Software

Nftp - FTP-Client für alle Systeme

Obwohl das FTP-Protokoll von der Mehrheit der Internet-Nutzer kaum verwendet wird, ist es dennoch die einfachste und schnellste Möglichkeit, größere Datenmengen durch das Internet zu bewegen. Deshalb sollte ein leistungsfähiges FTP-Programm auf keinem Betriebssystem fehlen. Mit NFTP (http://www.ayukov.com/nftp) existiert ein Programm, das auf acht verschiedenen Plattformen und vier Prozessoren heimisch ist - unter anderem auch auf Exoten wie BeOS oder OS/2.

Auf den ersten Blick wirkt NFTP etwas spartanisch: Im Gegensatz zu manch anderen FTP-Programmen besitzt es keine grafische, sondern nur eine textbasierte Oberfläche, die an den Midnight Commander erinnert. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase findet man sich aber im Programm gut zurecht und kann sich ganz den besonderen Highlights widmen. Eines ist der Aufruf der Suchmaschine FTPSearch direkt aus dem Programm heraus. Aus den Ergebnissen können Sie anschließend eine Datei auswählen und sofort herunterladen. Möchten Sie NFTP durch den Download nicht blockieren, besteht die Möglichkeit, den Auftrag an ein anderes Programm, zum Beispiel wget zu übertragen. Ein weiteres interessantes Feature ist die Option, komplette Verzeichnishierarchien herunterzuladen und dabei die Struktur zu erhalten. Dank der dem Mignight Commander ähnlichen Oberfläche ist die Navigation in den Verzeichnissen eines FTP-Servers ein Kinderspiel, und die Auswahl der gewünschten Dateien oder Verzeichnisse erfordert lediglich einen Tastendruck.

Übrigens stellen Proxy-Server oder Firewalls für NFTP im Gegensatz zu manch anderem FTP-Client kein Problem dar: Bekannte Proxies wie Squid, Delegate, Wingate oder Netscape Proxy unterstützt NFTP genauso wie alle gängigen Firewall-Systeme. Lediglich Socks-Unterstützung fehlt - dazu muss auf externe Programme wie Dante zurückgegriffen werden.

Ein Wermutstropfen bei aller Funktionalität ist die Tatsache, dass NFTP nicht unter GPL steht, sondern Shareware ist. Nach einer Testperiode von 60 Tagen wird eine Lizenzgebühr von $ 25,- fällig. Dafür erhält der Benutzer einen Registrierschlüssel, der nicht auf ein Betriebssystem beschränkt ist und auch für alle kommenden Versionen seine Gültigkeit behält. Für größere Netzwerke bietet der Entwickler auf seiner Web-Seite günstige Konditionen an.

WMBiff: alle Mails im Blick

Mails sind eine feine Sache und haben in vielen Bereichen die reguläre Korrespondenz schon auf ein Minimum reduziert. Doch sobald Sie mehr als eine E-Mail-Adresse ihr Eigen nennen und diese auch noch rege frequentiert sind, fangen die Probleme an. Schließlich möchte man bei jedem neuen Eingang direkt informiert werden, um die Mail postwendend zu lesen. Wer nicht in regelmäßigen Zyklen seine Adressen von Hand durchsehen möchte, lässt die E-Mail-Konten von WMBiff (http://wmbiff.sourceforge.net) überwachen.

Dieses kleine Programm, das eigentlich als Applet für Window Maker geschrieben wurde, überwacht bis zu fünf Mail-Konten gleichzeitig. Reicht das nicht, kann WMBiff mit verschiedenen Konfigurationsdateien beliebig oft parallel gestartet werden. Einmal gestartet, lässt sich das kleine Applet-Fenster bequem in einer Ecke der Oberfläche verstauen. Jede Zeile im Fenster gibt den Namen und die Anzahl der E-Mails im jeweiligen Konto an. Bei Neuzugängen blinkt die Zeile kurz auf und ändert die Schriftfarbe in signalgelb. So erkennen Sie sofort, auf welchem Konto neue Nachrichten eingingen. Auf Wunsch kann WMBiff auch ein akustisches Signal erzeugen.

