Jo´s alternativer Desktop: xmtoolbar

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Ihr Desktop verfügt über kein oder lediglich ein Startmenü für Applikationen, doch Sie hätten gern mehrere davon? Dann werfen Sie doch einen Blick auf xmtoolbar!

deskTOPia

Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.

Das in der letzten deskTOPia-Ausgabe [1] vorgestellte Unix Desktop Environment mag ja ganz nett sein, doch so Manchem fehlen all die vielen kleinen Anwendungen, die bei den großen Desktop-Umgebungen automatisch gestartet werden. Dass diese unnötige Systemressourcen kosten, wenn sie nicht benutzt werden, steht auf einem anderen Blatt. Doch wer entsprechende Funktionalität wünscht, kann auch weniger allumfassende Desktops um passende Tools (und kein unnötiges zuviel) bereichern: Man lädt sie einfach automatisch beim Start der grafischen Oberfläche hinzu.

Nachhilfe

Nehmen wir einmal an, Ihr auserkorener Window Manager stellt lediglich ein Startmenü zur Verfügung, Sie aber bevorzugen stets verfügbare Buttons auf Ihrem Desktop. Eine etwas betagte, aber dennoch gut einsetzbare Lösung des Problems bietet der Programmstarter xmtoolbar.

Das von Thomas Zwettler einst lediglich als Programmierübung geschriebene und seit Sommer 1996 unveränderte Tool basiert auf Motif, einem aufgrund seiner kommerziellen Herkunft lange verpönten GUI-Toolkit, das unter Linux nie richtig Fuß fassen konnte. Aber da einige Linuxer dennoch nicht auf sämtliche Motif benutzenden Anwendungen verzichten wollten, entwickelten sie den freien Motif-Klon lesstif.

Leider verlangt xmtoolbar weiterhin nach dem Original. Von daher nützt den meisten Anwendern der verfügbare Sourcecode wenig. Wer xmtoolbar benutzen möchte, sorgt in der Regel dafür, dass ein statisch gelinktes Binary sein Plätzchen auf den heimischen Speichermedien findet: Bei einem solchen sind sämtliche Toolkit-Funktionen in der Programmdatei fest einkompiliert.

Montage

Die Installation desselben ist denkbar einfach: Unter http://www.x.org/contrib/desktop_managers/ sowie auf der beiliegenden Heft-CD findet sich die Datei xmtoolbar-1.2-full-static.gz, die einfach dekomprimiert wird. Die entpackte Datei kopieren Sie an einen im Suchpfad befindlichen Ort und versehen sie mit den Rechten einer ausführbaren Datei:

gunzip xmtoolbar-1.2-full-static.gz
mv xmtoolbar-1.2-full-static /usr/local/bin/xmtoolbar
chmod 755 /usr/local/bin/xmtoolbar

Ihr erster Kontakt mit xmtoolbar wird etwas nüchtern verlaufen: Starten Sie diese Button-Leiste über den Befehl xmtoolbar & das erste Mal, so beschwert sie sich zunächst über ein fehlendes Icon und fordert Sie auf, den OK-Button zu drücken, um ein Standard-Icon im xpm-Format zu benennen (Abbildung 1). Nur dann kann überhaupt etwas angezeigt werden: Bei xmtoolbar handelt es sich um eine reine Icon-Leiste, die Text maximal als Ballon-Hilfe, nicht aber in den Buttons selber anzuzeigen vermag. Alle von xmtoolbar verwendeten Icons müssen im xpm-Format vorliegen. Eine einheitliche Größe ist aus technischer Sicht nicht erforderlich, aber aus optischer. Einen weiteren Punkt sollten Sie beachten: Grafiken mit transparenten Flächen werden zwar angezeigt, doch der durchsichtige Teil erscheint stets ganz in Schwarz. Dies lässt sich beheben, indem Sie ihn mit Babygimp [2] oder ähnlichen Tools beispielsweise in einen netten Farbverlauf umändern.

Abbildung 1: Beim ersten Start fehlt noch was
Abbildung 2: Die Werkzeugleiste in Aktion …
Abbildung 3: … und reduziert auf das Default-Icon

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