wlan_zaurus.jpg

Saurier in freier Wildbahn

Mit dem Sharp Zaurus ins Internet

01.08.2002
Wie kommt ein Zaurus-PDA ins Netz? Da er mit Linux als Betriebssystem läuft, leicht und auf unterschiedlichste Weise. Wir zeigen, wie's geht.

Der Sharp Zaurusist nicht nur ein einfacher PDA – mit Linux als Betriebssystem ist er bestens auf einen Betrieb im Internet eingerichtet. Im Folgenden stellen wir Ihnen verschiedene Methoden vor, mit denen man ihn ins Netz der Netze bringen kann: mit dem mitgelieferten USB-Kabel, per Handy oder mit einer WaveLAN-Karte. Egal auf welchem Weg Ihr Zaurus ins Netz gelangt ist, stehen Ihnen danach viele neue Anwendungsmöglichkeiten offen, von denen wir im nächsten Heft die spannendsten vorstellen.

Lässig: Mit WaveLAN-Karte

Die entspannteste Variante ist leider auch die teuerste: Vernetzung mit WaveLAN. Dies ist ein Standard (IEEE 802.11b) für drahtlose Netzwerkkommunikation, der ähnlich einem kabelgebundenen Ethernetbenutzt wird. Sein großer Vorteil: Man kann den Zaurus wirklich mobil, ohne jegliches Kabel, verwenden. Allerdings verbraucht die für eine solche Anbindung nötige CompactFlash-WaveLAN-Karte zusätzlichen Strom, so dass die Akkulaufzeit mit diesem Zubehör auf etwa eineinhalb bis zwei Stunden sinkt.

Entsprechende Karten gibt es zum Beispiel bei [2] für etwa 300 € zu erwerben. Beim Kauf lohnt es sich aufzupassen [3]: Nicht alle Karten funktionieren mit dem Zaurus, und manche Modelle blockieren das Stiftfach oder den Kopfhörerausgang. Falls Sie dennoch solch eine Karte erwischt haben, können Sie den Stift nur bei ausgeschaltetem Gerät ins Fach hineinstecken oder herausnehmen, ohne die Netzanbindung zu unterbrechen.

Außerdem benötigen Sie eine Gegenstelle, mit der die Karte im Zaurus Kontakt aufnehmen kann. Viele Firmen und Universitäten haben diese Infrastruktur bereits installiert; der Zaurus sollte überall mitfunken können, wo gemäß "802.11b" vernetzt wurde. Für ein Heimnetzwerk benötigen Sie eine Basisstation, die die Daten vom Funknetz ins Internet weiterleitet, zum Beispiel über Modem oder ADSL. Hier gibt es separate Geräte (etwa die Apple AirPorts), die sehr einfach zu installieren sind. Alternativ kann auch ein Linux-Rechner mit WaveLAN-Karte diese Aufgabe übernehmen, indem er die Adressen im dahinterliegenden drahtlosen Netz maskiert (siehe auch [4]).

Wenn die Hardware-Seite geklärt ist, teilt man dem Zaurus zunächst die Einstellungen des Wireless LANs unter Einstellungen / Wireless LAN Einstellungen mit (Abbildung 1). In der Regel müssen Sie hier die verwendete ESSID ("Extended Service Set ID"), die vielfach auch als Netzwerkname bekannt ist, sowie den Typ des Netzwerks einstellen. Letzterer ist bei Installationen, die spezielle Access Points benutzen, Infrastruktur und nur bei selbstgebauten Lösungen 802.11 Ad-Hoc. Eventuell müssen Sie hier außerdem noch die verwendeten WEP-Einstellungen eintragen.

Abbildung 1: Die Wireless-LAN-Einstellungen des Autors

Im zweiten Schritt erstellen Sie unter Einstellungen / Netzwerk & Sync eine neue "LAN - TCP/IP"-Verbindung. Abhängig von der Installation des Funk-LANs sollte es ausreichen, in deren Verbindungseinstellungen die Option Automatische TCP/IP-Konfiguration aktiviert zu lassen (Abbildung 2). Nach dem Schließen dieses Kontrollfelds können Sie einfach die WaveLAN-Karte in den Zaurus stecken und sollten automatisch ins Netz eingebunden werden.