Die Intervalle, in denen WMBiff die Mail-Konten abfragt, kann der Benutzer in der Konfigurationsdatei für jedes Konto getrennt definieren. Neben dem Namen des Kontos und den Verbindungsdaten lässt sich dabei auch die Form der Benachrichtigung bei eingehenden Nachrichten festlegen. Vom einfachen Beep bis zur Fanfare oder einem Programmstart ist alles möglich. Außerdem kann der Benutzer bestimmen, welches Programm beim Anklicken eines Kontos starten soll. Hier kann zum Beispiel jeder das Mail-Programm seiner Wahl eintragen oder diese Option ungenutzt lassen, ganz nach Belieben. Neben dem unter Unix weitverbreiteten Mbox-Dateiformat unterstützt WMBiff auch POP3, APOP, IMAP und IMAPS, womit eine Anbindung an alle gängigen Mail-Server gewährleistet ist. Je nach Konfiguration reicht dann ein Klick mit der rechten Maustaste auf das jeweilige Konto, und WMBiff aktiviert ein vorher definiertes Programm, um die Mails herunterzuladen.

Somit bleiben kaum Wünsche offen. Sicherlich ist WMBiff ungeeignet, um 20 oder mehr Mail-Konten zu überwachen. Aber für den normalen Anwender, der lediglich eine Hand voll Konten im Auge behalten muss, ist es eine echte Erleichterung.

Abbildung 2: Fünf Mail-Boxen im Griff mit WMbiff

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Hosts und Netzwerke mit Nmap analysieren
    In "Matrix Reloaded" hackt Trinity mit Nmap das Stromversorgungsnetz, um Neo den Weg zum Architekten der Scheinwelt zu ebnen. Doch der Portscanner eignet sich auch bestens für profanere Zwecke – etwa, um Schwachstellen in heimischen Netz dingfest zu machen.
  • Woher, wohin?
    Radialnet wertet die Scan-Ergebnisse von Nmap aus und visualisiert sie augenfällig. Damit gewinnen Sie Übersicht und entdecken potenzielle Sicherheitsrisiken schnell.
  • Nmap 5.0 mit zahlreichen Verbesserungen und deutlich schneller
    Nmap ist schon seit langer Zeit das Netzwerktool der ersten Wahl, wenn es um die Administration und Analyse von Rechnern im Netz geht. Die neue Version verbessert Nmap nochmals erheblich.
  • Alles sauber?
    Ohne Kenntnis über den Aufbau eines Netzwerks stochern Sie in Sachen Sicherheit im Dunkeln. Mit den in Kali Linux integrierten Werkzeugen gelangen Sie schnell und relativ einfach an die notwendigen Informationen.
  • Den Rechner gegen Angriffe absichern
    In der Zeit der Windows-Würmer fühlen sich Linux-Anwender recht sicher. Jedoch fanden und finden Hacker auch im Linux-Betriebssystem und seinen Anwendungen immer wieder Sicherheitslücken. Wie minimiert man die Chance eines Einbruchs ins eigene System?
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 03/2017: EFFIZIENTES BÜRO

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Probleme mit der Maus
Thomas Roch, 21.02.2017 13:43, 1 Antworten
Nach 20 Jahren Windows habe ich mich zu Linux Ubuntu probeweise durchgerungen!!! Installation - k...
KWin stürzt ab seit Suse Leap 42.2
Wimpy *, 21.02.2017 09:47, 4 Antworten
OpenSuse 42.2 KDE 5.8.3 Framework 5.26.0 QT 5.6.1 Kernel 4.4.46-11-default 64-bit Open-GL 2....
Shell-Befehl zur Installation von Scanner-Treiber
Achim Zerrer, 15.02.2017 12:13, 10 Antworten
Hallo, ich habe Einen Brother Drucker mit Scanner. Nachdem ich mit Hilfe der Community den Druck...
kiwix öffnet ZIM Datei nicht
Adrian Meyer, 13.02.2017 18:23, 1 Antworten
Hi, ich nutze Zim Desktop für mein privates Wiki. Fürs Handy habe ich mir kiwix heruntergelade...
registration
Brain Stuff, 10.02.2017 16:39, 2 Antworten
Hallo, Das Capatcha auf der Registrierungsseite von linux-community ist derartig schlecht gema...