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Vierter Anlauf der VMware-Alternative

Es muss nicht immer VMware sein

Die Alternativen

Wie steht Win4Lin nun im Vergleich zu den beiden Alternativen da? Kandidat WINE scheidet für die meisten Anwender aus Gründen der nicht ganz einfachen Nutzung aus: Nicht jede Applikation läuft unter WINE. Daher ist WINE eher als elegante Portierungsbasis für Software-Hersteller interessant, die ihre Produkte ohne großen Aufwand auch für Linux anbieten möchten. Der Hardware-Emulator VMware bietet gleichermaßen Vor- und Nachteile. Mit VMware kann man zwar mehrere PCs simulieren und verfügt außerdem über die breiteste Palette unterstützter Gastsysteme, benötigt aber deutlich bessere Rechnerausstattung. Zwar konnte VMware in der Vergangenheit gegenüber Win4Lin noch mit einer einfacheren Installation punkten, doch dieser Vorteil ist mit der neuen Version dahingeschmolzen. Außerdem ist Win4Lin 4.0 deutlich preiswerter und performanter. Unter dem Strich können die Texaner VMware in vielen Bereichen ein- und sogar deutlich überholen. Alternativlos bleibt VMware allerdings, wenn es eine Windows-Version aus der NT-Linie (4.0, 2000, XP) sein soll: Diese Systeme lassen sich mit Win4Lin nicht nutzen.

Fazit

Win4Lin 4.0 fällt im Test durchgängig positiv auf. Gegenüber früheren Versionen ist die Installation einfacher geworden, und die Geschwindigkeit von Programmen in der Windows-Umgebung ist hoch. Es bleibt die Frage, wer sich die Software zulegen sollte. Mit etwa 120 Euro ist Win4Lin zwar deutlich billiger als VMware, erscheint für Gelegenheitsnutzer aber wohl noch immer zu hoch. Der Preis für eine gültige Windows-Lizenz ist in jedem Fall hinzuzurechnen. Spielernaturen scheiden als Käufer ohnehin aus, da der Hersteller explizit von einer Nutzung für Spiele abrät.

Abbildung 3: Die meisten Standard-Anwendungen lassen sich unter Win4Lin ohne Schwierigkeiten und sogar in annehmbarer Geschwindigkeit nutzen

So empfiehlt sich der Einsatz von Win4Lin am ehesten für Entwickler oder sonstige professionelle Nutzer, die auf eine parallele Verfügbarkeit von Linux- und Windows-Programmen angewiesen sind. Wer in erster Linie Microsoft Office unter Linux herbeisehnt, aber nicht mit CrossOver Office / WINE experimentieren möchte, findet hier teure, aber schnelle Hilfe: MS Office läuft unter Win4Lin ohne Einschränkungen.

Infos

Hersteller Netraverse, http://www.netraverse.com
Preis 120-130 Euro (CD-ROM plus Installationsanleitung)
Voraussetzung x86-CPU, Kernel-2.4-basierte Distribution
Bezugsquellen http://www.ixsoft.de/, http://www.linuxland.de/
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LinuxUser 06/2012

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