News und Programme rund um Gnome

Gnomogram

GnomeICU: Chatten, bis der Arzt kommt

Der Nachrichtendienst ICQ erfreut sich seit seiner Einführung vor vier Jahren großer Beliebtheit - nicht zuletzt, weil das Protokoll plattformübergreifend und Provider-unabhängig ist. Auch unter Linux existiert eine Vielzahl von ICQ-Programmen, obwohl der ursprüngliche Entwickler Mirabilis nie einen Linux Client herausgab.

Für Gnome existiert mit GnomeICU (http://gnomeicu.sourceforge.net/) ein sehr leistungsfähiger ICQ-Client, der sich dank eines Applets bequem in das Gnome-Panel integriert. Dezent zeigt das Applet den aktuellen Online-Status des Benutzers an und informiert darüber, wieviele Personen aus seiner Kontaktliste ebenfalls online sind. Detaillierte Informationen erhält der Benutzer, sobald er seine Maus über das Applet im Panel führt. GnomeICU öffnet daraufhin ein kleines Fenster, das alle zur Zeit erreichbaren Personen inklusive ihres aktuellen Status anzeigt. Außer dem eigenen Online-Status signalisiert das Applet auch eingehende Nachrichten durch ein blinkendes Symbol. Natürlich lassen sich auf Wunsch auch akustische Signale für alle möglichen Ereignisse wie eingehende Nachrichten oder das Erscheinen bestimmter Kontakte festlegen.

Ansonsten unterscheidet sich der Funktionsumfang GnomeICUs kaum von anderen-ICQ Programmen. Wie für ICQ üblich, kann der Benutzer Nachrichten, URLs oder Dateien versenden und mit anderen chatten. Die komplette Kommunikation archiviert GnomeICU in kontaktbezogenen Chronikdateien. So kann jeder immer nachblättern, was eigentlich gesagt wurde. Wem die Symbole von GnomeICU nicht zusagen, der kann auf der Web-Site weitere Symbol-Themes herunterladen und einbinden. Anschließend erscheint GnomeICU zum Beispiel im MacOS X Look. Der individuellen Anpassung sind hier keine Grenzen gesetzt.

Im Gegensatz zum Original von Mirabilis unterstützt GnomeICU keinen der vielen Zusatzdienste. Auch Proxy- oder Firewall-Unterstützung wurde nicht implementiert, was man aber genau wie die fehlenden Zusatzdienste verschmerzen kann. Zur Zeit arbeiten die Entwickler mit Hochdruck an einer Gnome-2-Portierung von GnomeICU. Vielleicht findet sich ja das ein oder andere Feature in der kommenden Version wieder. Wir dürfen gespannt sein.

Sylpheed, Post aus dem Land der aufgehenden Sonne

Ist von Japan die Rede, denkt jeder sofort an Kampfsport, Sushi oder diverse Automarken. Einen E-Mail-Client verbinden damit die wenigsten. Nichtsdestotrotz kommt mit Sylpheed (http://Sylpheed.good-day.net/) ein kompaktes und leistungsfähiges Mail Programm aus dem Land der aufgehenden Sonne.

Auf den ersten Blick wirkt Sylpheed eher unscheinbar. Doch gerade das schätzen viele Nutzer neben der hohen Arbeitsgeschwindigkeit und dem geringen Ressourcenbedarf an Sylpheed. Im Gegensatz zu manch anderem Programm sind hier alle Funktionen strukturiert in verschiedene Untermenüpunkte aufgeteilt. Nach kurzer Einarbeitungsphase findet man sich gut zurecht.

Worin unterscheidet sich dieser Mail-Client also nun von anderen? Dass er alle gängigen Protokolle von APOP über IMAP4 bis SMTP AUTH beherrscht, ist quasi eine Selbstverständlichkeit. Dafür kennt Sylpheed als kleines Extra das NNTP-Protokoll und ist damit auch als rudimentärer News Reader einsetzbar, was aber nicht wirklich empfehlenswert ist; für diese Anwendungsgebiete gibt es bessere Programme. Wesentlich interessanter ist hingegen, dass Sylpheed die Verwaltung mehrerer Mail-Konten pro Benutzer beherrscht: Diese Funktion lassen andere e-Mail Programme oft missen. Jeder, der mehr als ein Mail-Konto benutzt, weiß dieses Feature sicher zu schätzen. Ebenfalls hilfreich ist die Möglichkeit, fest definierte Schablonen anzulegen. Regelmäßig wiederkehrende Inhalte lassen sich so mit einem Klick in den gerade verfassten Text einbinden, was Zeit und Mühe spart. Auch in puncto Kommunikationssicherheit hat Sylpheed einiges zu bieten: Neben der Unterstützung von GnuPG zur Verschlüsselung und Signierung einzelner Mails kann auch die komplette Kommunikation zwischen Sylpheed und dem Mail-Server mit SSL verschlüsselt werden.

Dies ist natürlich nur ein Auszug der Highlights von Sylpheed. Alle aufzuzählen, würde den Umfang dieser Rubrik sprengen. Wer nun neugierig geworden ist, dem empfehlen wir: "Probieren geht über studieren".

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