Open-Source-Duell

01.10.2002

Liebe Leserinnen und Leser,

rechtzeitig vor der Wahl des deutschen Bundestags laden wir Sie ein, fernab der üblichen Wahlkampfthemen (Arbeitsmarkt, Flutbewältigung, Arbeitsmarkt, Arbeitsmarkt, …) einen Blick auf die Haltung der zur Zeit im Bundestag vertretenen Parteien zu Open Source zu werfen. Wir haben jeweils die internen Suchmaschinen der Partei-Web-Seiten bemüht und nach "Open Source" gesucht. In alphabetischer Reihenfolge:

Bündnis 90/Die Grünen: "Erfreulich ist aus unserer Sicht weiterhin, dass auf Initiative von Bündnis 90/Die Grünen in den verschiedenen Anträgen das Thema Open Source ausführlich behandelt wird."; "Wir fordern daher die Bundesregierung auf, verstärkt Open-Source-Programme in der Bundesverwaltung einzusetzen. Mit der Umstellung, der Bundestagsserver von Microsoft-Programmen auf das Linux-System ist bereits ein erster, entscheidender Schritt getan. Und auch die Ankündigung des Innenministeriums, zukünftig Linux als Betriebssystem einzusetzen, ist ein Erfolg unserer Politik." (Quelle: http://www.gruene-fraktion.de/rsvgn/rs_dok/0,,7563,00.htm)

CDU: "Zur Förderung von Open-Source-Software sollten öffentliche Stellen nur Software verwenden, deren Quellcode frei zugänglich ist, soweit solche Software verfügbar ist." (Quelle: http://www.cdu.de/presse/archiv-2002/chancen.pdf); "Die Informationsverarbeitung staatlicher Stellen muss an den Schnittstellen zur Öffentlichkeit und gegenüber den Bürgern herstellerneutral ausgestaltet sein. Auch im Interesse der Verbesserung der IT-Sicherheit und der Förderung der Verbreitung von Open-Source-Software sollen öffentliche Stellen in diesem Bereich nur Software verwenden, deren Quellcode frei zugänglich ist." (Quelle: http://www.cdu.de:80/chancen-deutschland/strategie.pdf)

FDP: "Die FDP-Fraktion begrüßt grundsätzlich den Einsatz von Open-Source-Produkten in der Verwaltung. Deshalb haben wir uns auch für den Einsatz von Linux als E-Mail- und Groupware-Server ausgesprochen. Was wir kritisieren, sind Linux-Anwendungen, die sich über die objektiv nachprüfbaren Kriterien Bedienerfreundlichkeit, Stabilität und Kosten hinwegsetzen, um politisch erwünschte Signalwirkungen zu erreichen. Das Betriebssystem des Bundestages ist auf optimale Funktionsfähigkeit angewiesen und eignet sich nicht für ideologische Schaukämpfe." (Quelle: http://www.fdp.de/portal/?presse=1&id=34252)

PDS: "Die PDS setzt sich für Open Source Software und gegen Softwarepatente ein. Die Offenlegung der Quellcodes ermöglicht eine Vergesellschaftung der Programme und damit ihre stetige Verbesserung und Verbreitung. Software ist mit einer gerade entstehenden ganz neuen Sprache vergleichbar, die dadurch reicher, umfassender, stimmiger wird, dass sie viele sprechen und sie variieren, ergänzen. Dort wo eine Software nicht weiterentwickelt wird, kommen Innovationsprozesse zum Stehen. Auch Sicherheitsgründe sprechen für Open Source Software. Die Funktion und Qualität einer Verschlüsselungssoftware etwa ist nur bei Offenlegung der Quellcodes möglich." (Quelle: http://www.linux-community.de/Neues/story?storyid=3617)

SPD: "Die SPD- Bundestagsfraktion setzt bereits seit September 1995 erfolgreich Linux ein." (Quelle: http://www.spdfraktion.de/archiv/linux/); "Open Source sollte überall in der Verwaltung eingesetzt werden, wo damit Kosten gespart werden können." Open Source stellt eine besondere Chance für die europäische Softwarebranche dar. Zum ersten Mal gibt es hier ein Feld, in dem die USA nicht führend ist. Diese Chance muss genutzt werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat bereits 1999 die Fortentwicklung von Open Source Sicherheitskomponenten gefördert." (Quelle: Antrag 14/5246, http://www.spdfraktion.de/archiv/linux/linux.pdf)

Interessant ist auch, welche Web-Server von den Parteien für ihren eigenen Internet-Auftritt verwendet werden. Laut Netcraft (http://www.netcraft.com) arbeiten die Parteien mit folgenden Servern:

Nach dieser Analyse bilden CSU, FDP, PDS und SPD ein Open-Source-Lager, während die CDU mit den Grünen auf kommerzielle Web-Server setzt. Diese Lager scheinen aber nicht koalitionstauglich…

Wireless

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Hans-Georg EßerChefredakteur

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