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01.07.2002

Linux-Netzwerkadministration

netzwerk.png

Linux, das Netzwerk-Betriebssystem. Oft, manchmal zu oft, wird betont, wie gut sich Linux für den Einsatz in einem Netzwerk eignen. Sicher ist es richtig, dass sich Linux als Unix-verwandtes System von Hause aus gut in Rechnerverbünde einfügt. Aber gleichzeitig wird damit offensichtlich die Hoffnung geschürt, man könne einfach mal eben ein komplexes Netzwerk aufsetzen. Das Buch "Linux-Netzwerkadministrator" von Jens Banning schlägt in die Kerbe. Dabei unterlaufen dem Autoren einige Fehler, die für den den Administrator später unangenehme Folgen haben können.

Das erste Kapitel lässt sich noch sehr informativ an. Hier werden die verschiedenen IP-Protokolle behandelt und im Detail erläutert. Der neue Standard IP Version 6, mit dem sich global die Struktur der Netze ändern wird, kommt ebenfalls zum Zuge. Aber schon hier sticht das seitenweise Abdrucken von Dateiinhalten, wie bei der Erläuterung der verschiedenen Dienste ins Auge.

Das Buch macht insgesamt durch eine hohen Anteil von Listing-Schnipsel, Prompt-Ausgaben und Screenshots einen sehr unruhigen Eindruck und erlaubt keinen richtigen Lesefluss. Zahlreiche Bespiele sind im Normalfall eine Hilfe, um komplexe Sachverhalt zu veranschaulichen. In diesem Buch sind sie aber teilweise nur spärlich mit Kommentaren versehen, so dass einige Fragen offen bleiben.

Im Kapitel "Anbindung an ein Netzwerk" fällt unschön ins Auge, dass der Konfiguration eines Modemzugangs satte elf Seiten zur Verfügung stehen, wohingegen die Konfiguration des DSL-Zugangs mit nur drei Seiten abgehandelt wird. Hier beschränkt sich der Autor Jens Banning auf einen Kommentar des ohnehin schon erläuterten ADSL-Skriptes.

Ärgerlich ist in diesem Zusammenhang, dass die Information über die Konfiguration unter SuSE falsch ist. Text und Bild gehen auseinander. Richtig ist, das über das YaST2-Modul für T-DSL/ADSL kein anderen Zugang als T-DSL eingerichtet werden kann. Dafür steht in der gleichen Gruppe ein anderes Modul zur Verfügung, deren Maske im Buch abgebildet wird und vom Autor mit dem ersten Module in Zusammenhang gebracht wird.

Das Kapitel über die Verwendung der Secure Shell erwähnt mir keinem Satz das derzeit neue Protokoll SSH2. Hier können Administratoren, die sich auf das Buch verlassen auf einmal in Problemen sehen, für die sie an dieser Stelle keine Lösung finden. Damit ist aber ein generelles Problem von Büchern mit dieser thematischen Ausrichtung berührt: Das Themenfeld ist zu weit, um alles abzudecken. Bei entsprechender Tiefe müssen bestimmte Bereiche ausgeklammert werden.

Banning hat sich für ein umfassendes Werk entschieden und gibt folglich kurze, prägnante Einführungen in die einzelnen Server-Dienste. Was das Buch bereichert hätte, wären einige theoretische Annahmen zur Dimensionierung, Konzipierung und dem richtigen Einsatz der Mittel. Leider lässt sich der Autor recht selten über mögliche Problemstellungen aus, die aber unweigerlich im Alltag des Administrators auftauchen werden.

"Linux Netzwerkadministration" erweckt bei Leser den Eindruck, dass die Konfiguration ein Kinderspiel ist. Anschließend laufen jedoch einige sehr mächtige Dienste auf dem Server, die mitunter bei falscher Konfiguration ein beträchtliches Risiko darstellen. Das wird allzu leicht übersehen. Vielleicht hätte der Autor statt zahlreicher Leer- und Kommentarzeilen in seinem abgedruckten Listings lieber zusätzliche Informationen geliefert.

Infos

Autor Jens Banning
Titel Linux Netzwerkadministration
Preis 44,95 Euro
ISBN 3-8273-1855-6
Web http://www.addison-wesley.de

Perl programmieren

perl.png

Kaum ein Administrator wird heutzutage ohne Kenntnisse in Perl seinen Job verrichten. Die Sprache gilt als einfach, flexibel und schnell. Sie wurde Ende der Achtziger Jahre von Larry Wall entwickelt, der über eine langsame, serielle Leitung mehrere Rechner warten musste. Weil Larry ein fauler Mensch war und trotzdem ein typischer Unix-Hacker, versuchte er einmal viel Arbeit zu investieren, um in Zukunft kaum noch etwas tun zu müssen. Nun, heute betreut und entwickelt er Perl weiter und es ist zu bezweifeln, dass das wenig Arbeit ist.

Das Buch Programmieren in Perl gibt einen Überblick über die Fähigkeiten und führt in die Techniken der Sprache ein. Perl stellt wie viele Sprachen Variablen und Kontrollstrukturen zur Verfügung und Programme können in Funktionen modularisiert werden, so dass Programm-Code wiederverwendbar wird.

Aufgrund der Tatsache, dass Perl ursprünglich benutzt wurde, um Textdateien aus den Logfiles und Systemdaten zu erstellen, ist die Sprache anfangs auf die Verarbeitung von Zeichenketten ausgelegt gewesen. Darin liegt heute noch ihre Stärke. Aber die Fähigkeiten wurden im Laufe der Jahre langsam aber sicher erweitert.

Auf der Web-Seite http://www.perl.org/CPAN/ ein großes Archiv von Modulen. Das Kapitel Module und Packages beschreibt, wie Sie mit den Perl-Bordmittel die Module durchsuchen können und neue Module auf ihrem System installieren.

Obwohl Perl nicht per Definition objektorientiert ist, lassen sich mit Perl Klassen schreiben und Methoden aufrufen. An einem Beispiel erläutert der Autor Rainer Krienke den Aufbau einer solchen Klasse in Perl.

Die zweite Auflage des Buches wurde erweitert um ein Kapitel zur Signal- und Prozessverarbeitung und einen Abschnitt, in dem die Möglichkeiten von Perl im Bereich der Systemverwaltung umrissen werden.

Das Buch aus der Reihe Unix easy bei Hanser ist keine umfassende Referenz zu jeden Befehl. Dazu nimmt man beispielsweise das sogenannte "Camelbook" zur Hand. "Programmieren in Perl vermittelt einen Einsteig. Für den Leser interessant ist die Tatsache, das alle Beispiel-Listings aus dem Buch auf der Web-Seite des Autors zum Download bereitstehen. So ist mühselige und fehleranfällige Tipperei überflüssig.

"Programmieren in Perl" lohnt sich für alle, die noch neu in der Welt der Skriptsprachen sind. Es bietet zu einem fairen Preis soviele Grundlagen, dass damit sinnvoll gearbeitet werden kann. Als weiterführende Literatur kann der Autor mit Recht auf die umfangreiche Dokumentation de Sprache verweisen.

Infos

Autor Rainer Krienke
Titel Programmieren in Perl
Preis 24,90 Euro
ISBN 3-446-22013-5
Web http://www.hanser.de/buch/2002/3-446-22013-5.htm
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