Distri-Bits

01.09.2002

Die News-Strecke bekommt Zuwachs: In den "distri-bits" informieren wir Sie künftig regelmäßig darüber, was sich bei Distributoren und Distributionen, freien wie kommerziellen, tut: Neue Versionen und Newcomer, Updates und Sicherheitsprobleme, wegweisende Entscheidungen und Blicke hinter die Kulissen finden Sie hier versammelt.

Im Zwischenstadium

"Ein formloses graues Nichts umfließt Dich." Mit diesen bedeutungsschwangeren Worten leitete Red Hat auf der Mailingliste redhat-announce-list-admin@redhat.com die Ankündigung der jüngsten Beta-Version mit dem Codenamen Limbo ein. Diese enthält unter anderem gcc-3.1, Mozilla 1.0+ und OpenOffice 1.0.

Als Beta-Version ist sie nicht für Systeme mit kritischen Daten geeignet, experimentierfreudige Anwender jedoch können sich an der Fehlersuche beteiligen und die Bugs über http://bugzilla.redhat.com/bugzilla/ melden.

Limbo bekommt man direkt von Red Hats FTP-Server unter ftp://ftp.redhat.com/pub/redhat/linux/beta/limbo/. Für den Download aus Europa steht u. a. der Server der TU-Chemnitz zur Verfügung (ftp://ftp.tu-chemnitz.de/pub/linux/redhat-ftp/redhat/linux/beta/limbo/).

Das Küken und der Dino

Wer über freie Distributionen spricht, meint meistens Debian. Doch es gibt noch mehr! Zu den jüngeren Vertretern dieser Gattung zählt Gentoo Linux, dessen neue Version 1.2 unter http://gentoo.org/ zum Download für Intel-kompatible und PowerPCs sowie für die Sparc- und Sparc64-Plattformen bereit steht.

Im Gegensatz zu anderen Distributionen arbeitet es mit einem Paket-Managment-System namens Portage ähnlich dem Ports-System von FreeBSD. Das heißt, Sie spielen keine vorkompilierten Binärpakete ein, sondern lassen Portage den Quellcode der gewünschten Software herunterladen, konfigurieren, kompilieren, einspielen und verwalten. Dieser Ansatz zeigt bereits, dass die Distribution sich nicht an Linux-Einsteiger richtet. Wer sich dennoch traut, findet deutschsprachige Unterstützung unter http://www.gentoo-de.org/.

Abbildung 1: Auch die deutsche Gentoo-Seite macht auf das OpenSSH-Update aufmerksam

Wer erinnert sich noch an die Ursprünge der SuSE-Distribution? Tatsächlich hat der mittlerweile größte deutsche Linux-Distributor einmal auf der Basis einer Distribution namens Slackware [1] begonnen. Diesen (vergleichsweise schlanken) Dinosaurier gibt es jetzt in der neuen Version 8.1. Sie steht mit aktuellen Infos auf http://www.slackware.com/ zum Download bereit.

Zu den Highlights gehören KDE 3.0.1, GNOME 1.4.1 und Mozilla 1.0. Slack, wie die Distribution von ihren Fans liebevoll abgekürzt wird, unterstützt nun auch die Filesysteme ext3, ReiserFS, JFS und XFS. Außerdem kommt Version 8.1 mit einer Reihe neuer SCSI- und ATA-RAID-Controller klar.

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