redhat.jpg

Red Hat Linux 7.3

GNOME-Freund aus Valhalla

Red Hat ist der letzte Anbieter, der als Default-Desktop auf GNOME setzt, doch auch KDE 3.0 ist Teil des Valhalla genannten Red Hat Linux 7.3, und mit acht CDs und einer DVD ist dieses Paket das umfangreichste im Test.

Eine der besonderen Stärken von Red Hat war schon immer die automatische Hardware-Erkennung: Während man die korrekte Einrichtung von Grafikkarte und Monitor ohnehin erwartet (diese funktioniert gut und kennt sogar das ältere Monitormodell), ist es nicht selbstverständlich, dass nach Rekonfiguration des Rechners die Änderungen verkraftet werden.

Red Hat meistert das sehr gut: Nach der Installation wurden die Netzwerkkarte gegen ein anderes Modell ausgetauscht und ein zusätzlicher SCSI-Adapter eingebaut - 100% Treffer: Beim nächsten Systemstart entfernt der Hardware-Assistent die alte Netzwerkkarte und richtet die neuen Geräte ein. Die schon vorhandene Netzwerkkonfiguration wurde dabei auf die neue Karte übertragen, im Ergebnis war der Rechner sofort wieder im Netz erreichbar. Eigenartig ist nur: Der SCSI-Controller wurde zwar erkannt und das korrekte Modul in die Datei /etc/modules.conf eingetragen, aktiviert wurde der Treiber aber nicht - dafür ist ein

modprobe scsi_hostadapter

nötig. Doch beginnen wir beim Anfang, der Installation. Red Hat leistet sich den Luxus, bei der Partitionierung auf ein Tool zu verzichten, das Windows-FAT-Partitionen verkleinern kann. Dieses (bei SuSE und Mandrake vorhandene) Feature verliert allerdings mehr und mehr an Bedeutung, seit sich Windows XP als vorinstalliertes System durchsetzt: Die NTFS-Partitionen von XP kann keine der Linux-Distributionen im Test bearbeiten - es gibt schlicht noch kein freies Tool, das dies leistet. Jedoch zwingt Red Hat mit dieser Entscheidung auch Anwender älterer Windows-Versionen (95, 98, Me), zur Verkleinerung der Windows-Partition auf ein kommerzielles Tool wie Partition Magic auszuweichen oder mit dem unkomfortablen Kommandozeilen-Tool FIPS im DOS-Prompt von Windows zu arbeiten.

Ansonsten ist die Partitionierungsroutine flexibel: Red Hat kann einen Vorschlag für die Umgestaltung der Platte machen, den Anwender dies im Disk Druid oder (wichtig für Profis) auch mit fdisk erledigen lassen. Die automatisch vorgeschlagene Aufteilung ist für den Durchschnittsanwender vernünftig (kleine /boot-Partition, 1 GB Swap, Rest für die Root-Partition), die Partitionen werden mit dem Journaling-Dateisystem ext3, dem Nachfolger des alten Standards ext2 formatiert. Für und gegen ext3 und seine einzige echte Alternative ReiserFS gibt es unterschiedliche Argumente, die Entscheidung für ext3 ist nicht zu beanstanden.

An Installationsvarianten kennt Red Hat vordefinierte Paketauswahlen für den Einsatz als Workstation, Server oder Laptop und erlaubt auch, eine eigene Wahl zu treffen, als Boot-Manager stehen Lilo und Grub zur Wahl - im Master Boot Record der Platte oder im Boot-Sektor der Linux-Partition.

Schnell vernetzt

Netzwerk und Firewall werden schon bei der Installation konfiguriert: Für die Einrichtung der Netzwerkkarte kann DHCP verwendet werden, alternativ lassen sich die Daten (IP-Adresse, Netzmaske etc.) per Hand eingeben. Der Schutz durch die Firewall lässt sich in drei Stufen regeln; zusätzlich können verschiedene Servcices (DHCP, SSH, Telnet, WWW, SMTP und FTP) ein- oder ausgeschaltet werden.

