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K-splitter

01.09.2002

Schulanfang mit einem reich bebilderten Workshop – so lernen Sie völlig neue Seiten am Korganizer kennen. Wem der Abschied vom Sommer hingegen allzu schwer fällt, tun was gegen die Melancholie und lacht über die modernen Mythen des KDE-Projekts.

Voll verplant

Eine der wichtigsten Neuerungen im Korganizer der 3.0er Generation ist die so genannte Gruppen-Terminplanung. Was ein wenig bürokratisch klingt, bedeutet in der Praxis, dass Sie nicht mehr allein Ihre Termine, sondern die ganzer Arbeitsgruppen verwalten können – ein Feature, das besonders in Firmen und Arbeitsgruppen Applaus finden dürfte. Wie das alles im Einzelnen funktioniert, und wie Sie sicherstellen, dass die Mail mit den wichtigen Terminen auch tatsächlich alle Kollegen erreicht, erkärt Ihnen ein neuer Workshop unter http://korganizer.kde.org/workshops/KOrganizerIMIP/de/html/ (Abbildung 1).

In bebilderten Lektionen lernen Sie, mit dem Organizer selbst des gröbsten Terminchaoses in Ihrer Firma Herr zu werden. Auch an Modem-User haben die Macher gedacht und unter http://korganizer.kde.org/workshops/KOrganizerIMIP/de/download/KOrganizerIMIP_DE.tar.gz eine Version zum gemütlichen Offline-Stöbern bereitgestellt.

Abbildung 1

Abbildung 1: Termine planen leicht gemacht

Strategisch

Nach längerer Kunstpause starten die Macher von Boson, eines Echtzeitstrategiespiels nach Art von Command & Conquer oder StarCraft, jetzt so richtig mit der Version 0.6.1 durch. Das neue Release macht als Einzelspieler zwar keinen richtigen Spaß, weil der Computergegner noch nicht ganz auf Zack ist, aber im Netzwerk-Betrieb kann man sich schon anschauen, wohin die Spielereise geht (Abbildung 2).

Abbildung 2

Abbildung 2: Erobern Sie neue Gebiete!

Seit Version 0.6 basiert das Spiel vollständig auf den Spiele-Bibliotheken der 3.0er KDE-Version, so dass auch das Selberkompilieren keine Schwierigkeiten macht. Den Source-Code sowie RPM-Pakete für RedHat 7.3 können sich Spielefreaks jederzeit von der Projekt-Homepage unter http://sourceforge.net/project/showfiles.php?group_id=15087&release_id=93970 herunterladen. boson-code und boson-data benötigen Sie auf jeden Fall, das Paket boson-music ist optional. Wer mag, kann stattdessen auch das Kombipaket boson-all downloaden. Aber Achtung, letzteres ist über 25 MByte groß und damit nur Nutzern schneller Internet-Verbindungen zu empfehlen.

Wer in Zukunft gern gegen eine künstliche Intelligenz antreten will und selber ein wenig Qt/C++ beherrscht, sollte sich schnell an die Entwickler (Kontaktadressen unter http://boson.sourceforge.net/contact.html) wenden, denn Programmier-Unterstützung wird dringend benötigt.

Clipart

Zwar erlaubt KOffice grafikwütigen Usern (wie es sich für ein anständiges Office-Paket gehört), Clipart-Bilder in ihre Dokumente einzufügen, aber was nutzt das schönste Feature, wenn es im KOffice-Paket keine passenden Bilder gibt? Diesem Missstand will das vor Kurzem ins Leben gerufene Klipart Project abhelfen.

Dessen Macher haben es sich auf die Fahnen geschrieben, künftige KOffice-Generationen mit der nötigen Clipart für viele bunte Dokumente zu versorgen. Die ersten Bilder können Sie sich bereits auf der Homepage des Projekts unter http://users.skynet.be/kborrey/klipart/klipart.html herunterladen. Eine genaue Installationsanweisung ist im Paket enthalten. Wie so etwas dann in der Praxis ausschaut, zeigt Abbildung 3.

