Home / LinuxUser / 2002 / 10 / Drahtlose Netze - ein kurzer Überblick über die Technik

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

War doch klar...
(233 Punkte bei 16 Stimmen)
Re: War doch klar...
(162 Punkte bei 6 Stimmen)
Re: Skype für 64-Bit-Prozessor u. Suse 12.1
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Kubuntu verliert Finanzierung
(130 Punkte bei 4 Stimmen)
Offen fürs Geschäft
(80 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.

Drahtloser Dschungel

Drahtlose Netze - ein kurzer Überblick über die Technik

01.10.2002 Drahtlose Datenübertragung gibt es in vielen Formen und Bandbreiten, manches Verfahren ist schon über 100 Jahre alt. Wir lichten den Wald der Protokolle und Techniken.

Daten per Funk zu übertragen, ist wahrlich keine neue Idee. Schon Ende des 18. Jahrhunderts wurden die ersten Morsezeichen zwischen zwei Stationen ausgetauscht, der Morsecode gilt allgemein als die älteste Datenkodierung der Welt. Doch während damals anfällige Technik und hohe Betriebskosten die Nutzung einschränkten und die neuen Möglichkeiten daher vorwiegend militärisch genutzt wurden, ermöglichen heute preiswerte Komponenten die drahtlose Kommunikation zu Hause.

Bei den drahtlosen Funknetzen hat sich auch einige Jahre nach der Einführung erster Endkundenprodukte der Markt noch nicht auf einen Standard festgelegt. Unterschiedliche Verfahren konkurrieren um Nutzer - und Bandbreite. Während beispielsweise Bluetooth sich eher als drahtloser USB mit geringer Sendeleistung, Reichweite und Bandbreite versteht, sind die "echten" WLAN-Lösungen bei geschickter Planung durchaus auch zur Überbrückung größerer Entfernungen geeignet und nähern sich auch in der Bandbreite langsam den bei kabelgebundenen Lösungen üblichen Datenraten.

Funken - aber wie?

Die Vorteile einer Funklösung liegen auf der Hand: Es sind keine Kabel mehr zu verlegen, Laptops können direkt aufs Netz zugreifen, wo immer sie sich auch befinden. Die Nachteile sind nicht ganz so offensichtlich: Während ein Kabel eine exklusive Kommunikation zwischen den Teilnehmern ermöglicht, muss die Funklösung mit anderen Nutzern der Frequenz rechnen. Dazu zählen sowohl ungewollte Störungen durch andere Nutzer desselben Frequenzbereichs, wie auch gezielte Mitnutzung des WLANs durch Außenstehende. Die existierenden Verschlüsselungen sind mit geringem Aufwand angreifbar, wird die Verschlüsselung nicht aktiviert, ist das Netz direkt für jedermann im Sendebereich geöffnet.

Lizenzfrei gefunkt werden darf nur in den so genannten ISM-Bändern (Industrial, Scientific, Medical). Für die Datenübertragung sind insbesondere die ISM-Bänder bei 900 MHz, 2,4 GHz und 5 GHz von Bedeutung. Ersteres würde aufgrund der vergleichsweise niedrigen Frequenz die beste Reichweite bieten, ist jedoch hierzulande nicht frei nutzbar, da der Frequenzbereich in Europa für den Mobilfunk reserviert wurde. Entsprechende Produkte sind ohnehin selten, da dieser Bereich in den USA bereits durch schnurlose Telefone stark belegt ist.

Je höher die Frequenz, desto schlechter sind die Ausbreitungseigenschaften einer elektromagnetischen Welle. Zwar ist bei den WLAN-Frequenzen die freie Sichtverbindung noch nicht unbedingt erforderlich, doch werden GHz-Frequenzen bereits durch leichte Innenwände merklich gedämpft. Theoretisch erreichbare Reichweiten von mehreren Hundert Metern werden sich daher in der Praxis eher bei 20 bis 30 Metern einpegeln, sofern Wände oder andere Hindernisse im Spiel sind. Mit geeigneten (Richt-) Antennen und freier Sichtverbindung hingegen sind auch schon Distanzen von 50 km und mehr überwunden worden.

