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Disketten voll im Bilde

Volkers Editorial

01.07.2002 Beim Austausch von Daten zwischen verschiedenen Systemen geistern immer wieder DOS-Disketten durch die Welt. Mit den Mtools lassen sich diese unter Linux handhaben.

Bei der Arbeit mit Office-Lösungen findet sich der Anwender in einer immer größeren Welt wieder; beim Datenaustausch leben wir längst im globalen Dorf. Dank der Verarbeitungsmöglichkeiten von Fremdformaten im Linux-System steigt der Bedarf an komfortablen Möglichkeiten diese Dateien ins eigene Linux hinein zu bekommen. Und wie oft drückt uns dabei jemand seine Windows-Disketten in die Hand.

Jeder, der schon einmal vor der Aufgabe gestanden hat, eine DOS-Diskette mit seinem Linux zu lesen, wird sicher auf die Mtools gestoßen sein. Der LinuxUser hat bereits ausführlich in seiner Ausgabe 11/2000 darüber berichtet [1], deshalb sollen diese praktischen Werkzeuge hier für alle Neueinsteiger nur angerissen werden.

Als die Mtools entwickelt wurden, wollten die Programmierer lediglich von Linux auf DOS-Disketten zugreifen ohne das Medium jedesmal umständlich zu mountenund wieder zu umounten. Das Herausnehmen von Disketten aus einem gemounteten Diskettenlaufwerk birgt die Gefahr des Datenverlusts.

Die Mtools emulieren deshalb die altbekannten DOS-Kommandoszeilenbefehle (dir, copy, del etc…) durch Linux-Kommandos, die vom Namen her den DOS-Kommandos entsprechen - nur wurde ihnen ein m vorangestellt. Dabei werden Disketten wie gewöhnlich über A: und ZIP-Medien (ja, die kann man ebenfalls mit den Mtools bedienen) über Z: angesprochen.

Bäumchen wechsle Dich!

Mit mcd bewegt man sich durch den Dateibaum wie mit cd durch den Unix-Dateibaum. Der Befehl mcopy [optionen] quell_datei [ziel_datei] spielt eine Datei vom aktuellen Linux-Verzeichnis auf das aktuelle DOS-Verzeichnis (oder umgekehrt - je nach Angabe von Pfaden bei quell_datei oder ziel_datei).

Die wichtigste Option ist dabei das -t, mit der der DOS-übliche Zeilenumbruch aus Carriage-Return und Line-Feed auf den Unix-Zeilenumbruch (Line-Feed) angepasst wird (-t steht für Text). Doch davon jedoch später mehr.

Weg damit!

Wer seine DOS-Dateien einfach nicht mehr sehen kann, der benutzt mdel und schickt die Dinger damit ins Nirwana. Bevor Sie mit mdel DOS-Dateien löschen, möchten Sie vielleicht noch wissen, welche es sind. Das Analogon zum Unix-ls wird auf DOS-Medien ganz einfach mit mdir ausgeführt.

Das sind in Kürze die wichtigsten Programme der Mtools. Auf jeden Fall hilft noch ein Blick in die Manpage der Mtools, in der man auch einige Beispiele sieht. Eine Auflistung aller Programme der Mtools liefert die einfache Eingabe von

mtools

in einer Kommandozeile. Bitte ausprobieren! Sie werden sich wundern, wie lang diese Liste ist.

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LinuxUser 06/2012

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