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X-Server für Windows

Windows-Linux-Connectivity auf dem Desktop

01.11.2002 Schwerpunkt dieser Ausgabe ist die Windows-Linux-Connectivity. Damit muss aber nicht nur die immer wieder bemühte Fähigkeit von Linux gemeint sein, als File- und Print-Server (Samba) zu dienen - mit geeigneter Software verwandelt sich der Windows-Rechner in einen X-Window-Client.

Eine der Eigenschaften, die alle Unix-Systeme verbindet, ist die Möglichkeit, über das X Window System grafische Anwendungen auf einem anderen Rechner als dem Arbeitsrechner laufen zu lassen, dieses Programm aber wie eine lokal installierte Anwendung einzusetzen. Viele Anwender (auch in einem Linux-Netzwerk) nutzen dieses Feature eher selten oder gar nicht, lässt sich doch eine gewünschte Anwendung auch lokal installieren.

Was ist aber, wenn der Arbeitsplatz-PC unter Windows laufen muss? Linux-Programme können hier nicht installiert werden, und Windows beherrscht auch das X-Window-Protokoll nicht. Gleiche mehrere X-Server für Windows schaffen hier Abhilfe. Neben dem Ausführen von Linux-Programmen von einem Linux-Rechner haben Windows-Anwender damit auch die Möglichkeit, nativ für Windows kompilierte X-Anwendungen laufen zu lassen. Wir haben uns die Produkte angesehen, die für aktuelle Windows-Versionen verfügbar sind. Zum Vergleich angetreten sind XFree86 4.2, Humbingbird Exceed 7.1 und Omni-X 6.21.

Die Testumgebung

Für die Tests haben wir einen "Client" mit Pentium-IV/1600 und 256 MB RAM unter Windows XP Home und einen "Server" mit Dual-Pentium-III/500 und 512 MB Hauptspeicher unter Mandrake Linux 8.0 verwendet, die über ein 100-MBit-Netzwerk verbunden waren.

Cygwin/XFree86

Wer mit Linux in erster Linie auf freie Software setzt, wird sich darüber freuen, dass der dortige Standard-X-Server, XFree86, auch unter Windows verfügbar ist. Um die portierten XFree86-Pakete zum Laufen zu bringen, muss auch die Cygwin-Umgebung installiert werden, die portierte Versionen der wichtigsten GNU-Tools und -Libraries enthält. Deren Installation ist ohnehin sinnvoll, da mit Cygwin unter anderem die Bash, ssh und andere nützliche Anwendungen wie wget und lynx Einzug in die Fensterwelt halten.

Um Cygwin und XFree86 unter Windows zu installieren, ist es am einfachsten, den Installations-Link auf der Red-Hat-Web-Seite http://cygwin.com/setup.exe zu verwenden. Dahinter versteckt sich ein Windows-typisches Installationsprogramm, über das sich alle Cygwin-Programmteile und auch der X-Server installieren lassen.

Abbildung 1

Abbildung 1: Die Installation von Cygwin und XFree86 läuft Windows-üblich ab

Ist die Software installiert, lässt sich über einen neuen Startmenü-Eintrag die Bash-Shell starten; von hier aus kann - wie unter Linux gewohnt - über den Befehl startx der X-Server gestartet werden. Eventuell ist das XFree86-Verzeichnis /usr/X11R6/bin nicht in den Pfad eingetragen, was aber wie üblich durch Anpassen der Variable PATH geändert werden kann. Im Home-Verzeichnis kann auch die Datei .bashrc angelegt werden - sie wird beim Bash-Start ausgeführt.

Die gesamte X-Sitzung läuft in einem separaten Fenster (siehe Abbildung 2) - so bleiben X-Anwendungen strikt von Windows-Fenstern getrennt. Die Größe des X-Fensters kann übrigens (ähnlich wie beim Start eines zweiten X-Servers unter Linux, der im Fenster läuft; Xnest) angepasst werden.

Abbildung 2

Abbildung 2: Die komplette X-Window-Sitzung läuft bei XFree86 in einem eigenen Fenster

Die Zwischenablagen von XFree86 und Windows sind getrennt: Ein systemübergreifendes Copy & Paste ist hier also nicht möglich. Wer darauf Wert legt, muss zu einer der weiter unten besprochenen kommerziellen X-Server-Varianten greifen, die auch unter anderen Gesichtspunkten bessere Integration in die Windows-Umgebung bieten. Auch wenn Sie den eigentlichen Hauptbestandteil von XFree86, den X-Server, nicht verwenden wollen, sind die restlichen Bestandteile interessant. Zum Einen wird die Arbeit mit einem Windows-Rechner deutlich angenehmer, wenn die aus der Unix-Welt bekannten Kommandozeilen-Tools und eine Shell, die diesen Namen verdient, installiert sind - zum Anderen enthält XFree86 viele nützliche X-Applikationen, die dann (mit einem beliebigen X-Server) nativ auf dem Windows-Rechner ausgeführt werden können.

XFree86 bietet Software-seitig GLX-Unterstützung: Einfache Programme, die 3D-Routinen verwenden, können somit ausgeführt werden, zum Beispiel läuft das Benchmark-Programm glxgears. Für Programme, die 3D-Hardware-Beschleunigung benötigten (etwa tuxracer) reicht die Leistung aber nicht - dabei hilft auch eine von Windows unterstützte 3D-Grafikkarte nicht.

Angenehm ist, dass XFree86 Scrollräder unterstützt, wenn diese unter Windows funktionieren. Bei VNC, einer alternativen Lösung, mit der sich X-Anwendungen auf den Windows-Desktop holen lassen, ist dies nicht der Fall.

Das xterm aus dem XFree86-Paket kann noch für einen anderen Zweck benutzt werden: Wenn man seine Ausgabe über "-display …" an den Linux-Rechner schickt, hat man dort ein Terminal-Fenster, aus dem heraus sich der Windows-Rechner steuern lässt. Bei Bedarf kann darin sogar eine Windows-Shell (command.com oder cmd.exe) gestartet werden.

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