Distri-Bits

01.10.2002

Auch im Oktober gibt es genug Möglichkeiten, sich die Zeit mit Updaten, Entwickeln oder Fehlersuchen zu vertreiben. Wem das nicht reicht, kann seine Linux-Kenntnisse an einer Hardcore-Distribution aus Schweden versuchen.

Lycoris-Update

Vielversprechend hat sie im Distributionstest [1] abgeschnitten, und nun gibt es von der Lycoris-Distribution mit ihren nach Edelsteinen benannten Versionen das Amethyst Update 2. Neu dabei ist der "Internet Rapid Installer für Software", kurz Iris, mit dem aus der so genannten Software Gallery unter http://www.lycoris.com/webservices/iris/ neue Programme installiert werden können. Über das ebenfalls neue Control Center kann der Anwender sein System per Mausklick administrieren. Wie das aussieht, lässt sich der WWW-Seite http://www.lycoris.com/products/desktoplx/control/ entnehmen. Mitgeliefert werden zudem Mozilla 1.0 final, XFree86 4.2.0 und der Kernel 2.4.18. Alle Einzelheiten zum Update finden Sie unter http://www.lycoris.org/article.php?sid=108 beschrieben.

Beta-Phase bei Mandrake und Knoppix

Während der Produktionszeit dieser Ausgabe durchlief Mandrake Linux 9.0 die Beta-Phase 1, für die der Distributor eigens ein neues Werkzeug zur Fehlersuche erstellte: In der Reihe der "Drakxtools" erleichtert nun Drakbugreport das Schreiben von Bugreports.

Die inzwischen ebenfalls veröffentlichte Folge-Beta 2 kommt mit dem komplett neu und in Perl geschriebenen Paket-Installationsprogramm RPMdrake. Da nicht ausgeschlossen ist, dass bis zum Erscheinen dieser Ausgabe bereits die nächste Beta-Version herauskommt, bringt Sie Mandrakes Beta-Seite http://www.mandrakelinux.com/en/90beta.php3 bei Interesse auf den neuesten Stand. Dort finden Sie auch Links für den Download der Beta-Version, die aktuell drei CDs umfasst. Zum Testen wird jedoch nur die erste CD, die das Basis-Betriebssystem enthält, wirklich benötigt.

Grundsätzlich auf nur einer CD präsentiert sich Knoppix ([2], http://www.knopper.net/knoppix/), dessen Beta-Testphase für Version 3.1 nunmehr begonnen hat. Die Debian-basierte Distribution läuft ohne Installation auf der Festplatte, bootet von der CD und ist sofort einsatzfähig – interessant auch für Anwender, die mal ein Debian-System kennen lernen möchten, sich bisher aber noch nicht zur Installation durchringen konnten.

Die 3.1er Beta basiert auf dem Kernel 2.4.x und benutzt KDE 3.0.2 (statt bislang KDE 2.2) als Standard-Desktop. Die Distribution enthält über 900 Softwarepakete mit über 2000 lauffähigen Anwenderprogrammen, Utilities und Spielen.

Nix für Newbies: CRUX

Auch wenn sie momentan nicht im Mittelpunkt der News-Ticker steht – die schwedische Distribution CRUX (http://crux.nu/) ist in der aktuellen Version 0.9.3 für erfahrene Linux-Anwender sicher mehr als nur einen Blick wert.

Neben dem 195 MB großen ISO-Image stellt CRUX-Mastermind Per Lidén ein englischsprachiges Handbuch zur Verfügung, das zum Abklären der Hardware-Verträglichkeit vor dem Download konsultiert werden sollte.

Die für i686-Prozessoren optimierte Distribution mit dem "Keep it simple"-Anspruch benutzt ein tar.gz-basiertes Paketsystem. (Eine für i586-Prozessoren geeignete Version gibt es ebenfalls.) Die Programme werden über Build-Skripte aus dem Quelltext erzeugt. Mit einem Ports-System à la (Free-)BSD bringt der Anwender das System auf den aktuellen Stand.

Nicht enthalten ist ein allumfassendes Installationstool wie z. B. Yast: Beim Konfigurieren und Kompilieren des Kernels ist "Handarbeit" angesagt, genauso beim Anlegen/Editieren von wichtigen Dateien wie /etc/fstab oder /etc/rc.conf. Auch an die Init-Skripte im BSD-Stil muss man sich erst einmal gewöhnen. Wer jedoch meint, dem Einsteiger-Level entwachsen zu sein, findet hier die Basis für ein individuell zusammengestelltes Linux-System.

Xandros und Fräulein Holzinger united

Hinter dem Code-Namen Fraeulein Holzinger is back versteckt sich die neue Entwicklerversion 2.9.x von Icepack Linux ([3], http://www.icepack-linux.de/). Geplant ist die Fertigstellung der Version 3.0, kurz i3 genannt, für diesen Winter. Die neue Web-Seite http://icepack-linux.org/ bietet umfangreiche Einzelheiten und Screenshots zur Besichtigung. Programmierer, Übersetzer und alle, die etwas zur Entwicklung von Icepack Linux 3.0 beitragen möchten, wenden sich an adrian@icepack-linux.com.

Wer sich hingegen anschauen will, wie es dem einst mit hohen Erwartungen gestarteten Corel Linux unter den neuen Fittichen von Xandros (http://www.xandros.com/) geht, hat dazu seit Ende August mit der Final Beta von Xandros Desktop 1.0 Gelegenheit. Die stabile, auf Debian 3.0 aufsetzende Version mit Kernel 2.4.19, XFree86 4.2 und einem erweiterten KDE-Desktop wollen die Kanadier am 30. September veröffentlichen.

Auch die Beta-Version des Gemeinschaftswerks UnitedLinux von SuSE, der gerade in SCO Group umbenannten Firma Caldera, Conectiva und Turbolinux (http://www.unitedlinux.com/) soll nach einer geschlossenen Beta-Phase Mitte September der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Mit dem endgültigen, auf Firmen ausgerichteten Produkt sei im November zu rechnen.

Infos

[1] Andreas Grytz: "Schöne neue Welt", LinuxUser 08/2002, S. 30http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/08/030-lycoris/lycoris.html

[2] Christian Perle : "Instant-Linux", LinuxUser 01/2002, S. 36 ff. http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/01/036-knoppix/knoppix-artikel-5.html

[3] Hans-Georg Eßer : "Icepack is back", LinuxUser 06/2002, S. 61 ff.

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