Die Datenflut des Videorekorders ist immens: Bis zu 1,8 GByte pro Stunde schaufelt eine DVB-Karte auf die Festplatte. Wer die aufgenommenen Filme nicht nur einmal ansehen, sondern auch archivieren will, braucht also ein dickes Fell: Die meisten Spielfilme füllen fünf bis sechs CDs, aber mit dem Brennen allein ist es nicht getan. Zunächst müssen die Filme geschnitten, dann die Video-Dateien verteilt und zu mehreren ISO-Images verarbeitet werden.
Wer nicht die von VDR gelieferte, mitunter hohe Qualität benötigt, kann die Filme als VCD oder SVCD speichern. Für die automatische Konvertierung wurde im aktuellen All-in-One-Patch [1] zu VDR [2] ein neues Tastenkommando eingebaut. Wie Sie den Patch einspielen und VDR übersetzen, haben wir im letzten Teil in Ausgabe 05/2002 ausführlich erklärt.
Die Konvertierung wird in zwei Schritte aufgeteilt: Der Benutzer wählt die zu konvertierenden Filme aus, die dann ein Cron-Job zu einer günstigen Zeit wie etwa jeden Morgen um 4 Uhr in (S)VCD oder MPEG umwandelt. Zentrales Werkzeug dafür ist convert.pl Version 0.2 von [3]: Es verwaltet die Liste der Filme und ruft die Konvertierungs-Tools auf.
Skript-Installation
Zur Installation entpacken Sie convert-0.2.tar.gz. Heraus kommt das Perl-Skript convert.pl, das Sie in das Konfigurationsverzeichnis von VDR kopieren - meist /etc/vdr. Da VDR standardmäßig das Skript convert.sh aufruft, wenn ein Film konvertiert werden soll, benötigen Sie noch einen symbolischen Link:
ln -s /etc/vdr/convert.pl /etc/vdr/convert.sh
Nach der Installation müssen noch einige Variablen in convert.pl geändert werden. Hier ein Auszug der für uns wichtigen Variablen:
my $TODO_LIST = "/etc/vdr/toconvert.txt"; my $TOSVCD_OPTIONS = "-M -1" my $TOSVCD_OUTPUT = "/pub/film"; my $TOSVCD = "/usr/bin/tosvcd";
In der hinter $TODO_LIST angegebenen Datei werden die Verzeichnisnamen aller Filme abgelegt, die konvertiert werden sollen. convert.pl arbeitet sie später nacheinander ab und entfernt sie.
Die letzten drei Variablen sind Parameter für das eigentliche Konvertierungsprogramm tosvcd, auf das wir später noch genauer eingehen. Die Variable TOSVCD_OPTIONS enthält Konvertierungsoptionen, in diesem Beispiel werden so MPEG-1-Dateien statt VCDs erzeugt. In TOSVCD_OUTPUT steht das Verzeichnis, in dem die fertig konvertierten Filme abgelegt werden, und in TOSVCD der Name und Pfad des Konvertierungsprogramms.
Cron-Job
Zum Start der Konvertierung wird convert.pl -q von Cron aufgerufen. Dazu tragen Sie folgende Zeile in der /etc/crontab ein:
0 4 @L: * @L: * @L: * root /etc/vdr/convert.pl -q
Das Beispiel startet die Konvertierung täglich um 4 in der Frühe. Um VDR nicht bei etwaig laufenden Aufnahmen zu stören, wird der eigentliche Konvertierungsprozess mit einer sehr niedrigen Priorität aufgerufen.
Treten bei der Konvertierung Fehler auf, bekommt Root die englische Fehlermeldung als Mail zu gestellt. Hier zwei Beispiele für mögliche Fehler:
/video0/Streit_um_Drei/Mit_Arbeitsrichter_Ulrich_Volk/2002-08-30.15.05.50.50.rec does not exist. Recording has been removed from /etc/vdr/toconvert.txt! Error while running "/usr/bin/nice -n 19 /usr/bin/tosvcd -o "/video0/cdrecord/bullyparade" "/video0/%bullyparade/2002-07-22.21.43.50.50.rec" >/dev/null 2>/dev/null". Recording has been removed from /etc/vdr/toconvert.txt!
Die erste Meldung besagt, dass die Aufnahme zum Zeitpunkt der Konvertierung bereits gelöscht oder umbenannt war, bei der zweiten ist das Konvertierungsprogramm tosvcd auf Probleme gestoßen. Was bei tosvcd schlief liegt, bekommen Sie praktisch nur heraus, indem Sie von Hand als Root /etc/vdr/convert.pl -q oder direkt den in der Fehlermeldung genannten tosvcd-Aufruf eingeben.



