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Erste Schritte mit (X)Emacs

ABC des Editierens

Natürlich beherrscht XEmacs nicht nur komplexe Fenster-Befehle, sondern auch die Grundfunktionen des Editierens: Text markieren Sie mit der Maus, indem Sie wie gewohnt die linke Maustaste gedrückt halten. Wer die Finger lieber nicht von der Tastatur lässt, geht alternativ mit den Cursortasten an den Anfang des zu markierenden Bereichs (region genannt), drückt C-SPACE, also [Strg-Leer], (der Minibuffer meldet daraufhin Mark set), und wählt den gewünschten Bereich mit den Pfeiltasten aus. Aber auch hierfür gibt es Abkürzungen:

  • Markiere den ganzen Buffer: C-x h.
  • Markiere bis zum Anfang des Buffers: C-<.
  • Markiere bis zum Ende des Buffers: C->.
  • Markiere den ganzen Abschnitt: M-h.
  • Bis zum Zeilenende markieren: C-SPACE end (also [Strg-Leer][Ende]). Auch Markierungen lassen sich übrigens mit [Strg-g] rückgängig machen.

M-w speichert den markierten Inhalt zwischen; mit C-y kopieren Sie ihn an die aktuelle Cursorposition im aktiven Buffer. C-w statt M-w schneidet den Bereich aus und legt ihn im Zwischenspeicher ab. Die aktuelle Zeile von der aktuellen Position bis zum Zeilenende löschen Sie mit C-k. Rückgängigmachen lassen sich alle Eingaben und Veränderungen mit C-x u. Für die wichtigsten Textoperationen hat XEmacs vordefinierte Tastenkombinationen eingebaut:

  • [Entf] (bei XEmacs DEL genannt) löscht das letzte eingegebene Zeichen. Allerdings sorgen viele Distributoren bereits "ab Werk" dafür, dass sich [Entf] nicht nach Emacs-Manier verhält, sondern das Zeichen unter dem Cursor ausradiert. Standardmäßig geht dies mit C-d.
  • M-Backspace entfernt das Wort vor (links) der Cursorposition, M-d das Wort dahinter.
  • C-x DEL entfernt alles bis zum Satzanfang,
  • M-k alles bis zum Ende des Satzes, einschließlich der Cursorposition.

Auch für lästige Vertipper hat XEmacs eine Lösung:

  • C-t vertauscht die letzten beiden Zeichen,
  • M-t die letzten beiden Wörter
  • und C-x C-t die letzten beiden Zeilen. Falls Sie sich bei der Groß- oder Kleinschreibung eines Wortes vertan haben, hilft Folgendes:
  • Mit M-- M-l (M-- heißt, bei gedrückter [Meta]-Taste die Minustaste [-] drücken) das Wort vor dem Cursor in Kleinbuchstaben zu ändern.
  • M-- M-u macht das genaue Gegenteil, nämlich das Wort vor dem Cursor in Großbuchstaben zu schreiben.
  • M-- M-c ändert den ersten Buchstaben des Wortes vor dem Cursor von Groß- in Kleinschreibung oder umgekehrt.

Wer suchet, der findet!

Was wäre ein Editor ohne Suchfunktionen? XEmacs wäre nicht XEmacs, wenn er nicht auch hier komfortable Möglichkeiten anböte: Wie bei anderen Editoren auch können Sie nach einem ganzen Wort suchen. Dazu drücken Sie C-s RET und geben unten im Minibuffer das zu suchende Wort ein. Wollen Sie den Buffer vom Ende her aufrollen, tippen Sie stattdessen C-r RET und dann den Suchbegriff. Zum Wiederholen der Suche dient C-s C-s. Lassen Sie das RET am Ende des Suchbefehls weg, steht im Minibuffer:

I-search:

Bei der "inkrementellen Suche" nimmt XEmacs bereits bei der Eingabe des ersten Buchstabens die Spur auf und bewegt den Cursor auf das nächste Wort, das mit diesen Buchstaben anfängt. Erweitern Sie den Suchbegriff, zieht der Editor nach. Geben Sie z. B. XEm ein, springt XEmacs zum ersten Wort nach der Ausgangscursorposition, das mit dem Buchstaben X anfängt, danach zum ersten Wort, das mit XE anfängt und schließlich zum ersten Wort, das mit XEm beginnt. Ist dies das Wort oder der Wortteil Ihrer Wahl, so drücken Sie einfach C-s, und XEmacs sucht weiter. Mit C-r funktioniert die Suche natürlich auch hier vom Buffer-Ende her.

Mussten Sie nur einen Teil Ihres Suchbegriffs eingeben, um das passende Wort zu finden, können Sie es mit C-w markieren und setzen die Suche danach mit C-s (bzw. C-r) fort. Dasselbe funktioniert natürlich ebenfalls nach dem Markieren eines Zeilenrests mit C-y.

Clever ist auch die Suche nach einem Satzteil unter Vernachlässigung der Satzzeichen mit C-s RET C-w Satzteil RET, rückwärts mit C-r RET C-w Satzteil RET.

Drucken kann XEmacs übrigens auch, und zwar mit M-x lpr-buffer RET bzw. M-x lpr-region RET. Mit ersterem Befehl drucken Sie den gesamten aktuellen Buffer, mit letzterem nur den im aktuellen Buffer markierten Bereich.

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LinuxUser 06/2012

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