Paketwahl

Den Installationsumfang bestimmen Sie zeitsparend durch eine Auswahl von vier Paketgruppen (GNOME, KDE, Software-Entwicklung, Spiele/Unterhaltung), können aber auch einzelne Pakete an- oder abwählen, falls Sie sich die Zeit nehmen wollen.

Sind alle Einstellungen getätigt, geht es nach Bestätigung der Vorgaben los - bis zu diesem Zeitpunkt wurde noch nichts am System verändert, was einen spät entschiedenen Ausstieg aus der Installation erlaubt.

Bei der Paketübertragung amüsiert Red Hat mit einigen Anekdoten über die Firma, etwa: "Aus Student trug Marc Ewing auf dem Campus immer eine rote Baseballmütze. Da er fast alle Computer-Probleme lösen konnte, begannen die Leute, den Typ mit dem roten Hut um Hilfe zu fragen - das blieb hängen."

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • StarOffice 7 und OpenOffice 1.1
  • Test StarOffice 5.2
    Die neue Version der kostenlosen Office-Suite StarOffice 5.2 ist auf dem Markt. Die überarbeitete Rechtschreibprüfung ist eine der lange erwarteten Neuerungen. Wir nennen in diesem Test aber nicht nur die größten Neuerungen, sondern sagen auch, ob und wo der Hase im Pfeffer liegt.
  • StarOffice 5.1a - Workshop
    Nach der Übernahme von Star Division durch den amerikanischen Großkonzern Sun wurde die Lizenzpolitik für das Office-Paket StarOffice grundlegend geändert, so dass es nun auch im kommerziellen Bereich lizenzkostenfrei eingesetzt werden kann. Dabei ist es aufgrund seiner Netzwerkausrichtung und einer Verfügbarkeit auf mehreren Plattformen ideal für den Einsatz in heterogenen Betriebssystemumgebungen geeignet. Zudem ist StarOffice neben Applixware das zur Zeit einzige komplette Office-Paket für Linux. Wer sich also für einen lohnenden Umstieg auf dieses Paket entschließt, bekommt mit diesem mehrteiligen Workshop nicht nur die ersten Schritte gezeigt.
  • StarOffice 6.0 Preview im Test
  • Migration Microsoft Office 2000 zu StarOffice 5.2 - Teil 2
    Beim letzten Mal zeigten wir Ihnen, welche Unterschiede zwischen Microsoft Office und StarOffice in der Bedienung existieren. In diesem zweiten Teil beschäftigen wir uns mit dem Import bereits vorliegender Dokumente. Da dies den schwierigsten Teil des gesamten Umstiegs darstellt, widmen wir den Workshop-Teil vollständig diesem Thema.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 04/2017: SPEZIAL-DISTRIBUTIONEN

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

WLAN lässt sich nicht einrichten
Werner Hahn, 21.03.2017 14:16, 0 Antworten
Dell Latitude E6510, Ubuntu 16.4, Kabelbox von Telecolumbus. Nach Anklicken des Doppelpfeiles (o...
"Mit Gwenview importieren" funktioniert seit openSuse 42.2 nicht mehr
Wimpy *, 20.03.2017 13:34, 2 Antworten
Bisher konnte ich von Digitalkamera oder SD-Karte oder USB-Stick Fotos mit Gwenview importieren....
Ich habe eine awk Aufgabe und bekomme es nicht so Recht hin
Dennis Hamacher, 10.03.2017 18:27, 1 Antworten
Ich hoffe Ihr könnt mir dabei helfen oder mir zeigen wie der Befehl richtig geschrieben wird. Ich...
Unter Linux Open Suse Leap 42.1 einen Windows Boot/ ISO USB Stick erstellen...
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:26, 1 Antworten
Hallo, weiß jemand wie ich oben genanntes Vorhaben in die Tat umsetzen kann ? Wäre echt dankba...
Druckertreiber installieren OpenSuse42.1
Tim Koetsier, 07.03.2017 15:22, 1 Antworten
hallo, kann mir BITTE jemand helfen ich verzweifel so langsam. Habe einen Super Toner von Canon...