Bei der Aufstellung der Access Points sollte man diese physikalischen Gegebenheiten berücksichtigen - an einem Access Point im Keller, womöglich mit Stahlbetondecke, wird man ein oder zwei Stockwerke höher nur noch wenig Freude haben. Besser ist es, einen zentral gelegenen Standort in der Mitte des Hauses oder der Wohnung zu finden, auch wenn dieser erst mit einem Kabel erschlossen werden muss. Ist an eine Nutzung auch im Freien gedacht, sollte der Access Point für optimale Reichweiten auf dem Dach oder am Fenster untergebracht werden. Normalerweise sind Access Points omnidirektional ausgelegt, strahlen also in alle Richtungen. Mit speziellen Antennen kann jedoch auch eine Richtcharakteristik erreicht werden. Die Installation sollte am besten durch einen Fachbetrieb erfolgen, der über die nötigen Messgeräte zur optimalen Ausrichtung verfügt. Wer lieber selbst Hand anlegt, sollte zumindest das Kabel zur Antenne möglichst kurz halten.

Die Standards

Standardisiert wurden die Protokolle der 802.11-Familie durch die IEEE, das Institute of Electrical and Electronics Engineers (gesprochen: "i triple e"). Der ursprüngliche 802.11-Standard von 1997 kann als Urvater der heutigen WLANs angesehen werden. Im 2,4-GHz-Frequenzband (2,4-2,4835 GHz) erlaubte er Datenübertragungen bei 1 und 2 MBit/s und löste ältere, herstellerspezifische Verfahren ab.

Da kabelgebundene Netze jedoch um einiges schneller waren, verlangte der Markt nach höheren Geschwindigkeiten und bekam sie - erneut herstellerspezifisch - auch geboten. Um neuerlichen Wildwuchs zu vermeiden, folgten im September 1999 die neuen Standards 802.11a und 802.11b.

Produkte nach 802.11b arbeiten im selben Frequenzbereich wie 802.11, erzielen mit einer anderen Modulation jedoch höhere Datenraten von 5,5 und 11 MBit/s. Doch während in den USA eine maximale Sendeleistung von 1 Watt zulässig ist, sind in Europa nur maximal 100 Milliwatt erlaubt - genug für LANs, für größere Entfernungen leider zuwenig. Auch Richtfunkantennen können da nur begrenzt helfen.

Produkte nach 802.11a wurden nur langsam verfügbar. Hier wurde erstmals in den Frequenzbereich bei 5 GHz ausgewichen (5,15-5,35 und 5,725-5,825 GHz). Die Nutzung dieser Bänder war jedoch wiederum nur in den USA erlaubt, für Europa hatte die hier zuständige ETSI Verfahren namens HiperLan und HiperLan/2 (High Performance LAN) vorgesehen, in vielen nationalen Frequenznutzungsplänen waren diese Frequenzen ohnehin bereits reserviert und mussten erst wieder freigegeben werden. Der eingeschränkte Markt und die geringe Nachfrage haben dazu geführt, dass 802.11a-Produkte erst in diesem Jahr Marktbedeutung erlangen.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

334 Hits
Wertung: 0 Punkte (0 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 03/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Duden Korrektor unter 64-Bit
Duden Korrektor unter 64-Bit
Tim Schürmann, 06.02.2012 10:36, 0 Kommentare

Der Duden Korrektor bietet eine äußerst nützliche Rechtschreib- und Grammatikkorrektur für LibreOffice und bringt in der aktuellen Version 8 e...

Aktuelle Fragen

Ubuntu 11.10 Compiz 3D Cube flackern
Moritz Obenauer, 12.02.2012 12:25, 0 Antworten
Hallo! Ich habe Ubuntu 11.10 mit Unity und den Compiz 3D Cube ein gerichtet. Er funktioniert...
Suse 12.1 Bootvorgang bleibt seit Update stehen
Wimpy *, 12.02.2012 09:22, 2 Antworten
Seit Update auf Kernel 3.1.9-1.4-desktop i686 bleibt der Bootvorgang stehen. Es erscheint der gr...
N24 Stick (Huawei E173) und Ubuntu 11.04
Patrick Obenauer, 11.02.2012 11:54, 1 Antworten
Hallo zusammen! Ich benutze einen alten Laptop, der mit Ubuntu 11.04 flott und problemlos läuft....
Wie kann man beim Einsatz von Compiz die Fenster-Dekoration einstellen?
GoaSkin , 10.02.2012 20:12, 0 Antworten
Hallo, ich nutze Linux Mint mit dem Gnome-Derivat Mate. Da die Distribution Compiz nicht autom...
rndc reload zone - failed bad zone
Ludwig jun. B., 06.02.2012 16:08, 2 Antworten
Schönen guten Tag, ich habe folgendes Problem. Immer wenn ich folgendes Kommando ausführen bek...