Die vegetarische Mailbox - nie wieder Spam
SpamAssassin
Noch mehr Whitelists
SpamAssassin kann so eingestellt werden, dass er die Whitelist automatisch erweitert: Es werden durchschnittliche Klassifizierungen der Mail analysiert und für die Einstufung neuer Mails mit herangezogen. Wenn also Ihr bester Freund es lustig findet, eine ganze Mail mit Wörtern wie "hot teens" oder "Viagra" zu schmücken, lässt der Filter ihn aufgrund früherer Einordnungen trotzdem passieren. Damit diese automatische Whitelist verwendet wird, muss das Programm immer mit dem zusätzlichen Parameter -a aufgerufen werden. Jetzt passiert Folgendes: Bei jeder neu eingehenden Mail, die nicht als Spam eingeordnet wird, werden alle enthaltenen E-Mail-Adressen in die Auto-Whitelist aufgenommen (~/.spamassassin/auto-whitelist.dir und ~/.spamassassin/auto-whitelist.pag). Wer in dieser Liste landet, dessen spätere Mails werden nur bei Erreichen einer höheren Spam-Quote auch als Spam eingestuft..
Adressen, die fehlerhaft als Spam-Absender einstuft wurden, lassen sich manuell zur Whitelist hinzufügen. Speichern Sie die betreffende Mail in einem eigenen Folder, z. B. nospam. Rufen Sie spamassassin -W < nospam auf. Damit werden die enthaltenen Adressen der Whitelist automatisch hinzugefügt: In Zukunft wird Mail von diesen Absendern nicht mehr als Spam behandelt. Um eine Mail von der Spam-Markierung zu befreien, verwendet man spamassassin -d < nospam > neuermailfolder - hier liegt jetzt die gesäuberte Mail.
Mehrere Tests auf dem lokalen Rechner und mit einem Server Account zeigten, dass SpamAssassin sehr zuverlässig läuft - bisher hatte der Filter eine hundertprozentige Trefferquote. Weiterhin kam es zu Wettbewerben unter SpamAssassin-Anwendern ("Mein Spam erzielt mehr Punkte als Deiner!"); ein anderer begeisterter Nutzer wollte dem Filter den "Nützlichstes Programm seit vi"-Award verleihen - und bevor es jetzt zu einem Flamewar über Emacs oder vi kommt, tragen wir das doch lieber per Mail aus - mit vielen !!! im Subject.
Glossar
Header
Eine E-Mail besteht aus drei Teilen: Envelope (= Umschlag), Header (= Nachrichtenkopf) und Body (= Nachrichtentext. Während der Umschlag nur für das Transportprogramm (MTA = Mail Transfer Agent) von Bedeutung ist, werden Body und Header vom Mail-Programm ausgewertet. Die Syntax des Nachrichtenkopfes ist im RFC 822 [1] exakt festgelegt, damit die einzelnen Felder (z. B. "Date:", "From:", "Subject:" oder "To:") korrekt ausgewertet werden können. Die Angaben in diesen Feldern können vom Absender beliebig modifiziert werden und müssen nicht mit denen im Umschlag übereinstimmen. Es kann also eine E-Mail an Undisclosed.Recipients@linux-user.de adressiert sein, aber in einem Envelope stecken, der an redaktion@linux-user.de adressiert ist. Bei vielen Mail-Programmen werden nur einige oder gar keine dieser Felder angezeigt. Es ist jedoch für die meisten Mail Clients kein Problem, vollständige Header einzublenden.
Body
Nach dem Header und einer Leerzeile folgt der eigentliche Text der E-Mail. Laut RFC 822 ist nur ASCII-Text im Mail Body erlaubt. Dank der Entwicklung des MIME-Standards ("Multipurpose Internet Mail Extensions", RFC 1521) ist es mittlerweile möglich, auch andere Datentypen zu versenden; dazu gehört nicht nur das Verschicken von Attachments, sondern auch das Benutzen anderer Zeichensätze.
Infos
[1] http://www.faqs.org/rfcs/rfc822.html
[2] Andreas Kneib: Der Meister der Rezepte - Mails bearbeiten mit procmail, LinuxUser 04/2002, S. 70



