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Lego-Spielen mit Leocad

Schöne Aussichten

So schön die 3D-Ansicht in Leocad auch ist, richtig realistisch wirken die Modelle nicht. Glücklicherweise gibt es eine Möglichkeit, die Modelle mit Hilfe von Povray rendern zu lassen. Außer dem Raytracer benötigen Sie dazu noch die Bibliothek lgeo, die Sie auf [3] oder der Heft-CD finden. Sie entpacken sie mit dem Befehl unzip lgeo.zip in ein Verzeichnis Ihrer Wahl, auf das Sie Schreibzugriff haben. Leocad öffnet auf die Menüauswahl File / Export / Pov-Ray hin einen Dialog, in dem Sie den Pfad zur soeben installierten Lgeo-Bibliothek, zu Povray und den Dateinamen für die zu erzeugende Povray-Datei eingeben (Abbildung 7). Am besten speichern Sie alle Povray-Dateien im selben Verzeichnis wie Lgeo, sonst kann es passieren, dass der Raytracer die einzubindenden Elemente nicht findet.

Abbildung 7: Exportoptionen für Povray

Leider funktioniert das Rendern der Modelle mit der taufrischen Povray-Version 3.5. auf Grund einiger Fehler in Lgeo nicht. Mit Povray 3.1 von der Heft-CD ist das Rendern kein Problem; der Raytracer spuckt lediglich einige Warnungen aus.

Um endlich in den Genuss der realistisch-dreidimensionalen Szene zu kommen, öffnen Sie die Povray-Datei in einem geeigneten Povray-Frontend, z. B. peflp.

Wozu das Ganze?

Wer als Kind gerne mit Lego gespielt hat, wird sich der Faszination Legobauen am PC nicht entziehen können. Leocad birgt eine große Suchtgefahr! Leider ist die Linux-Version nicht auf dem Stand der Windows-Version, die wesentlich intensiver gepflegt und weiter entwickelt wird.

Zwar lässt es sich auch auf älteren Rechnern vernünftig einsetzen, sofern die mit 3D-beschleunigter Grafikkarte, einem passenden X-Server und ausreichend Hauptspeicher ausgestattet sind. Zum Bauen von Modellen aus mehreren Tausend Teilen ist jedoch moderne Hardware erforderlich. Stabilitätsprobleme im Zusammenhang von OpenGL und NVIDIA-Grafikchips sind bekannt und können den Spaß bei (un)passender Hardware vermiesen.

Mit der Dokumentation ist es hingegen so eine Sache: Das Programm kommt ohne Online-Hilfe; ein kurzes Tutorial finden Sie unter [4].

Glossar

OpenGL

Eine Bibliothek zur Darstellung und Manipulation dreidimensionaler Grafikobjekte.

Binary

Ein ausführbares Programm.

Link

Ein Verweis auf eine Datei oder ein Verzeichnis. Anders ausgedrückt: ein Zweitname, unter dem eine Datei oder ein Verzeichnis erreichbar ist.

Suchpfad

Die Umgebungsvariable PATH enthält alle Verzeichnisse, in denen das Betriebssystem Programme oder Skripte sucht, ohne dass die Benutzerin den Pfad dorthin eingeben muss.

Quelltext

Eine Sammlung von Anweisungen in einer Programmiersprache, die (bei kompilierten Sprachen) mit Hilfe eines Compilers übersetzt werden müssen, ehe das Betriebssystem sie ausführen kann.

CVS

Das "Concurrent Versions System" ist eine Software zur Verwaltung von Quelltexten, die von verschiedenen Programmiererinnen gleichzeitig bearbeitet werden. CVS sorgt dafür, dass alle Mitarbeiterinnen an einem Projekt die gleiche Version des Quelltextes benutzen. Aus dem CVS-Depot lassen sich auch ältere Quelltextversionen extrahieren.

HTML

Die "Hypertext Markup Language" ist die Sprache, in der die Seiten für das World Wide Web geschrieben werden.

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LinuxUser 06/2012

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