Abbildung 3

Abbildung 3: KOffice kommt demnächst mit eigener Clipart

Was Sie schon immer über den Dot wissen wollten

So lustig Anarchie sein mag – mit ein paar vernünftigen Regeln funktioniert selbst ein so fröhlicher Chaostrupp wie http://dot.kde.org/ noch einmal so gut. Für alle Neulinge haben die Macher des "Dots" auf vielfachen Wunsch die häufigst gestellten Fragen zum Do and Don't der lebhaften KDE-Community beantwortet.

Wer immer schon mal wissen wollte, wie der Dot arbeitet, wie man Artikel beisteuert oder mithelfen kann, dot.kde.org ganz allgemein zu verbessern: Unter http://dot.kde.org/1024894942/#faq werden diese und andere Fragen aus erster Hand beantwortet.

Installieren leicht gemacht

Zwar ist das Installieren von Linux-Anwendungen bei modernen Distributionen schon längst kein Hexenwerk mehr, aber viele Linux-Neulinge sehnen sich dennoch nach den komfortablen grafischen Installationsoberflächen der Windows-Programme zurück. Wie so oft versuchen die KDE-Entwickler auch hier, eine Brücke zwischen der Stabilität der Linux-Welt und dem Oberflächenkomfort aus Redmond zu schaffen und werkeln fieberhaft am neuen KDE-Installer Kalypso (Abbildung 4). Zwar ist der noch nicht ganz einsatzbereit, aber die Screenshots unter http://mail.kde.org/~howells/kalypso/ lassen Installationsfanatikern bestimmt schon jetzt das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Abbildung 4

Abbildung 4: So werden Installationsorgien zum Kinderspiel

Die Spinne in der Yucca-Palme

Wer kennt sie nicht, die "Urban Legends" – Schauermärchen, die sich als Wahrheit in der Erinnerung festsetzen, mit der Realität jedoch in der Regel nichts gemein haben. Auch um das KDE-Projekt ranken sich mittlerweile einige dieser modernen Mythen. Zeit für eine eigene Homepage, um mit den Märchen aufzuräumen, dachte sich Aaron J. Seigo und rief kurzentschlossen die Seite http://kdemyths.urbanlizard.com/ ins Leben.

Fein säuberlich nach Themen wird hier – von Lizenzstreitigkeiten bis hin zu vermeintlich langsamen und ressourcenfressenden KDE-Applikationen – mit allen Vorurteilen aufgeräumt. Sie vermissen ein Gerücht? Kein Problem: Nutzen Sie einfach das Web-Formular unter http://kdemyths.urbanlizard.com/addMyth.php, und sorgen Sie für klare Verhältnisse.

Abbildung 5

Abbildung 5: Der Gebrüder KDEs Märchen haben jetzt eine eigene Homepage

Mac again

In der letzten Splitter-Ausgabe berichteten wir über das Fink-Projekt, das die schöne bunte KDE-Welt für Mac-OS-X-User verfügbar machen will. Wer seine Systeme lieber streng getrennt und dabei doch voll im Griff hat, freut sich über Kio-mac 1.0.1. Der Autor Jonathan Riddell ermöglicht es Mac-Usern, mit dem Konqueror und diesem Kioslave unter Linux bequem in Mac-Partitionen herumzustöbern (Abbildung 6).

Neben dem Ioslave, dessen aktuelle Version Sie von der Homepage des Autors unter http://jriddell.org/programs/mac/ herunterladen können, benötigen Sie zusätzlich das Paket hfsplusutils, das Riddell im gleichen Verzeichnis für Sie bereitstellt.

Abbildung 6

Abbildung 6: Kontrollieren Sie Mac-Festplatten mit dem Konqueror!

Update lohnt

KOffice wird erwachsen und mit jedem Release den Ansprüchen an eine moderne Office-Suite besser gerecht. In der gerade erschienenen Beta 2 von KOffice 1.2 verfügt KWord endlich über eine Fußnoten-Funktion, und auch an den Import/Export-Filtern für andere Dateiformate haben die Entwickler weiter gefeilt. Große Neuerungen gibt es auch bei der Tabellenkalkulation KSpread, die in der neuen Ausgabe mit Vorlagen ausgestattet ist.

Mandrake- und SuSE-Nutzer freuen sich über RPM-Pakete; alle anderen müssen leider selber kompilieren. Download-Quellen finden Sie unter http://www.koffice.org/announcements/announce-1.2-beta2.phtml (Stefanie Teufel/pju).

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