Für die großen Distributoren sind drahtlose Netzwerke offenbar inexistent, niemand bietet derzeit Konfigurationsprogramme zur Einrichtung oder erkennt sie während der Installation.
Auch die Treiberbasis ist eher kläglich als gut, so beschränkt sich zum Beispiel SuSE auf die PCMCIA Card Services ([1]) und die im Kernel 2.4.18 enthaltenen PCMCIA-Karten und PC-Cards. Doch gerade mit den weit verbreiteten Prism-2.5- und Prism-3-Chipsätzen funktionieren die Treiber nicht, auch 3Com-Karten benötigen meist neuere Treiber. Für aktuelle Karten steht daher meist eine Treibersafari quer durch das System an.
Treiber für 3Com X-Jack
Die Poldhu-Chips, die unter anderem in der 3Com-X-Jack-Karte eingesetzt werden, benötigen einen separaten Treiber von [2], der allerdings nur unter neuen 2.4er Kernels funktioniert. Wie auch bei den Next-Generation-Modulen müssen die Quellen Ihres aktuell laufenden Kernels installiert sein, die Quellen der PCMCIA Card Services brauchen Sie hingegen nicht.
Nach dem Auspacken des Pakets rufen Sie das Programm ./Configure (ausnahmsweise mit großem C) auf. Dort werden die Verzeichnisse des Kernels und der Module abgefragt, sowie das Konfigurationsverzeichnis der PCMCIA Card Services. Sie können fast immer die Voreinstellungen übernehmen. Der Aufruf von make all und make install kompiliert die Quellen, legt die fertigen Module an den vorgesehenen Stellen ab und kopiert die Konfigurationsdatei poldhu.conf nach /etc/pcmcia.
3Com-Konfiguration
Die Einrichtung der Karte erfolgt wie auch bei Treibern aus den PCMCIA Card Services über die Datei /etc/pcmcia/wireless.opts. Sie enthält Werte-Zuweisungen an verschiedene Variablen der Art Variable=Wert oder Variable="Wert" und wird geladen, sobald die Karte eingeschoben wird.
Für die Ansteuerung mehrerer Karten gibt es die Möglichkeit, einen Konfigurationsblock anhand der Hardware-Adresse (MAC-Adresse) einer Wireless-LAN-Karte oder Teilen davon auf eine bestimmte Karte oder eine Modellreihe einzugrenzen. Die Hardware-Adresse (der Befehl ifconfig listet sie unter anderem hexadezimal auf) ist eine 6 Byte lange Kennung. Die ersten drei bis vier Bytes reichen meist, um Hersteller und Baureihe festzulegen.
Als Beispiel nehmen wir die Hardware-Adresse 00:04:DB:A5:72:E0, wobei uns die ersten drei Bytes (also 00:04:DB) als Identifikation ausreichen. Der Konfigurationsblock für eine Karte beginnt in der /etc/pcmcia/wireless.opts mit dem Eintrag "@L: *,@L: *,@L: *,@L: *)" und endet bei der Zeile mit dem Doppel-Semikolon ";;". Kopieren Sie diesen Block direkt unterhalb der Zeile mit Doppel-Semikolon und bearbeiten Sie den oberen Block: Die vier durch Komma getrennten Sterne "passen" auf alle Hardware-Adressen aller Karten, der Block wird also für jede einzelne Karte ausgeführt - es sei denn, es wurde vorher ein anderer Block abgearbeitet. Deshalb ändern Sie den Anfang des oberen Blocks in "@L: *,@L: *,@L: *,00:04:DB@L: *)", wobei die Buchstaben der Hexadezimalschreibweise unbedingt Großbuchstaben sein müssen.
Der obere Block wird nun für alle Karten ausgeführt, die mit der Hardware-Adresse 00:04:DB anfangen. Es wird aber nur maximal ein Block abgearbeitet, der zweite Block kommt also nur bei anderen Hardware-Adressen zum Zuge, quasi als Standardkonfiguration. Innerhalb der Blöcke werden nun die verschiedenen Variablen gesetzt.
ESSID enthält den Namen Ihres drahtlosen Netzes - diesen sollten Sie mit Bedacht wählen, da alle Wireless-Geräte mit der gleichen (E)SSID zu einem gemeinsamen Netz gehören. Sinnvoll ist beispielsweise die eigene Telefonnummer oder ein Namensteil.
Mittels MODE wählen Sie die Betriebsart aus: Bei "Ad-Hoc" ist es ein Netz ohne Access Point mit direkter Vermittlung, bei "Managed" buchen sich alle Teilnehmer beim Access Point ein und benutzen ihn als Verteiler (ähnlich einem Netzwerk-Switch).
In der Variable FREQ könnten Sie die Frequenz Ihres Kanals eingeben, was aber sehr umständlich ist - benutzen Sie besser CHANNEL und wählen einen Kanal von 1 bis 14.
In der Variable KEY tragen Sie den Schlüssel für die WEP-Verschlüsselung ein, und zwar hexadezimal in der Form "0102-0304-0506-0708-090a-0b0c-0d". Für 128-Bit-Verschlüsselung müssen auf diese Weise 13 Bytes eingetragen werden - die "fehlenden" drei Bytes werden für den "Initialization Vector" (IV) bei jedem gesendeten Paket verwendet, der Schlüssel ist damit nur 104 Byte lang.



