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Bücher

01.11.2002

Linux als Windows-Server

Andreas Roscher legte bereits vor knapp zwei Jahren mit der dritten Auflage von "Linux als Windows-Server" ein Buch vor, das heute nicht viel von seinem Wert eingebüßt hat. Es richtet sich an den angehenden Administrator eines Heimnetzwerkes oder an die IT-Fachkraft in einem kleinen oder mittleren Betrieb und behandelt neben Netzwerkeinrichtung auch Grundlagen des Datenaustausches und der Remote-Administration sowie der geteilten Ressourcennutzung.

Der CD liegt eine Debian-Distribution bei, die auf der Version 2.1 aufbaut. Das entspricht sicher nicht mehr dem aktuellen Stand (Version 3.0 ist aktuell als stable gekennzeichnet), aber mit etwas Geschick und einem dist-upgrade lässt sich daraus leicht etwas Neueres machen.

Roscher selber betont, dass der Inhalt des Buches nicht die allerletzten Features brandaktueller Software behandelt, sondern die Grundlagen, die notwendig sind, um Rechner verschiedener Systeme zu vernetzen. Dabei wählt Roscher wann immer möglich den einfachen Weg mit Hilfe der im System vorhandenen Werkzeuge. So lassen sich die Kochrezepte eben mit leichten Anpassungen nicht nur auf andere Distributionen übertragen, sondern auch auf den aktuellen Stand der Entwicklung heben.

Was ist nun Thema? Linux als Internet-Gateway und als File-Server sind eine Selbstverständlichkeit. Hier beschreibt Roscher nicht nur die Konfiguration der Software, sondern gibt auch wertvolle Ratschläge zur Hardware. Behandelt wird die Anbindung von Windows 98, 2000 und sogar 3.11. OS/2 und DOS finden ebenfalls Erwähnung, wenn auch nur am Rande.

Linux als Linux-Client nimmt einen weiteren Teil des Buches ein, denn vielleicht möchte man ja gleich ganz migrieren.

Generell sind die vorgestellten Window Manager und Linux-Programme naturgemäß ein wenig veraltet. Allerdings kann ein FTP-Client unter Windows immer noch auf die gleiche Weise eingerichtet werden. Die Beschreibung der Konfiguration unter Linux stammt aus einer Zeit, als vieles noch per Hand gemacht werden musste. Hier gibt es also wieder Grundlagen gratis.

Das Buch bietet einen verlässlichen Überblick über die Themen, die auf einen Administrator bei der Vernetzung zukommen. Von dieser Quelle ausgehend, kann über die Dokumentation im Internet leicht ein Problem mit aktuellen Programmversionen behoben werden.

Infos

 
roscher.png
Autor Andreas Roscher
Titel Linux als Windows-Server
Preis 40,39 Euro
ISBN 3-932588-53-3
Web http://www.dpunkt.de

Einführung in Python

python.png

Eine Scheibe SPAM gefällig? Für einen eingefleischten Pythonier kein Problem:

>>> m="SPAM"
>>> print m[0:1]
S
>>>

Was hier demonstriert wurde, heißt sinnigerweise "Slicing", also auf Deutsch "in Scheiben schneiden". Python ist eine einfach zu erlernende, flexible Skriptsprache, die sich seit zirka anderthalb Jahren anschickt, die Welt der freien Software zu erobern. Das Buch "Einführung in Python" von Mark Lutz und David Ascher aus dem O'Reilly-Verlag begleitet den Anwender bei den ersten Schritten in die Welt von Dosenfleisch und Klassenhierarchien.

Der Name der Sprache leitet sich tatsächlich von der englischen Comedy-Truppe "Monty Python" ab (http://www.python.org/cgi-bin/faqw.py?req=show&file=faq01.002.htp). Guido von Rossum, der Entwickler der Skriptsprache, ist ein eingefleischter Fan des britischen Anarcho-Humors, und so trifft der Leser auch in der Einführung von Lutz und Ascher auf zahlreiche Worte und Sätze, die sich an Filme und Sketche von Cleese & Co. anlehnen.

Python genießt gegenüber Perl per Definition den Vorzug, leserlicher zu sein, da die Einrückung darüber entscheidet, ob eine Zeile zu einer Schleife, Funktion oder Klasse gehört. Variablen entstehen durch Zuweisung und brauchen keine Typendeklaration. Es gibt mächtige eingebaute Methoden, zahlreiche Module und eine rege Entwicklergemeinde.

Das Buch setzt auf der Version 1.5 auf, die mittlerweile schon zum alten Eisen gehört. Da sich der Einsteiger aber sicher nicht gleich bis in die Tiefen der objektorientierten Programmierung begibt, tut das dem Wert des Buches keinen Abbruch. Hier stehen die Grundlagen im Vordergrund, es wird gezeigt, was mit den eingebauten Methoden und den elementaren Modulen möglich ist. Der Anwender soll ein Gefühl für die Sprache bekommen.

Die Kapitel sind in einen erläuternden Teil und einen abschließenden Block mit Übungsaufgaben eingeteilt. Letztere sind anspruchsvoll und ermöglichen wirklich eine Vertiefung des erlernten Stoffes. Mogeln ist jedoch ausdrücklich erlaubt.

Die Möglichkeiten von Python sind ebenso umfangreich wie die von anderen etablierten Skriptsprachen - dabei wird natürlich auch Internet- und Systemprogrammierung abgedeckt. Aber auch einfache Skripte für die Adminstration lassen sich so schnell zusammen schreiben. Zahlreiche Beispiele sind im Buch zu finden.

Infos

Autor Mark Lutz/David Ascher
Titel Einführung in Python
Preis 36 Euro
ISBN 3-89721-129-7
Web http://www.oreilly.de
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