deskTOPia
Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.
Es war einmal eine Welt voller konkurrierender Computersysteme. Die einen wohnten im Lande Amiga, die nächsten kamen beim Commodore unter, und ein weiteres Grüppchen gesellte sich zum großen Apfel. Jeder war davon überzeugt, seine Sache gut und richtig zu machen. Und das taten sie auch.
Doch eines Tages ging der große Herrscher Bill auf Reisen. Er besuchte zahlreiche Länder, nahm aus allen ein paar Untertanen mit, die das Leben in ihrer alten Heimat lebenswert machten, und hieß sie, sein eigenes Reich zu vervollkommnen. 1995 war es endlich so weit: Die Pforten zum Land "Windows 95" öffneten sich. Dessen Ruf eilte schnell auch in ferne Länder. Und so strömten immer mehr User herbei, um sich von seiner Leistungsfähigkeit zu überzeugen. Und sie blieben, denn so groß war der Applaus.
Fremde Welten
Doch das blieb nicht ohne Folgen: Die Bewohner dieser Welt sind seither vorkonfektioniert. Bietet ein System nicht die bekannten Elemente wie z. B. eine Task- bzw. Startleiste, Fensterbuttons oder Desktop-Icons, sind die User nicht mehr in der Lage, ein solches Konzept überhaupt als beherrschbar zu erachten.
Doch es soll noch User geben, die offen sind für Neues. Und da Sie als deskTOPia-lesender Linuxer sicher dazu gehören, stelle ich Ihnen ein radikal anderes Konzept vor, als von den Großen gewohnt. Es rankt sich um UWM, den etwas anderen Window-Manager des "Unix Desktop Environment" UDE. Dessen Dokumentation beginnt (frei übersetzt) mit folgenden Worten: "Starten Sie UWM das erste Mal, so werden Sie bemerken, dass dieser nicht nur anders als andere Window-Manager aussieht, sondern sich auch nicht unbedingt so verhält, wie Sie es zunächst erwarten würden. Diese Tatsache alleine mag für einige Grund sein, UWM wegzuwerfen, um zur konventionellen Fensterbedienung zurückzukehren. Andere fangen vielleicht an nachzudenken – und einige von ihnen verwenden ihn dann sogar."
Mäuse für Poweruser
UWM wurde nicht entwickelt, um User mit einem leichten Einstieg zu ködern, sondern um einfach bedienbar zu sein, wenn man die ersten Schritte hinter sich gelassen hat. Schließlich ist man nicht allzu lange ein unbedarfter Anfänger, sondern möchte bald als "Poweruser" komfortabel arbeiten können.
Doch anders als bei anderen, für eben diese Klientel gedachten Window-Managern liegt das Augenmerk von UDE klar auf der Mausbedienung. Wer eine per Tastatur bedienbare Oberfläche sucht, wird mit der aktuellen UDE-Version nicht glücklich werden (siehe Kasten 1).
Kasten 1: Tastaturbedienung
Nicht, dass die UDE-Schöpfer der mauslosen Bedienung kein Gewicht beimäßen. So soll eine rudimentäre, aber noch nicht frei belegbare Tastaturbedienung längst integriert sein. Doch zumindest die Versuche, diese am Rechner des Autors zu nutzen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Wer dennoch sein Glück versuchen mag, findet die theoretische Tastenbelegung unter doc/ude-0.2.8/html/node11.html.



