Neue Programme und Helferlein sowie Impressionen vom Linuxtag 2002 sorgen dafür, dass Sie auch im August – trotz hoher sommerlicher Temperaturen – allen Grund haben, Ihren Rechner anzuwerfen.

Neuigkeiten vom Esel

Wer unserem K-splitter-Tipp aus dem LinuxUser 05/2002 gefolgt ist und den eDonkey-Kioslave installiert hat, wird bereits bemerkt haben, dass dieses nützliche kleine Tool leider mit dem Konqueror der 3.0er Version nicht mehr zusammenarbeiten will. Anders ausgedrückt: Der Esel streikt.

Doch Hilfe ist in Sicht, denn seit Kurzem gibt es auf der Seite http://apps.kde.com/na/2/info/id/1836?sid=dee41afccb20e32b83b7d01df523f15e das Paket kio_ed2k, das auf dem eDonkey-Client mldonkey aufsetzt. Genau wie beim eDonkey-Kioslave aus Heft 05 reicht auch hier künftig ein Mausklick aus, um dem Konqueror von Seiten wie http://www.filenexus.com/ oder http://www.sharereactor.com/ Server- oder Datei-Links zum GUI hinzuzufügen.

Neben dem Kioslave brauchen Sie dazu noch mldonkey selbst, den Sie sich auf der Homepage des Projekts, http://www.freesoftware.fsf.org/mldonkey/, herunterladen können.

Kurvendiskussionen

Mit Differentialrechnung plagt sich im Matheunterricht der Oberstufe wohl jeder. Wer sich danach für ein Studium der Mathematik, der Wirtschaftswissenschaften oder ähnlichem entscheidet, wird die leidigen Kurvendiskussionen und Ableitungen auch danach nicht los. Als Lichtstreif am dunklen Kurvenhorizont scheint daher ein neues Projekt, das Christian Parpart kürzlich auf der KDE-Edu-Developer-Mailingliste ankündigte.

Mittels KMathCenter können Sie Ableitungen und Kurvendiskussion künftig im gewohnten KDE-Umfeld erledigen. Derzeit befindet sich das Projekt noch im Entwicklungsstadium, doch symbolische Ableitungen, Vereinfachung symbolischer Ausdrücke sowie die Berechnung textbasierter Ausdrücke sind bereits möglich. Neben der Integration sämtlicher Elemente, die für eine komplette Kurvendiskussion benötigt werden, ist ein Scripting-System für fortgeschrittene mathematische Algorithmen geplant. Wer jetzt schon einen Blick auf das neue Programm werfen möchte, lädt sich unter http://www.surakware.net/download/kmathcenter-test.tar.gz eine erste Version zum Testen herunter.

Abbildung 1: Differentialrechnung auf KDE-Art

Programmieren mit David Faure und IBM

Nicht nur mit witzigen Werbespots in der Flimmerkiste, sondern auch mit griffigen Tutorials im Web untermauert IBM derzeit sein Linux-Engagement. Unterstützt wird Big Blue dabei von KDE-Developer David Faure, der in einem neuen Online-Tutorial auf der Seite IBM developerWorks unter http://www-105.ibm.com/developerworks/education.nsf/linux-onlinecourse-bytitle/A96500917FA1DB0786256BC000808C0F?Open&t=gr,p=KParts erklärt, wie sich KParts-Komponenten erstellen lassen.

Nach einer kostenlosen Online-Registrierung erhalten Sie eine Einführung in die Kernkonzepte von KParts, lernen Read-only- und Read-Write-Komponenten kennen und erfahren mehr zum Thema Netzwerktransparenz. Sie erstellen eine nur-lesbare Komponente und wandeln sie in eine les- und schreibbare Komponente um. Daneben zeigt David Faure auch, wie man die Komponenten so einsetzt, dass der Konqueror sie benutzen kann.

Davids Anleitung erklärt zudem, wie sehr KDE 3.0 die Komponentenprogrammierung vereinfacht hat – auch wenn Sie schon mit KParts in KDE 2 vertraut sind, lohnt sich also ein Blick hinein.

