Sechs 3D-Grafikkarten im Test

Hoch drei

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Spiele, Zeichenprogramme, Rendering: Wenn es um die Darstellung komplexer Grafiken auf dem Bildschirm geht, sind leistungsfähige Grafikkarten gefragt. Wir haben sechs aktuelle Modelle mit 3D-Beschleunigung getestet.

Die Bildschirm-Darstellungen sind in den letzten Jahren immer komplexer und realistischer geworden. Trotz der Fortschritte der PC-Prozessoren wären Spiele wie Unreal Turnament oder virtuelle Testfahrten mit neuen Auto-Modellen am Computer ohne hoch spezialisierte Grafik-Prozessoren (GPUs) undenkbar.

Die Leistung moderner Grafik-Chips wie ein nVidia GeForce 4 musste noch vor zehn Jahren von mehreren Grafik-Worstations im Cluster erbracht werden, an flüssig ablaufende, realistische und interaktive Video-Sequenzen war nicht zu denken.

Der Test deckt die aktuelle Ti-Familie von nVidias GeForce 4 ab, dazu kommt derauf wissenschaftlich/technische Anwendungen spezialisierte Radeon-8500-Chip. Zum Vergleich zur älteren MX-Serie von nVidia haben wir auch eine Geforce 4 MX-440 getestet.

ATI Radeon 8500

Abbildung 1: Gigabyte Maya-AP64-TD (ATI Raedeon 8500)

Auch wenn nVidia-Chipsätze den Markt beherrschen, finden sich gerade bei Büro-Computern viele ATI-Grafikkarten. Die 3D-Hardwarebeschleunigung der aktuellen Radeon-Karten lässt sich inzwischen auch unter Linux nutzen.

Bezüglich der Treiber-Versorgung gab es einige Gerüchte um die Radeon 8500: Angeblich sollten die Treiber der im Frühjahr eingeführten ATI FireGL 8800 auch mit der Radeon funktionieren – beide basieren auf ATIs R200 Chip-Architektur. Die ältere Version 1.3.1 des FireGL-8800-Treiber bricht jedoch ohne erkennbaren Grund mit der Fehlermeldung "PreInitConfig failed" ab, nach dem sie zuvor "Chipset ATI R200 QL (AGP) found" vermeldet hatte. Auch mit der aktuellen Version 1.4.3 kamen wir nicht weiter, sie verweigerte die Zusammenarbeit gänzlich mit der Meldung "board/chipset is not supported by this driver (third party board)".

Instabiler DRI-Treiber

Ganz hoffnungslos ist die Treiber-Lage nicht. Unter [1] gibt es einen derzeit noch instabilen DRI-Treiber: Einmal tauchen in jeder 3D-Anwendung in der linken oberen Ecke Blöcke auf, die die Darstellung stören – möglicherweise handelt es sich hierbei aber um undokumentierte Debug-Informationen. Deutlich schwerer wiegen die Probleme beim Weltraum-Shooter Parsec: Immer wieder gibt es bildschirmfüllende Pixelfehler. Wird die Parsec-Kommandokonsole aktiviert, wie es für den Aufruf des Benchmarks nötig ist, friert gar der komplette Rechner ein und schaltet sich nach einer halben Minute selbständig aus. Weitere Abstürze des X-Servers bekommt man, wenn ein Fenster mit einer 3D-Applikation verschoben wird.

Wer sich nicht von solchen Problemen abschrecken lässt und den DRI-Treiber installieren möchte, lädt den Treiber von [1] herunter, entpackt ihn und ruft als Root das Kommando sh install.sh auf. Dann werden verschiedene Bibliotheken ausgetauscht und der benötigte Kernel-Treiber übersetzt – was natürlich installierte Kernel-Quellen sowie Compiler-Werkzeuge voraus setzt.

Alternativ zum DRI-Treiber bietet Xi Graphics (XIG) unter [2] einen kommerziellen X-Server für 179 US-Dollar an, den wir in der auf 25 Minuten beschränkten Demo-Version testeten. Auch hier bereitete Parsec Probleme: Es ließ sich nur mit einer Auflösung von 640x480 betreiben, zudem fehlt der Vollbild-Modus – Spiele laufen also grundsätzlich nur im Fenster. Bei dem hohen Preis hätten wir mehr erwartet, immerhin zeigte der kommerzielle X-Server sehr gute Leistungen bei wissenschaftlichen und technischen Anwendungen.

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