Schnelle Busse

USB 2.0 und Firewire nachrüsten

01.08.2002
Die Tage gemütlicher Datentransfers zu Peripheriegeräten sind gezählt: Mit USB 2.0 und Firewire haben sich zwei Hochgeschwindigkeitsdatenbusse für große Kabellängen durchgesetzt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Linux-Rechner nachrüsten.

Der Universal Serial Bus, kurz USB, hat sich zum Standard für den Anschluss von Peripherie entwickelt - ob Maus, Tastatur, Joystick, Scanner, Drucker, Brenner oder gar Festplatte, alles findet am USB-Anschluss Platz. Der Preis ist eine niedrige Datentransferrate. Ob nun eine CD gebrannt wird oder die MP3-Sammlung mit auf Reisen genommen werden soll, mit gerade einmal vierfacher Brenn-Geschwindigkeit oder 800 KByte pro Sekunde lief alles sehr gemächlich ab.

Der Firewire-Bus wurde ursprünglich für die im Video-Bereich erforderlichen hohen Datentransferraten und lange Kabelwege vom "Institute of Electrical and Electronics Engineers", kurz "I-Triple-E" (IEEE, http://www.ieee.org) entworfen. Der als Standard 1394 verabschiedete Bus (IEEE-1394) mit dem Spitznamen "Firewire" verwendet einen vier- oder sechspoligen Stecker und ermöglicht Datenraten von bis zu 50 MB pro Sekunde (400 MBit/s) bei sechs Metern Kabel zwischen zwei Geräten.

Anders als USB ist der Einsatz von Firewire nicht auf den PC beschränkt, IEEE-1394 findet man bei Apple-Computern, neueren Camcordern, digitalen Videorekordern, Schnittpulten, Festplatten, CD- und DVD-Laufwerken.

Im vergangenen Jahr verabschiedete das USB-Konsortium (http://www.usb.org) den Standard USB 2.0, der dem Flaschenhals von USB 1.1 ein Ende bereiten soll und die Geschwindigkeitskrone wieder zurück erobert. Statt den bisher theoretisch möglichen 12 MBit/s (1,5 MB/s) von USB 1.1 und 400 MBit/s bei IEEE-1394 schafft USB 2.0 maximal 480 MBit/s (60 MB/s). Der Clou von USB 2.0 ist sowohl die höhere Geschwindigkeit wie auch die Auf- und Abwärtskompatibilität - jedes USB-2-Gerät kann an einem alten USB-1.1-Anschluss betrieben werden, und jedes alte USB-1.1-Gerät passt an einen USB-2-Anschluss. Selbst die alten Kabel können weiter benutzt werden.

Kein reines Software-Update

Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, mit einem reinen Software-Update ist es bei der Umstellung vom verbreiteten USB 1.1 auf Version 2.0 nicht getan. Mit "Version 2.0" ist der zweite, erweiterte USB-Standard gemeint und nicht etwa die Versionsnummer eines Treibers. Eine Umstellung der USB-Anschlüsse auf Mainboards oder Erweiterungskarten ist nicht möglich, Sie müssen eine neue USB-2.0-Karte kaufen - für die Sie natürlich entsprechende Treiber benötigen.

Auch ein neuer USB-Hub wird fällig, wenn Sie USB-2-Geräte mit hoher Datenrate nicht nur direkt am Rechner betreiben wollen. Wird der Hub nur zum Anschluss älterer Geräte wie Tastatur, Maus oder Drucker benutzt, brauchen Sie ihn nicht auszutauschen - schließen Sie USB-2-Geräte an, schalten diese in den langsamen USB-1.1-Modus zurück, funktionieren aber sonst wie gewohnt.

Experimentelle Treiber

Während Firewire bereits seit Kernel-Version 2.4.0 unterstützt wird (die Module sind momentan noch als experimentell gekennzeichnet), wird USB 2.0 erst ab Version 2.4.19 zum Standard-Kernel gehören. Bei Redaktionsschluss war Kernel 2.4.18 aktuell, dort muss der USB-2.0-Treiber per Patch eingebaut werden. Die Kernel-Quellen nebst Patch finden Sie auf der Heft-CD unter LinuxUser/usb-2.0/kernel-2.4.18.tar.gz und LinuxUser/usb-2.0/patch-2.4.19-pre8.gz.

Benutzer des Standard-Kernels der SuSE 8.0 haben es leicht, dort ist das für USB 2.0 zuständige Modul ehci-hcd bereits einkompiliert. Selbst während der Installation werden externe USB-2-Festplatten problemlos erkannt und können eingebunden werden. Anders Firewire: Wie auch alle anderen großen Distributoren sucht SuSE derzeit nicht nach Firewire-Peripherie, Handarbeit ist angesagt.

Der Standard-Kernel der SuSE 8.0, den Sie ebenfalls auf der Heft-CD finden, eignet sich auch ohne Weiteres als Update für die SuSE 7.3. Dazu führen Sie die folgenden Befehle aus:

rpm -Uhv /cdrom/LinuxUser/usb-2.0/k_deflt-2.4.18-58.i386.rpm
mk_initrd
lilo

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