Das Studium des kompletten Tutorials dauert etwa zwei Stunden. Nutzer ohne Flatrate laden sich die komplette Anleitung als Zip-Datei zum kostengünstigeren Offline-Browsen herunter. Und wer Blut geleckt hat, kann sich unter http://www-106.ibm.com/developerworks/library/l-kparts noch eine allgemeine Einleitung in die Funktionsweise von KParts zu Gemüte führen.

Abbildung 2: Ein neues Online-Tutorial weiht in die Geheimnisse der KParts-Programmierung ein

KDE goes Mac

MacOS-X-Nutzern will das Fink-Projekt nach eigenen Angaben "die ganze Welt der UNIX Open Source Software" zur Verfügung stellen und ist deswegen eifrig am Portieren. Selbstverständlich darf in diesem Reigen auch KDE nicht fehlen, und so stehen Mac-Usern ab sofort fast alle Teile der KDE-Kern-Distribution inklusive Konqueror, Office-Paket und der Entwicklungsumgebung KDevelop zur Verfügung. Links zum Download der Pakete sowie eine ausführliche Installationsanleitung finden Sie unter http://fink.sourceforge.net/news/kde.php.

Abbildung 3: Der Konqueror macht auch unter MacOS X eine gute Figur

Neues Mitglied in der KDE-Grafikfamilie

Nach gut einem Jahr Entwicklungszeit haben die Entwickler rund um Andreas Zehender das Grafikprogramm KPovModeler veröffentlicht (Abbildung 4). Mit dem aktuellen Release ist es somit endlich möglich, POV-Ray-Szenen auch unter KDE 3 zu erstellen.

Grafikenthusiasten laden die neue Version von der Homepage des Projekts unter http://www.kpovmodeler.org/downloadde.html herunter. Ab KDE 3.1 wird selbst das nicht mehr nötig sein, da KPovModeler dann zum Bestandteil des offiziellen Grafikpakets erhoben wird. Das einzige, was zum vollendeten Grafikglück jetzt noch fehlt, ist eine Benutzer-Dokumentation. Da den Entwicklern die Zeit fehlt, sie selbst zu schreiben, suchen sie jemanden, der diese Aufgabe übernimmt. Dokumentationsfreudige Freiwillige schicken bitte eine Mail an zehender@kde.org.

Abbildung 4: KPovModeler in Aktion

Bilderreigen zum Linuxtag

Wer selber keine Chance hatte, sich auf dem diesjährigen Linuxtag in Karlsruhe von der geballten KDE-Präsenz zu überzeugen, kann dies jetzt im Web nachholen. Denn viele der KDE-Repräsentanten hatten ihre Digitalkamera dabei und haben eifrig Schnappschüsse für die Daheimgebliebenen gemacht. Unter folgenden Internet-Adressen finden Sie den bunten Bilderreigen:

Abbildung 5: Carsten Niehaus, Maximilian Reiß und Holger Freyther vom OPIE-Projekt präsentierten am KDE-Stand die neue grafische Oberfläche für Linux-PDAs und das Zusammenspiel mit KDE-Applikationen

Glossar

Kioslave

Die ominösen "K-Input/Output-Sklaven" sind Code-Fragmente, die den Zugriff auf beliebige Datenquellen managen. Zum Beispiel weiß der HTTP-I/O-Slave kio_http alles über das Senden und Empfangen von Daten zu und von einem Web-Server. Er kennt sich mit SSL, Encoding und den verschiedenen Headern, die während des Datenaustauschs verwendet werden, aus. Möchten Entwickler in einem KDE-Programm auf eine Web-Page zugreifen, brauchen sie sich selbst nicht mehr mit solchen Details auseinandersetzen. Sie verwenden einfach kio_http, das sich um den Rest kümmert. Am meisten profitiert der Konqueror von Kioslaves, der mit ihrer Hilfe zum Beispiel Verzeichnisse oder Dateien verwaltet und passende Viewer findet.

KParts

Eine KDE-Technologie, die es ermöglicht, Anwendungen in andere einzubetten.

POV-Ray

Abkürzung für "Persistence of Vision Raytracer", ein Public-Domain-Raytracing-Programm. Als Raytracing bezeichnet man die Erzeugung fotorealistischer 3-D-Welten auf der Grundlage einer formalen Beschreibung.

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