GNOME-Freund aus Valhalla
Red Hat Linux 7.3
Ausstattung
Red Hat hat gegenüber früheren Versionen mit der 7.3 deutlich aufgerüstet: Acht CDs und eine DVD schlagen (was die Anzahl der Datenträger angeht) sogar die SuSE 8.0 Professional, die mit sieben CDs und einer DVD geliefert wird. Darunter ist allerdings eine CD, die ausschließlich StarOffice 5.2 in fünf lokalisierten Versionen (auch Deutsch) enthält. Auf der DVD, die das Gesamtsystem enthält, finden sich ca. 4 GB an Daten, nach der ca. eine halbe Stunde dauernden Installation des Standard-Workstation-Systems inklusive KDE, Entwicklungsumgebung und Spielen werden auf der Festplatte 2,8 GB belegt, eine Vollinstallation benötigt laut Handbuch 3,7 GB.
Die Aktualität der enthaltenen Komponenten ist erwartungsgemäß hoch, ist der Red Hat 7.3 erst kürzlich erschienen: Kernel 2.4.18, XFree86 4.2.0, KDE 3, GNOME 1.4, Mozilla 0.9.9 und Evolution 1.0.3 erlauben dem Käufer, noch einige Zeit mit dem System zu arbeiten, bevor sich erste Aktualisierungen aufdrängen.
Mager ist die gedruckte Dokumentation: Ein Handbuch mit 146 System beschreibt detailliert die Installation (dank sehr kleiner Schriftart ist es ausführlich aber auch an der Grenze zu schlechter Lesbarkeit), wer mehr nachlesen will, muss dazu die Dokumentations-CD (oder die DVD) bemühen: Hier finden sich dann sechs Handbücher (wahlweise im HTML- oder druckerfreundlichen PDF-Format und in fünf Sprachen) - diese Bücher können von der CD gelesen oder auch als RPM-Pakete ins System installiert werden. Eine durchsuchbare Datenbank erhält man damit allerdings nicht. Übrigens fehlt nach einer Standardinstallation der Acrobat Reader - da sich die Dokumentation in xpdf nicht ganz so gut liest, sollte er von der CD Productivity Applications nachinstalliert werden.
StarOffice wird übrigens ebenfalls nicht mitinstalliert, OpenOffice fehlt ganz. Bei fehlender Software zahlt es sich aus, dass Red Hat Erfinder des RPM-Paketformats (Red Hat Package Manager) ist: Während die Internet-Suche nach einem SuSE-RPM-Paket oft erfolglos bleibt, findet sich für Red Hat fast immer ein geeignetes Paket. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Konkurrenz Mandrake sich weiterhin um Red-Hat-Kompatibilität bemüht, so dass sich auch Mandrake-Pakete ohne größeren Aufwand installieren lassen.
Wer schon früher mit Red Hat gearbeitet hat, dem wird auffallen, dass das zentrale Konfigurations-Tool linuxconf verschwunden ist. Eine integrierte Lösung gibt es damit nicht mehr. Will man als normaler Anwender mehrere Konfigurationsschritte nacheinander durchführen, ist daher jedesmal erneut das Root-Passwort einzugeben. Da empfiehlt sich fast die sonst eher abzulehnende Variante, sich direkt als root anzumelden, wenn mehrere Konfigurationsaufgaben zu erledigen sind.
TrueType und Euro: Kein Problem
TrueType-Fonts werden unterstützt, und einige von ihnen sind sogar schon installiert, so etwa Times New Roman, Arial und Courier New - das hilft beim Import von Microsoft-Office-Dokumenten. Leider wurden die Fonts nicht für den Einsatz unter StarOffice eingerichtet - wer sie benutzen will, muss also auf KDEs KOffice zurückgreifen oder OpenOffice (bzw. das kostenpflichtige StarOffice 6.0) nachinstallieren. Euro-Unterstützung bereitet der amerikanischen Distribution keine Probleme, weder in der Konsole noch in GNOME- oder KDE-Anwendungen; so soll es auch sein.



