Tests für noch mehr Benutzerfreundlichkeit, Sicherheitslücken im Konqueror und viele neue Programme sorgen dafür, dass es weder Ihnen noch den KDE-Entwicklern im November langweilig wird.

Usability-Check

"Wie benutzerfreundlich ist eigentlich KDE?" – diese Frage wollte Sebastien Biot genau beantworten und hat deshalb KDE 3.0 einem großen Usability-Test unterzogen. Was genau er im Einzelnen getestet hat und ob KDE seinen Ansprüchen genügt, können Sie ausführlich unter http://www.viralata.net/kde_usability/001_01.html nachlesen (siehe Abbildung 1). Das haben übrigens auch die KDE-Developer gemacht und Biot versprochen, einige der angesprochenen Mankos zu beheben. Beispielsweise hat Ryan Cumming auf der KDE-Usability-Mailingliste bereits angekündigt, künftig mehr Tool-Tipps zu verwenden.

Abbildung 2: Immer den richtigen Songtext

Sing-a-long

über Nachwuchs freut sich Noatuns-Plugin-Familie. Im Multimediapaket der 3.1-Reihe wird künftig ein Lyrik-Plugin mit von der Partie sein. Dieses versorgt Sie mit Liedtexten der gerade dudelnden Songs Ihrer Playliste – gesetzt den Fall, das Plugin findet die Songtexte in einer der einschlägigen Web-Datenbanken. Die stellen Sie ganz komfortabel per Mausklick unter Configure Noatun/Lyrics ein. Bei einem Treffer können Sie sich über Texte (wie in Abbildung 2) freuen. Wer nicht bis zum Release von KDE 3.1 warten möchte, kann sich den aktuellen Source-Code unter http://web.pertus.com.pl/~lyrik/lyrik-0.1.tar.gz herunterladen.

Abbildung 2: Immer den richtigen Songtext

Sicherheitslücken

Im Konqueror wurden leider zwei weitere Sicherheitslücken entdeckt. Das erste Problem betrifft einen Bug bei der Cookie-Verwaltung. Wer schon auf KDE 3.0.3 upgedatet hat, muss sich keine Sorgen machen. Denn in diesem Release wurde das Loch bereits gestopft. Alle anderen sollten dringend ihre Installation updaten. Das zweite Sicherheitsproblem war sogar Thema auf der Security-Mailingliste BugTraq. Wie die Experten herausfanden, gibt es ein Problem bei der seitenübergreifenden Unterstützung von Skripten im Konqueror. Aber keine Bange: Patchund ein neues kdelibs-Paket stehen schon bereit. Den Patch finden Sie unter ftp://ftp.kde.org/pub/kde/security_patches, die gefixten KDE-Bibliotheken gibt's unter http://download.kde.org/stable/3.0.3/src/kdelibs-3.0.3a.tar.bz2.

Rekordverdächtig

In einem wahren Programmierrausch befinden sich derzeit die Entwickler des HTML-Editors Quanta. Dank der großen Menge neuen Codes innerhalb der letzten Monate, darf sich die KDE-Gemeinde mittlerweile über das zweite Preview Release 2 der kommenden Quanta Plus Version 3 freuen. Das neue Release wurde an KDE 3.0 angepasst und durch eine Vielzahl von Funktionen erweitert. Neben einem verbesserten Syntax-Highlighting für HTML und PHP, haben die Entwickler die Baumansicht für andere Skript-Sprachen vorbereitet. Derzeit unterstützt Quanta zwar lediglich PHP – das funktioniert aber perfekt, wie Abbildung 3 zeigt. Die aktuelle Version kommt zudem endlich auch mit einem ausführlichen Handbuch daher, sodass bei der Nutzung dieses Tools kaum noch Fragen offen bleiben dürften.

Abbildung 3: Ein perfekter PHP-Baum

Die weiteren Ankündigungen der Programmierer lassen hoffen. Danach soll die Applikation zu einem universellen Werkzeug für Entwickler werden. Zukünftige Versionen von Quanta Plus sollen neben der Erstellung von HTML-Seiten eine noch komfortablere Arbeit mit XHTML, XML/XSLT oder gar DocBook ermöglichen. Bereits jetzt ist die Anwendung für eine Zusammenarbeit mit DTDs und anderen Formaten vorbereitet.

