deskTOPia
Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.
Icons für Ihren Desktop gibt es wie Sand am Meer. Doch manchmal will das schöne Programm-Icon einfach nicht zu den übrigen passen, weil es z. B. einen ausgefüllten statt einen transparenten Hintergrund aufweist. Oder das Icon wäre perfekt ohne diesen lästigen Schriftzug …
Sicher lässt sich solche Nacharbeit mit The Gimp oder ImageMagick bewältigen. Doch während herkömmliche Bildbearbeitungssoftware eher das flächige Bearbeiten einer Grafik vorsieht, lassen spezielle Icon-Editoren pixelweise malen. Ein interessanter Pixeleditor ist das noch recht unbekannte Babygimp.
Zu finden ist der Kleine unter http://babygimp.sourceforge.net/ sowie auf der Heft-CD. Sie bekommen dort ein gepacktes Archiv, das eine gerade mal 217 kB große ausführbare Datei nebst umfangreicher Dokumentation enthält. Möglich ist das, weil Babygimp lediglich ein Perl-Skript ist, das zur grafischen Ausgabe auf das Toolkit Tk zurückgreift. Ihr Distributionspaket von Perl/Tk sollte also zuvor installiert sein, sonst startet babygimp nicht und beklagt sich mit den Worten Can't locate Tk.pm in @INC.
Schnellstart
Abgesehen davon muss nur das babygimp_0.41.tar.bz2-Archiv entpackt und sein Inhalt an den rechten Fleck kopiert werden. (Zum Deinstallieren braucht man diesen – eine Datei namens babygimp – lediglich rücksichtslos zu löschen.) Aus einer Eingabeaufforderung heraus sieht die Installation folgendermaßen aus:
tar -xv --bzip2 -f babygimp_0.41.tar.bz2 cp babygimp_0.41/babygimp /usr/local/bin/
Von nun an startet der Befehl babygimp Ihren neuen Icon-Editor. Haben Sie nochmals 217 kB Festplattenplatz über, so empfiehlt sich die Installation der mitgelieferten, englischsprachigen Hilfe im HTML-Format, die sich mit jedem Web-Browser einsehen lässt:
mkdir -p /usr/local/share/doc/babygimp cp babygimp_0.41/doc/@L: * /usr/local/share/doc/babygimp
Um die Hilfe auch aus Babygimp heraus nutzen zu können, sind weitere Angaben notwendig (Abbildung 2): In den Voreinstellungen geht der Autor Christian Lederer von einem betagten Standard für Dokumentationen aus (/usr/local/doc/Babygimp); wir hingegen installierten korrekt nach /usr/local/share/doc/babygimp. Zudem sieht er als HTML-Browser kdehelp vor, was nicht alle begeistert. Launcher ist für Leser der deskTOPia-Ausgabe 06/2002 (Seite 64 f.) sicher das geeignetere Tool. Beides lässt sich nach einem Mausklick auf Options anpassen.
Doch damit nicht genug: Die Dateirechte sind etwas zu restriktiv, so dass für die Hilfe Nachhilfe angesagt ist:
chmod 644 /usr/local/share/doc/babygimp/@L: *
Fortan darf jeder User die Dokumentation lesen, aber nur root daran Korrekturen vornehmen.
Ladehemmung
Babygimp startet mit einer leeren, 32x32 Pixel großen Grafik. Möchten Sie ein bestehendes Icon bearbeiten, wählen Sie File .../Open, suchen die passende Datei aus und klicken auf Accept. Der Pixeleditor lädt jedoch auch direkt beim Starten angegebene Icons: babygimp icon.xpm. Zwar lassen sich mittels externer Importfilter andere Grafikformate als XPM (X11 Pixmap) importieren, doch da XPM das eine, allseits verständliche Icon-Format darstellt, sollten Sie sich hierauf beschränken.
Schlägt der Versuch, eine XPM-Grafik zu laden, fehl, so liegt dies vermutlich daran, dass sie der große Bruder Gimp in mehr als 256 Farben erstellte. Das Problem scheint in Perl/Tk begründet zu sein. Abhilfe schafft das Umspeichern der Grafik mit einem weiteren Tool (z. B. display aus dem ImageMagick-Paket) oder aber eine Indexed Color Conversion vor dem Abspeichern in Gimp.



