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Jo´s alternativer Desktop: UDE

Villa Kunterbunt

Die nächste Konfigurationsdatei uwmrc-layout.hook zeichnet für die optische Erscheinung der Fenster und Menüs verantwortlich: Rahmenbreiten und 3D-Effekte können ebenso wie die Schriftarten justiert werden. Ebenfalls zur Optik gehört das Erscheinungsbild Ihrer Anwendungen, und so findet sich in dieser Datei ein Verweis auf urdb. Diese "UDE Resource Database" enthält Workspace-abhängige Xresources (und damit das erste eindeutige Indiz dafür, dass UDE ein Environment sein will). Wer schon eigene X-Ressourcen hat bzw. lieber die bisherigen Einstellungen seines Systems verwenden mag, macht auch diese Zeile mit einem vorangestellten % unschädlich.

Abb. 4a--c: Workspace-abhängige Themes dank urdb

Ebenfalls aus uwmrc-layout.hook aufgerufen wird appmenu. Diese Datei beschreibt das über die rechte Maustaste erreichbare Startmenü. Einträge haben immer die Form

ITEM "Name
";"Kommando
";

Das Verhalten Ihres Desktops beeinflussen Sie in uwmrc-behaviour.hook. Setzen Sie z. B. TransientMenues auf 0, so verschwindet Ihr Startmenü nicht mehr einfach, wenn Sie die Maustaste nicht lange genug festhalten. Auch die automatische Fensterplatzierung passen Sie in dieser Datei Ihren Vorstellungen an.

Gestrichen

Als Letztes verweist die uwmrc auf uwmrc-user.hook. Diese Datei existiert aber nicht, denn sie ist für die (wenigen?) abweichenden Einstellungen einzelner User gedacht. Da Sie aber längst einen kompletten Satz Konfigurationsdateien in Ihrem Home-Verzeichnis besitzen, benötigen Sie diesen Eintrag nicht.

Haben Sie all Ihre Änderungen an der Konfiguration oder am Startmenü während einer UDE-Session geschrieben, aktivieren Sie sie – ohne Ihre Anwendungen beenden zu müssen – über den Eintrag Restart UDE aus dem Kontextmenü der linken Maustaste.

Anders als andere Projekte besinnt sich UDE auf einige, manchmal fast vergessen geglaubte Unix-Konzepte: Es reizt die drei Maustasten aus, unterstützt und benutzt die Xresources und gestaltet seine Konfiguration so, dass sie sich im Texteditor bearbeiten lässt. Soviel Traditionsbewusstsein heißt aber nicht, dass es den UDE-Entwicklern nicht gelänge, dennoch ein völlig anderes Konzept zu verwirklichen. Eine kleine Revolution ist dieser Maustanz sicherlich.

Glossar

Window-Manager

Dieses Programm ist für die Fensterdekoration und deren Funktionen verantwortlich – also für alles, was um eine Anwendung herum gezeichnet wird. Oft bringt es auch ein Startmenü mit oder erlaubt es, einen Desktop-Hintergrund zu setzen. Ein Desktop Environment hingegen enthält nicht nur einen Window-Manager, sondern greift auch in die Hoheit der Anwendungen ein.

X Window System

Stellt die eigentliche grafische Oberfläche auf Linux-Systemen. Selbst Desktop-Umgebungen wie KDE oder GNOME setzen als Anwendungen darauf auf.

virtuelle Desktops

Ist Ihr Desktop einmal prall gefüllt mit Anwendungen, so helfen virtuelle Desktops oder "Workspaces", von denen jeweils einer den Bildschirm einnimmt. Wechselt man zu einem anderen, bleiben die Anwendungen auf dem alten erhalten; kehren Sie zurück, treffen Sie diese wieder an.

Xresources

Die klassische Methode, Anwendungen hauptsächlich in optischer Hinsicht zu konfigurieren. Funktioniert nur, sofern das zugrunde liegende Toolkit einer Anwendung diese beachtet (Qt und GTK+ tun dies nicht); auch anwendungsübergreifende Konfigurationen sind möglich.

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LinuxUser 06/2012

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