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Error-Labyrinth

Dr. Linux

Umlaute nicht gestattet

Seit meinem Update auf KDE 3.0.2 kann ich Dateien, deren Namen Umlaute enthalten, mit dem Konqueror als Dateimanager weder kopieren noch verschieben. Eine Dialogbox wie in Abbilung 2 meldet regelmäßig, dass die Datei nicht existiert. Was muss ich einstellen, damit das wieder funktioniert?

Abbildung 2: KDE 3.0.2 mag keine Dateien mit Umlauten kopieren

Dr. Linux: Es handelt sich dabei um einen Fehler, den erst ein Update auf KDE 3.0.3 behebt. Bis dahin hilft nur, die betroffenen Dateien auf der Kommandozeile so umzubenennen, dass ihre Namen keine Umlaute mehr enthalten. Wenn Sie in der Shell Umlaute eintippen können, sind Sie fein raus:

mv Übergabe\ Öffentlichkeitsarbeit.sdw Uebergabe_Oeffentlichkeitsarbeit.sdw

Beachten Sie, dass Sie eventuelle Leerzeichen im Dateinamen durch Anführungszeichen oder (wie hier gezeigt) einen Backslash vor der Shell schützen müssen: Leerzeichen interpretiert die Shell als Trennzeichen zwischen Befehlen, Argumenten und Optionen. Lässt man den \ weg, resultiert dies im Auftrag an die Shell, eine Datei namens Übergabe und eine weitere namens Öffentlichkeitsarbeit.sdw in ein Verzeichnis namens Uebergabe_Oeffentlichkeitsarbeit.sdw zu verschieben. Um solcherlei Umstände in Zukunft zu vermeiden, enthält der neue Name im Beispiel kein Leerzeichen mehr, sondern einen Unterstrich an dieser Stelle.

Aber auch wenn Ihre Shell keine Umlaute annehmen mag, ist noch nichts verloren: Mit Wildcards wie ? für ein beliebiges oder @L: * für null oder viele Zeichen geht es auch hier weiter:

mv ?bergabe@L: *.sdw Uebergabe_Oeffentlichkeitsarbeit.sdw

Ist die Wildcard-Angabe nicht eindeutig, beschwert sich mv mit einer Fehlermeldung, die besagt, dass mehrere Dateien auf einmal nur in ein Verzeichnis, nicht in eine einzige Datei verschoben werden können. Hier müssen Sie dann so lange mit den Wildcards spielen, bis es passt.

Glossar

Bibliothek

Eine Zusammenstellung von Elementen und Funktionen, die allgemein und flexibel genug gehalten ist, dass sie in verschiedensten Programmen Anwendung finden können. Auch "Library" genannt.

Qt

Eine plattformunabhängige Bibliothek, die vorgefertigten Code für grafische Elemente wie Fenster, Menüs, Knöpfe und Schieberegler und viele andere Erleichterungen für C++-Programmiererinnen bietet. Sie bildet die Grundlage für KDE.

Shared Libraries

Man kann Bibliotheken so kompilieren, dass sie, einmal in den Hauptspeicher geladen, von mehreren Programmen genutzt werden können. Damit lässt sich die immer knappe Ressource RAM sehr effizient nutzen, da der gleiche Code nicht (wie bei "statisch gelinkten Libraries") für jedes die Bibliothek nutzende Programm einzeln den Hauptspeicher des Rechners belegt. Die Binary-Namen von Shared Libraries enden auf die Endung .so.

thread

Normalerweise werden Programme Schritt für Schritt abgearbeitet. Will eine Routine auf das Ergebnis einer anderen zugreifen, muss sie warten, bis die andere fertig abgearbeitet wurde. Dieses Warten lässt sich durch sogenannte Thread-Programmierung (teilweise) vermeiden. Die "Fäden" eines Programms laufen dann nicht hinter-, sondern nebeneinander ab. Allerdings haben Threads auch sehr schwerwiegende Nachteile wie extensiven RAM-Verbrauch und problematisches Debugging.

Patchlevel

In diesem Zusammenhang eine Zahl, die angibt, wie oft ein Distributor ein Paket auf der Basis ein und derselben Quellcode-Version verändert und neu gebaut hat.

Variable

Viele Funktionen des Linux-Systems werden durch Variablen gesteuert. Nimmt deren Inhalt auf Anwendungsprogramme Einfluss, heißen sie "Umgebungsvariablen" und werden systemweit (und teils je nach Distribution) aus den Dateien /etc/profile, ggf. /etc/profile.local und/oder /etc/bashrc eingelesen. Anwender haben die Möglichkeit, diese Einstellungen dauerhaft zu individualisieren, indem sie in ihrem Home-Verzeichnis entsprechende Dateien editieren. Die Bash arbeitet nach dem Login die Dateien .bash_profile, .bash_login und .profile ab. Nicht-Login-Shells benutzen die Einstellungen in .bashrc. Ist eine der Dateien nicht vorhanden, wird die nächste auf mögliche Einträge untersucht. Welche Variablen die "Umgebung" der aktuellen Shell bestimmen, zeigt der Befehl env. Alle gesetzten Variablen listet set auf.

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LinuxUser 06/2012

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