Abbildung 2: Die Verbindungseinstellungen für das WLAN

Funktioniert das nicht auf Anhieb, überprüfen Sie am besten zuerst die Wireless-LAN-Einstellungen. (Manche Karten zeigen an, wenn Sie kein Netz finden können, Proxim Harmony-Karten zum Beispiel durch Blinken der grünen Leuchtdiode.) Wenn diese Einstellungen richtig sind, schauen Sie sich den Verbindungsstatus im Netzwerk & Sync-Kontrollfeld auf dem Reiter Aktuelle Konfiguration an: Falls hier neben IP-Adresse nur eth0 zu lesen ist, ist das ein typisches Zeichen dafür, dass die Konfiguration des Netzwerks, also nicht die der WaveLAN-Karte, fehlerhaft ist. Versuchen Sie in diesem Fall, die IP-Adresse und -Parameter doch von Hand einzustellen, indem Sie im Reiter Verbindungen Ihre Verbindung auswählen, auf Einstellungen klicken und dort die Werte eintragen.

Mobil: Mit Handy und IR

Unabhängiger von spezieller Infrastruktur sind Sie mit einem Handy und Einwahlverbindung. Der Zaurus besitzt an der linken Gehäuseseite eine IrDA-Schnittstelle, über die er mit einem Handy kommunizieren kann (Abbildung 3). Das Mobil-Telefon muss ein sogenanntes Softmodem über die Infrarotschnittstelle bereitstellen, das heißt, es muss reguläre AT-Befehleverstehen. Dies ist meist bei als "Business-Handy" vermarkteten Geräten wie zum Beispiel dem Nokia 6210 oder dem Siemens S35i der Fall; [5] gibt detailliertere Auskunft.

Abbildung 3: Internet-Einwahl mit Handy

Außerdem benötigen Sie eine Einwahlmöglichkeit, entweder über Ihren normalen Internet-Provider oder auch über Ihren Handy-Netzbetreiber. Auf dem Zaurus gehen Sie in den Reiter Einstellungen und wählen dort Internet Wizard. Dann erstellen Sie mit Neu eine neue Verbindung und suchen den Punkt Wählverbindung aus. Auf der zweiten Seite tragen Sie einen Namen für die Verbindung und die Telefonnummer ein. Als Modemtyp wählen Sie IR für Infrarot. In den erweiterten Einstellungen (der Weg dahin ist in Abbildung 4 rot markiert) wählen Sie eine Datenrate, die Ihr Handy nicht überfordert; 19200 hat sich bewährt, schneller ist die Kommunikation über Mobiltelefon sowieso nicht. Auf der dritten Seite tragen Sie Ihre Benutzerkennung und (wenn Sie möchten) auch Ihr Passwort ein. DNS-Adressen brauchen Sie in der Regel nicht anzugeben, die meisten Internet-Provider teilen sie automatisch mit. Wenn gewünscht nehmen Sie im selben Wizard auch gleich Ihre E-Mail-Einstellungen vor.

Abbildung 4: Die erweiterten Einstellungen der Wählverbindung

Ist die Verbindung erstellt, erscheint unten in der Leiste ein neues Symbol (in Abbildung 5 rot umrandet). Wenn Sie mit dem Stift darauftippen, geht ein Menü auf, in dem Sie den Wählvorgang einleiten können. Geht alles gut, sind Sie nach einem Klick auf Verbinden und kurzer Wartezeit im Internet. Bei vielen Handys muss die Infrarotschnittstelle erst aktiviert werden – ansonsten bekommt der Zaurus keine Antwort. Ausschalten können Sie die Verbindung ebenfalls wieder über das besagte Symbol.

Abbildung 5: Das Symbol für die Wählverbindung

Die größten Nachteile dieser Variante sind die sehr geringe Datenrate und die hohen Verbindungskosten. Andererseits handelt es sich wohl um die mobilste Möglichkeit, mit der man von nahezu überall E-Mails auf einem erträglich großen Bildschirm lesen, halbwegs komfortabel schreiben oder schnell etwas im Web nachschlagen kann.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2014: VIDEOS BEARBEITEN

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Artikelsuche
Erwin Ruitenberg, 09.10.2014 07:51, 1 Antworten
Ich habe seit einige Jahre ein Dugisub LinuxUser. Dann weiß ich das irgendwann ein bestimmtes Art...
Windows 8 startet nur mit externer Festplatte
Anne La, 10.09.2014 17:25, 4 Antworten
Hallo Leute, also, ich bin auf folgendes Problem gestoßen: Ich habe Ubuntu 14.04 auf meiner...
Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...
Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...