Die Ausstattung

Nach dem Abschluss des Installationsvorgangs führt Mandrake lobenswerterweise gleich ein Update über das Internet aus, was jedoch dauern kann. Falls die Internetverbindung nicht zustande kommt, wird keine Fehlermeldung angezeigt. Und noch eine Überraschung, im Linux-Umfeld ein ungewohnter Anblick: Eine Zwangsregistrierung will E-Mail-Adresse und Postanschrift wissen. Wenn man die gelegentlichen Klippen der Installation mal umschifft hat, entschädigt einen der aufgeräumte KDE-Desktop (auch Gnome wird installiert). Übersichtlichkeit von den Icons bis zum Aufbau des KDE-Menüs, das sauber und konsequent strukturiert ist. Sehr gut ist die Idee, vom Problem zum Programm zu führen: "Was will ich machen?". Leider wurde dieser Teil nicht komplett übersetzt, unvermittelt steht man hier englischer Mundart gegenüber. Die Auwahl der Pakete von Mandrake 8.2 ist aktuell, ohne übertrieben up-to-date zu sein. So wurde auf das neue KDE 3 bewusst verzichtet, weil beim Mastern der Mandrake-CDs nur ein KDE-Release-Kandidat verfügbar war, dessen Stabilität fraglich war. Das mitgelieferte KDE 2.2.2 ist solide. Mandrake erlaubt es nicht, auf Partitionen anderer Betriebssysteme per Mausklick zuzugreifen, lediglich für Disketten und ZIP-Medien werden Icons angelegt, Windows-Verzeichnisse muss man zu Fuß mounten. Der Schlager ist natürlich StarOffice 6. Doch wer nicht die "Konfigurations"-Option während der Installation gewählt hat, dem schlägt die Online-Hilfe einen völlig falschen Weg zur Installation vor. Weder sind die dort eingebauten Bilder vorhanden, noch stimmt der Paketname. Hat man das Paket aber gefunden und per kpackage installiert, hat man ein ausgewachsenes Office mit allen Features. Dazu sollte man einen schnellen Rechner haben: Der 366er Celeron war im Test zu langsam, StarOffice reagierte zäh wie Honig. Mit Mozilla 0.9.8 hat Mandrake eine (für den Zeitpunkt der Distributionserstellung) nicht allzu angestaubte Release im Paket, die auch stabil ihren Dienst tut. Dennoch empfiehlt sich das Update auf die Version 1.0 bzw. 1.1. Mit Mandrake 8.2 hält nun erstmals auch Opera Einzug in die Schachteln, die aktuelle Version 6 ist auf der Commercial-CD zu finden. Für Netscape-Fans gibt es die Version 6.2, die aber im Gegensatz zu Mozilla nicht standardmäßig installiert wird - eine weise Entscheidung. Auch Hancom Office, das Backup-Profiprogramm Arkeia (4.2), Win4Lin und VMware finden sich im Lieferumfang - die meisten als Demo, die aber fast immer online aufgewertet werden können. Besonders erfreulich ist die Anwesenheit von TurboPrint - wie der Test im LinuxUser 01/2002 gezeigt hat, können damit besonders unkompliziert Fotos in brillanter Qualität auf Tintenstrahldruckern ausgegeben werden.

Abbildung 2: Mandrake installiert auch einen nicht zu alten Mozilla

Das Letzte

Einen Hammer hält Mandrake aber noch bereit: Wer bei Problemen gern einem Callcenter-Agenten sein Herz ausschütten will, muss dasselbe zuerst mit seiner Brieftasche tun. Laut Dokumentation verlangt Mandrake für telefonische Hilfe bei Installationsproblemen 50 Euro pro Frage, bei Server-Problemen gar 325 Euro. Die Homepage nennt noch heftigere Tarife: 56 bzw. 377 Euro. Gnädigerweise werden 50% Rabatt auf die ersten zwei Fragen innerhalb von zwei Monaten gewährt. Für 377 Euro kann man eigentlich Alan Cox an der Strippe verlangen…

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