar xzf linklint-2.3.5.tar.gz
cd linklint-2.3.5
su  (root-Passwort eingeben)
cp linklint-2.3.5 /usr/local/bin/linklint
exit

Als Installationsziel eignet sich /usr/local/bin im /usr/local-Zweig des Dateisystems, weil dieser nicht unter der Kontrolle des distributionseigenen Paketmanagers steht. Die darin befindlichen Verzeichnisse sind explizit für das händische Einspielen von zusätzlichen Programmen, die nicht im Paketformat der jeweiligen Distribution vorliegen, vorgesehen.

Lokalvorstellung

Als erstes Anwendungsbeispiel testen wir eine lokal vorhandene Seitenstruktur. Der Einfachheit halber verwenden wir die Dokumentation zu linklint, die selbst im HTML-Format vorliegt. Vorher sorgen wir allerdings dafür, dass eine Seite fehlt:

cd linklint-2.3.5
mv doc/bugs.html doc/bugz.html

Jetzt lassen wir linklint seines Amtes walten:

linklint -doc report /doc/@

Der Parameter -doc report weist linklint an, ausführliche Logdateien im Verzeichnis report zu erzeugen. Durch /doc/@ teilen wir dem Programm mit, dass es ausgehend vom Verzeichnis doc alle von dort verlinkten Dateien überprüfen soll. Diese Angabe eines so genannten Linksets werden wir noch ausführlich besprechen.

Dass ein Schrägstrich die Verzeichnisangabe einleitet, obwohl sich doc im aktuellen Verzeichnis (und nicht unterhalb des Wurzelverzeichnisses des Dateisystems) befindet, hängt damit zusammen, dass linklint seine Prüflinge von der sogenannten Document Root des Web-Servers ausgehend sucht. Da wir im Beispiel keinen Web-Server verwenden, definiert das Programm das aktuelle Verzeichnis als Wurzel der Web-Präsenz.

Vom Ergebnis des Checks greifen wir uns exemplarisch die Datei errorF.txt heraus (Listing 1). Sie listet alle Dateien auf, die nicht funktionierende Links ("broken links") enthalten. Wie erwartet erkennt linklint, dass bugs.html nicht mehr existiert und zeigt alle Dateien an, die die verschwundene Datei referenzieren.

Listing 1

errorF.txt

file: errorF.txt
date: Thu, 12 Sep 2002 16:32:17 (local)
Linklint version: 2.3.5
#————————————————————
# ERROR   7 files had broken links
#————————————————————
/doc/
[file: /doc/index.html] had 1 broken link /doc/bugs.html
/doc/doc_index.html had 1 broken link /doc/bugs.html
/doc/hints.html had 1 broken link /doc/bugs.html
/doc/howitworks.html had 1 broken link /doc/bugs.html
/doc/index.html had 1 broken link /doc/bugs.html
/doc/inputs.html had 1 broken link /doc/bugs.html
/doc/outputs.html had 1 broken link /doc/bugs.html

Die gleiche Information schreibt linklint auch in eine HTML-Datei gleichen Basisnamens, aus der die jeweils aufgeführten Dateinamen per Link erreichbar sind. Abbildung 1 zeigt das Ergebnis, dargestellt mit dem Netscape Navigator. Wahlweise lässt sich die linklint-Ausgabe mit den Optionen -textonly oder -htmlonly auf Text- oder HTML-Format beschränken.

Abbildung 1: Fehlende Links

Mit einer anderen interessanten Datei haben wir es bei remote.html zu tun. Sie führt alle Links auf, die die lokale Seitenstruktur verlassen und auf externe Web-Server verweisen. In der linklint-Dokumentation sind dies die in Abbildung 2 gelisteten Links.

Abbildung 2: Externe Links

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