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Gnomogram

GNOME - 2. Streich

Was lange währt, wird endlich gut. Nach etlichen Verzögerungen in der Entwicklung, verschiedenen Betas und Release Candidates ist GNOME 2.0 (http://www.gnome.org/) endlich fertig. Wer allerdings von der Vorfreude auf neue grandiose Funktionen getrieben wurde, sieht sich enttäuscht. Die Verbesserungen in der neuen Version liegen überwiegend im Detail. Ziel der neuen Version war es, eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung von GNOME zu schaffen. Bei dieser Gelegenheit bot sich eine Portierung auf die aktuelle Version der GTK-Bibliotheken geradezu an. Als Folge dessen besitzt GNOME 2.0 eine verbesserte Textdarstellung, die dank Unicode-Unterstützung auch verschiedene Sprachen mit unterschiedlichen Schreibrichtungen im selben Textfeld erlaubt. Neben diesen und anderen Faceliftings verbesserte sich auch die gesamte Bedienung von GNOME. Selten benutzte Funktionen verschwanden, und alle Dialoge wurden überarbeitet. Auch die Unsitte, dass der Dateidialog beim Verzeichniswechsel den Dateinamen vergisst, gehört damit endlich der Vergangenheit an. Unter anderem sollen GNOME und insbesondere Nautilus deutlich an Geschwindigkeit gewonnen haben. Wenn man den Aussagen glauben darf, ist selbst auf einem Pentium II mit 96 MB zügiges Arbeiten möglich. Dennoch reagieren die meisten Distributoren eher zögernd auf die neue GNOME-Version. Einzig SuSE bietet schon Pakete für die aktuellste Distributionsversion. Zwar befinden sich auch im Mandrake-Download-Bereich cooker GNOME-2-Pakete, diese sind aber mit Vorsicht zu genießen. Der Cooker-Bereich dient unter Mandrake primär Entwicklungs- und Testzwecken. Alle hier enthaltenen Pakete können theoretisch problemlos mit der aktuellen Mandrake-Version laufen, eine Garantie hierfür gibt Mandrake aber nicht. Die restlichen Distributionshersteller einschließlich Ximian setzen im Augenblick noch auf GNOME 1.4.x. Wer trotz fehlender binärer Pakete die neue GNOME-Version installieren möchte, dem bleibt als Alternative Garnome, das im Folgenden noch gesondert besprochen wird.

Abbildung 1: GNOME 2.0 läutet eine neue Runde im sportlichen Wettstreit der Desktop-Systeme ein

Garnome: GNOME 2 selbst gemacht

Wie bereits erwähnt, existieren für die meisten Linux-Distributionen noch keine fertigen GNOME-2-Pakete. Besonders Wagemutige können aber mit Garnome (http://www.gnome.org/~jdub/garnome/) ihr eigenes GNOME 2.0 vergleichsweise einfach selber erstellen. Hinter Garnome verbirgt sich eine Skriptsammlung, die alle benötigten Dateien von den entsprechenden Web-Seiten herunterlädt und in der richtigen Reihenfolge kompiliert. Das Ergebnis ist ein lauffähiges GNOME 2.0, das allerdings nicht in der Paketdatenbank des Systems auftaucht. Sollen später andere Pakete regulär nachinstalliert werden, kann es Probleme durch vermeintlich nicht erfüllte Abhängigkeiten geben.

Wem das egal ist, der braucht neben einem installierten und lauffähigen GNOME 1.4.1 noch DocBook und Python 2.2 sowie jede Menge Festplattenplatz. Einmal installiert, begnügt sich GNOME 2.0 zwar mit zirka 250 MB Plattenplatz, zur Installation wird aber neben 1,2 GB freiem Plattenplatz vor allem Zeit benötigt. Da GNOME mit allen Applikationen ein umfangreiches Paket ist, nimmt die Kompilierung je nach Rechner einige Stunden in Anspruch. Auf einem Athlon 750 dauerte der komplette Vorgang nach Angaben der Entwickler etwa vier Stunden. Wer nicht im Besitz einer Breitband-Internet-Anbindung ist, sollte entsprechend mehr Zeit für den Download einkalkulieren oder von einer Garnome-Installation besser ganz Abstand nehmen. Allen anderen empfehlen wir, die Installation eher an einem verregneten Sonntagnachmittag durchzuführen. So bleibt genügend Zeit, den Rechner vorzubereiten und einen Blick in die Installationsanleitung zu werfen, denn ohne geht es leider nicht.

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