spam.jpg

Die vegetarische Mailbox - nie wieder Spam

SpamAssassin

01.07.2002
Sie bekommen dauernd Post von Ihnen völlig unbekannten Menschen oder Computern? Angebote, die Sie wirklich nicht interessieren? Wenn die Mailbox ständig mit lästigen Werbe-Mails gefüllt wird, hilft SpamAssassin.

SpamAssassin ist ein Mail-Filter, der Werbe-Mails erkennt und markiert. Was mit den als Spam identifizierten Mails passiert, bleibt Ihnen überlassen. Die Erkennung erfolgt über bekannte Textbausteine im Bodyder Mail, wie z. B. "Try it out for FREE! (for a limited time only…)" oder "To be removed from our list please reply with `remove'". Weitere Kriterien sind die ausschließliche Verwendung von HTML oder bestimmte Modifikationen im Headerder Mail. Für all diese Erkennungsmuster verteilt SpamAssassin Negativpunkte - ist eine (individuell konfigurierbare) Höchstgrenze überschritten, wird die Mail als Werbung markiert.

Installation und Konfiguration

Sie können SpamAssassin entweder als vorgefertigtes Paket (.rpm oder .deb) installieren oder es aus den Sourcen selbst bauen. Die entsprechenden Dateien finden Sie auf der Heft-CD im Verzeichnis LinuxUser/spamassassin/. Nach dem Mounten der CD führen Sie als Superuser root entweder rpm -Uvh spamassassin-2.20-1.i386.rpm (auf RPM-basierten Systemen) oder dpkg -i spamassassin_2.20-1_i386.deb (auf Debian-Systemen) aus. Sollte es bei dieser Vorgehensweise zu Problemen kommen (auf älteren SuSE-Systemen z. B. fehlten einige Pakete), installieren Sie die Sourcen wie folgt:

cd /usr/local/src/
tar xzvf /cdrom/LinuxUser/spamassassin/Mail-SpamAssassin-2.20.tar.gz

Ein neues Verzeichnis Mail-SpamAssassin-2.20 wird angelegt; wechseln Sie in dieses und rufen Sie das Perl-Script auf, welches das Makefile erzeugt:

cd Mail-SpamAssassin-2.20
perl Makefile.PL

Anschließend installieren Sie das Programm im Zweierschritt:

make spamassassin
make install

SpamAssassin lässt sich aber auch ohne root-Rechte im eigenen Home-Verzeichnis installieren - praktisch, wenn es nicht Ihr eigener Rechner ist. In diesem Fall melden Sie sich als Benutzer am System an und laden mit dem Programm wget die Sourcen vom Server, z. B. mit

wget http://www.spamassassin.org/released/Mail-SpamAssassin-2.20.tar.gz

Am besten legen Sie - sofern noch nicht vorhanden - in Ihrem Home-Verzeichnis ein neues Verzeichnis namens bin an (mkdir ~/bin). Wechseln Sie in das Verzeichnis (cd bin) und packen Sie das komprimierte Archiv dort wie oben beschrieben aus. Nun können Sie die gleichen Schritte wie weiter oben durchführen, verzichten aber (da Ihnen die Root-Rechte fehlen) auf das abschließende make install. Alle Konfigurationsdateien und Filterregeln werden daher im eigenen Home-Verzeichnis abgelegt. Diese finden Sie im Unterverzeichnis rules bzw. bei normaler Installation in /usr/share/spamassassin/.

White Lists

Dort liegt auch eine Datei namens user_prefs.template - eine Vorlage, mit der sich SpamAssassin den eigenen Wünschen anpassen lässt. Wenn Sie SpamAssassin einmal ohne Parameter aufrufen und mit [Strg-d] direkt wieder beenden, kopiert das Programm diese Vorlage in ein neu angelegtes Unterverzeichnis .spamassassin in Ihrem Home-Verzeichnis. Die Datei ist selbsterklärend und einfach zu konfigurieren. Die Punktzahl, ab wann eine Mail als Spam markiert wird, stellen Sie beispielsweise mit required_hits 5 ein. Ebenso kann hier eine Whitelist für Mails von bestimmten Adressen angelegt werden, die oft fälschlich als Spam eingestuft werden. Hinter dem Eintrag whitelist_from folgen die Spezifikationen - entweder in einer einzigen Zeile oder in mehreren Einträgen:

whitelist_from    redaktion@linux-user.de
whitelist_from    @L: *@linux-user.de
whitelist_from    @L: *.uni-koeln.de

Sie sehen hier, dass Sie neben vollständigen Adressen auch bestimmte Domains oder Subdomains freigeben können. Der Eintrag für sogenannte Blacklists funktioniert genauso, z. B. blacklist_from @L: *.microsoft.com - alle Mails dieser Domain werden nun automatisch wie Werbung behandelt.

Der Aufruf von SpamAssassin und der Einsatz verschiedener Parameter hängen davon ab, ob Sie SpamAssassin in Ihrem Home oder systemweit installiert haben. Daher werden in den beiden folgenden Abschnitten immer beide Möglichkeiten berücksichtigt.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2014: ANONYM & SICHER

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

Nach Ubdates alles weg ...
Maria Hänel, 15.11.2014 17:23, 4 Antworten
Ich brauche dringen eure Hilfe . Ich habe am wochenende ein paar Ubdates durch mein Notebook von...
Brother Drucker MFC-7420
helmut berger, 11.11.2014 12:40, 1 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu 14.04-Nutzer...
Treiber für Drucker brother MFC-7420
helmut berger, 10.11.2014 16:05, 2 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu12.14-Nutzer u...
Can't find X includes.
Roland Welcker, 05.11.2014 14:39, 1 Antworten
Diese Meldung erhalte ich beim Versuch, kdar zu installieren. OpenSuse 12.3. Gruß an alle Linuxf...
DVDs über einen geeigneten DLNA-Server schauen
GoaSkin , 03.11.2014 17:19, 0 Antworten
Mein DVD-Player wird fast nie genutzt. Darum möchte ich ihn eigentlich gerne abbauen. Dennoch wür...