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OPIE: Grafische Benutzeroberfläche für Linux-PDAs

Termine und Adressen

In der Hauptsache dient ein PDA wohl dazu, Kontakte und Termine zu verwalten. Am einfachsten installieren Sie zu diesem Zweck das Paket task-opie-pim. Es enthält die Programme TODO, Today, einen Terminkalender und das Adressbuch.

Letzteres (Abbildung 2) zeigt nach dem Start alle Adressen alphabetisch sortiert an. Jeder Kontakt lässt sich kategorisieren, so dass man später mit einem Handgriff nur auf Geschäftspartner oder lediglich auf die Mitglieder des Tennisvereins blickt.

Wenn Sie Ihre eigenen Daten eingeben, speichert das Adressbuch sie in Form von vCards. Über Infrarot, E-Mail oder eine Netzwerkverbindung schickt man diese an ein externes Empfangsgerät; dies kann zum Beispiel ein Handy oder ein anderer Organizer sein.

Das Programm Termine (Abbildung 3) dient zum Verwalten von Verabredungen und Deadlines. Den je nach Situation besten Überblick verschaffen verschiedene Wochenübersichten, eine Tages- und eine Monatsübersicht. Zudem kann man Termine kategorisieren, ihnen Orte zuweisen, sie mit Notizen versehen usw.

Abbildung 2: Adressbuch

Abbildung 3: Termine

Studenten, Schüler oder Berufstätige – fast alle haben immer viele Dinge gleichzeitig zu erledigen. Den Überblick behält man mit dem Programm TODO (Abbildung 4). Es ermöglicht es, beliebig viele noch zu erledigende Dinge zu verwalten und diesen Aufgaben Prioritäten oder einen aktuellen Status zuzuweisen. Sie lassen sich in Gruppen sortieren. Der gewiefte Organisierer behält die Übersicht, indem er sich jeweils nur die relevante(n) Gruppe(n) anzeigen lässt.

Abbildung 4: Noch zu tun

Abbildung 5: Heute

Die OPIE-Eigenentwicklung Heute (Abbildung 5) hingegen vermittelt einen Überblick über das aktuelle Tagesgeschehen. Dabei greift Heute auf die im Terminkalender eingetragenen Termine zurück. Je nach Einstellung zeigt das Programm alle Termine oder nur solche, die in der Zukunft liegen. Darunter finden Sie eine Übersicht über den E-Mail-Ein- und -Ausgang. Der unterste Bereich ist den aktuell anstehenden Aufgaben aus TODO gewidmet – ein weiteres schönes Beispiel dafür, wie OPIE-Programme miteinander kommunizieren.

Die Zukunft

So dynamisch, wie OPIE gestartet ist, will sich das Projekt auch weiterentwickeln. Die Chancen dafür stehen gut – zum einen, weil sich die Anzahl der OPIE-Nutzer und damit auch das Feedback Tag für Tag erhöht, zum anderen aber auch dank der engen Kooperation mit verwandten Projekten wie der Linux-Distribution Familiar für den iPAQ [6]. Sowohl Familiar als auch OPIE werden demnächst auf den GCC 3.3 setzen. Wenn Qtopia und OPIE Anfang 2003 auf Qt/e 3.1 umsteigen, bekommen Internationalisierungsbemühungen Rückenwind, da dann bidirektionale Eingabe möglich wird.

Dass Linux-PDAs sich zwar über die Kommandozeile steuern, auf der anderen Seite aber die Unix-typische Multiuser-Bedienbarkeit vermissen lassen, wird sich mit OPIE ebenfalls in naher Zukunft ändern. Somit können sich mehrere Personen – sei es in der Firma oder der Familie – einen PDA teilen. Dabei unterscheiden sich etwa in einem Privat- und einem Geschäftsmodus die optischen Einstellungen und die Terminliste. Der entsprechende Code ist bereits in aktuellen Beta-Versionen vertreten. Als Standard-User wird dann nicht mehr root, sondern ein unprivilegierter Nutzer fungieren.

Für Umsteiger von Qtopia oder Windows, die sich die Installation nicht selbst zutrauen, sind Pakete in Arbeit, mit denen auch Anfänger in wenigen Minuten von Qtopia oder Windows auf OPIE wechseln können. Mit etwas Glück sind sie bei Erscheinen dieses Artikels bereits zu haben – Anfang September sagt die Planung.

Um all das auf die Beine zu stellen, braucht das OPIE-Projekt neue Entwickler, Tester und Übersetzer. Wenn Sie Interesse haben, daran mitzuwirken, so wenden Sie sich an einen der Entwickler, die in [4] erwähnt sind.

Abbildung 6: OPIE im Liquid-Style

Glossar

OS

Abkürzung für den englischen Begriff "Operative System" oder den Anglizismus "Operativ-System", Betriebssystem.

Qt/e

Qt ist eine freie und plattformunabhängige Bibliothek zur Programmierung grafischer Oberflächen, die unter anderem OPIE, Qtopia und KDE nutzen. Die speziell für PDAs (sogenannte "embedded devices") angepasste Version heißt Qt/e.

vCard

Ein in RFC 2426 beschriebener Standard für virtuelle Visitenkarten. Außer den Daten, die üblicherweise auf Visitenkarten zu finden sind, lassen sich in vCard-Dateien zahlreiche weitere Informationen übermitteln.

GCC

Die "GNU Compiler Collection" enthält Programme, die in der Lage sind, verschiedene Programmiersprachen wie z. B. das bei OPIE verwendete C++ in Maschinensprache zu überführen. Die neue und stark verbesserte GCC 3.x ist u. a. schneller als die bisher gebräuchliche Version 2.95.3.

bidirektionale Eingabe

Zahlreiche, hauptsächlich asiatische Sprachen werden von rechts nach links geschrieben. Erst Qt 3 unterstützt diese Eingabe sowie den Wechsel der Schreibrichtung (zum Beispiel für englische Begriffe oder Zahlen).

Infos

[1] Carsten Zerbst: "Zwergpinguin", LinuxUser 02/2002, S. 74 f.

[2] Dirk Materlik: "Saurier in freier Wildbahn", LinuxUser 08/2002, S. 56 ff.

[3] Dirk Materlik: "Saurier im Netz", LinuxUser 09/2002, S. 58 ff.

[4] Die deutsche OPIE-Homepage: http://www.opie.info/

[5] Die englische Web-Präsenz des OPIE-Projekts: http://opie.handhelds.org/

[6] Familiar, eine Distribution für PDAs: http://familiar.handhelds.org/

[7] Linux-auf-iPAQs-FAQ (englisch): http://www.handhelds.org/handhelds-faq/handhelds-faq.html

[8] Installationsanleitung für Familiar auf dem iPAQ (englisch): http://www.cfar.umd.edu/~arvind/linuxonipaq.htm

[9] WindowsCE wieder installieren (englisch): http://www.handhelds.org/handhelds-faq/wincerestoration.html

[10] USBnet einrichten (englisch): http://www.handhelds.org/z/wiki/Setting%20Up%20USB%20Networking%20to%20Survive%20Suspension

[11] PPP einrichten (englisch): http://www.handhelds.org/z/wiki/PPPHowto

[12] Stefanie Teufel: "Sonne, Mond und Sterne", LinuxUser 09/2002, S. 52 f.

Der Autor

Carsten Niehaus zeichnet für die Übersetzung von OPIE verantwortlicht und programmiert für KDE. Außerhalb der Open-Source-Bewegung studiert er in Osnabrück Biologie und Chemie.

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