Wer sich über den Fortgang des Projektes informieren möchte oder selbst mitentwickeln will, findet die aktuellen Wasserstandsmeldungen und TODO-Listen unter http://quanta.sourceforge.net/todo/display.main.php. Den Release-Kandidaten können Sie unter http://sourceforge.net/project/showfiles.php?group_id=4113 herunterladen.

Wege aus der Outlook-Falle

Geht es nach Kalle Dalheimer & Co. gehören das Fluchen und Schimpfen über die so genannte Groupware-Lösung Outlook bald der Vergangenheit an. In einem öffentlichen "Call to Code" hat Kalle bekannt gegeben, dass seine Firma gemeinsam mit anderen eine Ausschreibung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gewonnen hat. Mit dem daraus entstandenen Projekt Kroupware wollen sie einen freien Groupware-Server mit Clients erstellen. Auf dem Server sollen dabei unter anderem OpenLDAP, Cyrus IMAP und Postfix zum Einsatz kommen. Der KDE-Client wird sich aus KMail, KOrganizer und anderen Komponenten zusammensetzen.

Das Projekt steht laut Ankündigung allen interessierten Entwicklern und Testern offen. Allerdings gibt es einen festen Termin bis zur Fertigstellung, der es den Entwicklern verbietet, in herkömmlicher Art und Weise Änderungen in KDE einzubringen. Die Firmen wollen daher eigene Varianten der KDE-Komponenten erstellen. Erst nach der Veröffentlichung von KDE 3.1 und Fertigstellung von Kroupware wird eine Integration der Kroupware-Linie in das offizielle KDE möglich sein. Mehr Informationen sowie die Möglichkeit, sich auf der Kroupware-Mailingliste einzutragen, finden Sie unter http://kroupware.kde.org. Die Ankündigung im Wortlaut können Sie unter http://www.linuxandmain.com/modules.php?name=News&file=article&sid=212 nachlesen.

KOffice 1.2

Nach der ein oder anderen Beta-Version haben die KOffice-Entwickler nun endgültig eine neue stabile Variante der KDE-Office-Suite veröffentlicht. Eine der wohl wichtigsten Neuerungen ist die neue Applikation KThesaurus (Abbildung 4). KThesaurus, ein englischer Thesaurus auf Basis von WordNet, können Sie übrigens auch unabhängig von der Office-Suite benutzen. Eine weitere Neuerung von KOffice stellt die Word-completion-Funktionalität in KWord und KPresenter dar. Ferner beherrscht KWord ab sofort Fußnoten und vermag dank einer Datenbank-Anbindung auch Serienbriefe zu verschicken. Die aktuelle Version kann ab sofort vom Server des Projektes im Quellcode oder als bereits kompiliertes Paket für Conectiva Linux, Mandrake Linux, Slackware Linux, SuSE Linux und Turbolinux heruntergeladen werden. Links zu den entsprechenden Paketen gibt's unter http://www.koffice.org/announcements/announce-1.2.phtml.

Abbildung 4: KThesaurus: Derzeit leider noch ausschließlich in englisch

New Look

Ein neues Outfit erhält demnächst artists.kde.org, die Homepage der KDE-Grafiker und -Künstler. So richtig einig ist man sich noch nicht über das Design, aber unter http://www.appel-systems.de/jay/luciash1.jpg, http://www.appel-systems.de/jay/luciash2.jpg und http://www.appel-systems.de/jay/luciashgrey.jpg können Sie schon mal vorab die ersten Vorschläge für das neue Design bewundern.

Glossar

Patch

Wörtlich aus dem Englischen übersetzt heißt Patch "Flicken". Man bezeichnet damit kleine Software-Pakete, mit denen Entwickler Fehler oder Ungereimtheiten in ihren Produkten beseitigen. Da sie im Vergleich zum Original nur wenige Funktionen enthalten, sind sie viel kleiner. Es werden lediglich Funktionen und Dateien ausgetauscht.

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