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Mehr Mail braucht kein Mensch

Sylpheed - schnell und extrem konfigurierbar

01.11.2002 Sylpheed ist ein schneller und flexibler Mail-Client, der Ihnen hilft,auch grße Mengen elektronischer Post zu bewältigen.

Mail-Programme gibt es wie Sand am Meer. Eine Suche bei Freshmeat [1] bringt unzählige Ergebnisse. Neben den Schwergewichten Kmail [2] oder Evolution [3] gibt es ein Programm mit grafischer Oberfläche, das alles kann, was Ottonormalnutzer braucht. Es heißt Sylpheed.

Sylpheed ist ein E-Mail-Programm und News Reader, der auf GTK+ basiert und hauptsächlich auf Geschwindigkeit ausgelegt ist. Das Aussehen ähnelt dem der meisten Mail-Programme, so dass Sie sich schnell zurecht finden dürften. Unterstützt wird unter anderem:

  • Mehrere Benutzerkonten
  • Anzeige von Threads
  • Filtern von Nachrichten
  • Attachments
  • Unterstützung von SSL/TLSv1 für POP3, SMTP, IMAP4rev1, NNTP
  • X-Face
  • Benutzerdefinierte Kopfzeilen
  • Unterstützung für mehrere MH Verzeichnisse
  • Mbox-Import/-Export
  • Automatisches Überprüfen der Mail
  • Vernünftiges Umbrechen von langen Zeilen
  • Anklickbare Links
  • XML-basiertes Adressbuch

Installation

Als Erstes müssen Sie sich das Programm besorgen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Version 0.8.3 aktuell. Sie finden sie auf der Heft-CD oder auf der Homepage von Sylpheed [4]. Wenn es für ihre Distribution kein kompiliertes Paket gibt, dann entpacken Sie das Archiv in ein Verzeichnis ihrer Wahl und wechseln mit cd hinein.

Voraussetzung für die Installation ist der GCC-Compiler, GTK+ 1.2.6 oder neuer und ein Unix-basiertes Betriebssystem. Normalerweise brauchen sie keine Optionen für den Aufruf von configure. Möchten Sie auch den GnuPG [5] oder OpenSSL [6] verwenden, benutzen Sie folgenden Aufruf:

./configure --enable-gpgme --enable-ssl && make
su
make install

Kasten 1: Benutzung von GnuPG

An dieser Stelle soll nur eine kurze Einführung folgen, ausführlicher können Sie sich unter [7] und [8] informieren. Der Aufruf von gpg --version zeigt Ihnen in der ersten Zeile die installierte Version an, wenn sie unter 1.0.6 liegt, führen Sie ein Update durch, weil ältere Versionen Fehler beinhalten. Erhielten Sie eine Fehlermeldung weil GnuPG nicht installiert ist, laden Sie die Pakete für ihre Distribution von einem der üblichen Server herunter oder kompilieren Sie aus den Quellen.

Durch den folgenden Aufruf auf der Kommandozeile wird ein neues Schlüsselpaar erzeugt:

gpg --gen-key

Als Erstes wird man nach dem zu verwendenden Algorithmen gefragt. Nehmen sie einfach den Default-Wert (DSA/ ElGamal). Anschließend fragt die Software nach der Schlüssellänge. Je länger ein Schlüssel, desto sicherer ist er, desto länger dauern aber Operationen mit ihm.

GnuPG fragt ab einer Schlüssellänge von mehr als 1536 Bits, ob ein so großer Schlüssel wirklich nötig sei, teilweise werden jedoch mindestens 2048 Bits empfohlen. Für DSA ist 1024 Bits Standard. Dann wird nach Namen, Kommentar und E-Mail Adresse gefragt. Anhand dieser Angaben wird der Schlüssel identifiziert. Die Angaben können später noch geändert oder ergänzt werden.

Wählen Sie eine länger gültige E-Mail Adresse, dann ersparen Sie sich und Ihren Briefpartnern Schwierigkeiten mit ungültigen Schlüsselpaaren und seinem Widerruf.

Als letztes wird nach dem Mantra gefragt, mit dem der private Schlüssel gesichert werden soll. Verwenden Sie ein gutes Mantra. Ein gutes Mantra ist

  • nicht zu kurz,
  • enthält Sonderzeichen,
  • ist kein Name und
  • nicht mit Kenntnis des Benutzers leicht zu erraten (wie Telefonnummer, Nummer des Bankkontos, Name und Anzahl der Kinder, Haustiere)

Durch willkürlich eingestreute Groß- und Kleinschreibung sowie Leerzeichen können Sie weitere Sicherheit erhalten. Außerdem müssen Sie es sich gut merken können, da der geheime Schlüssel ohne Mantra wertlos ist. Es ist eine gute Idee mit gleich ein Rückrufzertifikat zu erstellen und es an einem sicheren Ort zu verstauen.

gpg --output revoke.asc --gen-revoke mykey

Wobei mykey entweder die Schlüssel-ID Ihres ersten Schlüsselpaares oder irgendein Teil einer dazugehörigen Benutzer-ID ist. Die erzeugte Widerrufurkunde wird in die Datei revoke.asc, bzw., wenn man die Option --output weglässt, auf die Standard-Ausgabe geschrieben.

Abbildung 1: So präsentiert sich Sylpheed beim ersten Start.

Konfiguration

Nach dem Aufruf von sylpheed & in einer Terminal-Emulation begrüßt Sie Sylpheed mit der Frage nach dem Ort der Mailbox. Es handelt sich dabei um ein Verzeichnis, das in Ihrem Home-Verzeichnis angelegt wird, wenn es noch nicht vorhanden ist. Achten Sie also darauf, dass schon vorhandene Dateien nicht überschrieben werden. Sind Sie sicher, dass nicht schief gehen kann, übernehmen Sie den Vorschlag.

Dann richten Sie die Accounts ein. Wenn Sie mehrere Accounts verwenden wollen, sollten Sie hier einen aussagekräftigen Namen wie den Namen des Providers verwenden und einen zu ihrem Standard-Account machen.

Füllen Sie dann die Felder Persönliche Informationen und Serverdaten aus. Die meisten Nutzer wählen als Protokoll POP aus dem Menü aus. Als Server zum Empfangen und SMTP-Server tragen Sie die Daten ihres Providers ein. Bei einigen Providern (beispielsweise GMX) müssen Sie darauf achten, dass die Benutzer ID anders als gewöhnlich aus der gesamten E-Mail-Adresse besteht.

Wenn Sie die nächste Lasche anklicken, müssen Sie sich entscheiden, ob und wann Nachrichten durch Sylpheed vom Server gelöscht werden sollen. Eventuell sollten Sie noch die Option Lade alle Nachrichten vom Server herunter aktivieren. Diese Entscheidungen hängen davon ab, ob Sie noch mit anderen Programmen unter anderen Betriebssystemen nach Ihrer Post gucken oder zeitweise Webinterfaces benutzen.

Die übrigen Voreinstellungen können Sie getrost ersteinmal übernehmen. Einstellungen unter Privat und SSL können Sie nur vornehmen, wenn Unterstützung für GnuPG und OpenSSL einkompiliert wurden. Informationen, welche Plugins installiert sind, erhalten Sie unter Hilfe/Über.

Abbildung 2: Schriften zu klein, Links funktionieren nicht? Verändern Sie die allgemeinen Einstellungen.

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LinuxUser 06/2012

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