gLabels: Aufkleber und Visitenkarten aus eigener Kreation

Unter Windows gibt es sie zuhauf: kleine Programme, die Ihre CD-Etiketten entwerfen oder Ihre Visitenkarten gestalten. Meist sind solche Windows-Programme schon als Shareware im Paket mit Visitenkartenpapier namhafter Anbieter enthalten. Sicherlich lassen sich Etiketten und Visitenkarten unter Linux auch mit StarOffice oder Gimp gestalten, doch wer möchte schon jedes Mal für einen einfachen Aufkleber die ganze StarOffice-Suite starten. gLabels heißt die handliche Alternative, mit der das Gestalten von Etiketten wahre Freude macht. (http://snaught.com/glabels/) Das Programm ist sehr simpel und übersichtlich gestaltet, so dass die Arbeit direkt nach der Installation losgehen kann. Eine aufwendige Konfiguration ist nicht notwendig. Zuerst wählen Sie eines von 25 verschiedenen Etikettenformaten aus. Die Auswahl reicht dabei von unterschiedlichen Briefaufklebern über CD-Labels und Ordnerrücken bis hin zu verschiedenen Visitenkarten. Wer eigene Etikettenformate erstellen will, muss seine Aufkleber nach einem vorgegebenen Verfahren vermessen und die so gewonnenen Daten in die Konfigurationsdatei von gLabels einbinden. Da gLabels hierfür kein Frontend bietet, bleibt nur, die Daten mit einem Editor von Hand in die XML-basierte Konfigurationsdatei einzutragen. Als Hilfestellung existiert eine englische Anleitung auf der gLabels Web-Seite, die den Aufbau eines korrekten Eintrags erklärt. Machen Sie aber in jedem Fall vor der Änderung eine Sicherheitskopie der Konfigurationsdatei.

Ist diese Hürde genommen und das gewünschte Label-Format gewählt, kann das Label mit den in der Werkzeugleiste verfügbaren Elementen gefüllt werden. Neben geometrischen Objekten, Text und Bildern können auch Barcodes eingebunden werden, was besonders für den Einsatz in Unternehmen interessant sein dürfte. gLabel generiert Barcodes automatisch aus einer vorher eingegebenen Zeichenfolge. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Arbeit mit den Objekten schon, was besonders bei Textobjekten auffällt. Im Vergleich zur Texteingabe der meisten Grafikprogramme, plaziert gLabels beim Einbinden von Texten einen Beispieltext, der gegen den eigenen ausgetauscht werden muss. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Textobjekt und wählen die Einstellungen aus. Hier können Sie den eigenen Text eingeben. Änderungen an anderen Objekten erfolgen auf die gleiche Art und Weise. Bedauerlicherweise lassen sich keine Hintergrundfarben, -muster oder Bilder für das ganze Label festlegen. Wer also keinen weißen Hintergrund möchte, muss entsprechend farbiges Papier kaufen. Hat man sich an die kleinen Eigenheiten einmal gewöhnt, besitzt man mit gLabels ein effizientes kleines Programm zur Generierung jedweder Form von Etiketten.

Abbildung 2: Für einen schnellen Blick in Archive eignet sich der File-Roller

File Roller: Archive unter GNOME

Arbeiten mit komprimierten Archiven ist oft eine undankbare Aufgabe, besonders wenn es gilt, den Inhalt fremder Archive zu sichten. Sicher ist dabei die geschickte Kombination und Verkettung der GNU-Tools unter Linux sehr hilfreich. Mit einem grafischen Frontend wie File-Roller geht es dennoch wesentlich bequemer von der Hand. File-Roller (http://fileroller.sourceforge.net/) ist ein GNOME-Frontend, welches von bzip2 über lha bis zip insgesamt neun verschiedene Archivformate unterstützt. Dabei beschränkt es sich im Wesentlichen auf die Bereitstellung der üblichen Grundfunktionen wie Dateien hinzufügen, entpacken oder aus dem Archiv löschen.

Interessant ist aber die Betrachterfunktionalität: Klickt man in einem Archiv auf eine Datei, startet File-Roller sofort das entsprechende Programm und lädt die gewählte Datei. Das setzt natürlich voraus, dass der Dateityp unter GNOME mit einer Anwendung verknüpft ist. Auf diese Weise lassen sich effektiv Bilder, Postscript- oder StarOffice-Dokumente in Archiven sichten, ohne das ganze Archiv zu entpacken, was gerade bei größeren Archiven sehr zeitintensiv ist. Eine Suchfunktion, die das Auffinden von Dateien im Archiv erleichtert, fehlt hingegen in der aktuellen Version. Zur Kompensierung des Problems lassen sich alle Dateien in einer alphabetisch sortierten Liste angezeigen. In diesem Fall entfällt die Unterteilung in Verzeichnisse. Ist dann der Dateiname eindeutig und bekannt, kann man die Datei auch in einem großen Archiv relativ schnell finden. Damit ist der Funktionsumfang von File-Roller bereits erschöpft. Letztlich ist es nur ein kleines effizientes Frontend für die verschiedenen Archiv-Tools. Zum Schluss ein kleiner Tipp: Nautilus und File-Roller sind unter GNOME ein sehr effizientes Gespann. Versuchen Sie es.

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