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Griechischer Workshop

Linux-Programmierung mit Kylix, Teil 1

01.10.2002 War Programmierung unter Linux noch vor Kurzem aufwendig und kompliziert, hat sich das spätestens mit dem Auftauchen von Kylix geändert. Wie es Visual Basic unter Windows vorgemacht hat, vereinfacht und standardisiert Kylix die Linux-Programmierung, so dass selbst Programmiereinsteiger und/oder Linux-Neulinge sehr schnell Erfolge sehen.

Auf der anderen Seite profitieren aber auch Profis von den Möglichkeiten der kommerziellen Kylix-Versionen. Seit Version 2 ist Kylix auch so stabil und funktionell geworden, wie man es von einem professionellen Produkt erwarten kann. In diesem Workshop soll Ihnen die Arbeit mit Kylix an Hand der Möglichkeiten der kostenlos verfügbaren Open Edition näher gebracht werden. Beginnen wollen wir im ersten Teil mit einer Einführung und Kurzübersicht zu Kylix, den Voraussetzungen und Bezugsmöglichkeiten sowie der Installation. Um gleich Praxis einfließen zu lassen, wird auch ein erstes, kleines Programm erstellt.

Was ist Kylix?

Kylix wird auch Delphi für Linux genannt, und das beschreibt bereits, worauf Kylix zurückgeht - auf Delphi, das eine Weiterentwicklung von Turbo Pascal für die Bedürfnisse der Programmierung unter Windows ist. Alle drei Entwicklungswerkzeuge sind von Borland (http://www.borland.com) hergestellt worden. Seit Kylix 2 bzw. Delphi 6 sind diese beiden Programme sogar so kompatibel, dass sich mit geringem Aufwand ein Quelltext aus Delphi (also der Windows-Welt) in Kylix (und damit Linux) importieren und dort kompilieren lässt. Ebenso geht das auch umgekehrt. Wie es Programmierumgebungen à la Visual Basic oder Delphi unter Windows getan haben, führt Kylix in der Linux-Welt die grafische Programmierung in Form einer leistungsfähigen, leicht zu erlernenden, visuellen Entwicklungsumgebung ein. Kylix basiert im Kern - wie Delphi - auf Object Pascal als Sprachgrundlage. Neuerdings gibt es auch eine C/C++-Engine für Kylix als Alternative (was wir aber in diesem Workshop nicht weiter berücksichtigen). Das entscheidende Highlight von Kylix ist die CLX-Komponentenbibliothek: Diese stellt u. a. all die visuell zu verwendenden Elemente wie Buttons und Menüs bereit, über die sich ein Programmierer mit der Maus wesentliche Teile seines Programmes zusammenbauen kann.

Der Start von Kylix

Wenn Sie die Installation von Kylix erfolgreich durchgeführt haben oder Kylix bereits installiert war, können Sie es in einer Shell mit der Anweisung startkylix bzw. ./startkylix aus dem bin-Verzeichnis von Kylix starten. Eventuell müssen Sie beim Aufruf ein sh voranstellen, da es sich bei startkylix um ein Skript handelt. Der Aufruf von anderer Stelle funktioniert nur, wenn das Kylix-Verzeichnis korrekt in den Suchpfad für Programme (die Variable $PATH) eingetragen wurde. Fehlt das Kylix-Verzeichnis in der PATH-Variable, können Sie diese mit

export PATH=$PATH:KylixVerzeichnis

um das richtige Verzeichnis ergänzen. Am einfachsten erweitern Sie den Pfad auf Dauer, indem Sie eine der Startdateien der Shell anpassen. In dem Fall steht die Anpassung permanent zur Verfügung. Tragen Sie den Befehl z. B. in die Datei ~/.bashrc ein, die auf fast allen Distributionen beim Start einer Bash-Shell ausgeführt wird.

Noch einfacher ist der Aufruf aus einem Menü-Eintrag bzw. Symbol der grafischen Oberfläche heraus, das die Installation von Kylix anlegt, wenn Sie die entsprechenden Optionen selektiert haben.

Der erste Start der Open Edition oder einer Trial Version erzwingt zuerst die Eingabe von Seriennummer und Authorization Key, den Sie von Borland zugesandt bekommen haben.

Abbildung 1: Ohne Freischaltangaben kann Kylix nicht gestartet werden

Nach deren Eingabe werden Sie zur (optionalen) Registrierung von Kylix aufgefordert. Wenn das erfolgt ist, begrüßt Sie die Kylix-IDE.

Abbildung 2: Die Kylix-IDE mit Formulardesigner in der Mitte, dem Objektinspektor links und der Komponentenpalette oben

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LinuxUser 06/2012

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