United Distributions of Linux

United Distributions of Linux

Wir, die Anwender der Vereinigten Distributionen von Linux, von der Absicht geleitet, unseren Bund zu vervollkommnen, die Gerechtigkeit zu verwirklichen, die Ruhe im Innern zu sichern, für die Landesverteidigung zu sorgen, das allgemeine Wohl zu fördern und das Glück der Freiheit uns selbst und unseren Nachkommen zu bewahren, setzen und begründen diese Verfassung für die Vereinigten Distributionen von Linux.

Liebe Leserinnen und Leser,

kurz vor Drucklegung überraschten die vier Linux-Distributoren Caldera, Conectiva, SuSE und Turbolinux mit einer Presseerklärung, in der die Gründung von UnitedLinux (http://www.unitedlinux.com/) bekannt gegeben wurde: Unter diesem neuen Markennamen wollen die Vier künftig zusammenarbeiten und eine gemeinsame Distribution anbieten; die Veröffentlichung der ersten Release ist für das vierte Quartal dieses Jahres geplant.

Standards endlich in Sicht?

In der Projektpräsentation heißt es über die Ziele der neuen Distribution: "UnitedLinux is [...] targeted at the business user." Was heißt das? Eine Vermutung ist, dass in Zukunft Firmenkunden der vier Linux-Häuser eine einheitliche Linux-Plattform erhalten, für die es zertifizierte Hardware und Software gibt (Partner sind u. a. IBM, HP, Intel, AMD, Fujitsu-Siemens, NEC, SAP und Borland), während "normale" Desktop-Anwender weiterhin mit den Freuden vollständig unterschiedlicher und nicht zueinander kompatibler Personal-Versionen gesegnet werden.

Privatanwender eher lästig

Schon länger bekannt ist, dass die Distributoren mit dem "Boxengeschäft", also dem Verkauf ihrer Linux-Pakete an Endkunden, keine großen Gewinne erwirtschaften. Im Gegenteil, nach dem Erwerb werden die Käufer oft zum Problem, indem sie die Support-Abteilung mit Fragen überhäufen. Die vielen Leserbriefe, die uns erreichen, weil der Support eines Distributors versagt (oder mit Verweis auf das Kleingedruckte nicht zuständig ist), singen davon ein Lied.

Fast jeder Distributor ist bemüht, zusätzliche Einnahmequellen zu schaffen, etwa durch professionellen Support und Schulung. Will man nun ein Unternehmen überzeugen, seine gesamte Infrastruktur auf Linux umzustellen, sind natürlich Inkompatibilitäten besonders unangenehm. Um hier künftigen Kunden "Alles läuft überall" versprechen zu können und es auch Software-Herstellern leichter zu machen, ihre Windows-Produkte auf (dann nur) eine Linux-Version zu portieren, bemüht man sich jetzt um Einigkeit.

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