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SpamAssassin

Die vegetarische Mailbox - nie wieder Spam

Sie bekommen dauernd Post von Ihnen völlig unbekannten Menschen oder Computern? Angebote, die Sie wirklich nicht interessieren? Wenn die Mailbox ständig mit lästigen Werbe-Mails gefüllt wird, hilft SpamAssassin.

SpamAssassin ist ein Mail-Filter, der Werbe-Mails erkennt und markiert. Was mit den als Spam identifizierten Mails passiert, bleibt Ihnen überlassen. Die Erkennung erfolgt über bekannte Textbausteine im Bodyder Mail, wie z. B. "Try it out for FREE! (for a limited time only…)" oder "To be removed from our list please reply with `remove'". Weitere Kriterien sind die ausschließliche Verwendung von HTML oder bestimmte Modifikationen im Headerder Mail. Für all diese Erkennungsmuster verteilt SpamAssassin Negativpunkte - ist eine (individuell konfigurierbare) Höchstgrenze überschritten, wird die Mail als Werbung markiert.

Installation und Konfiguration

Sie können SpamAssassin entweder als vorgefertigtes Paket (.rpm oder .deb) installieren oder es aus den Sourcen selbst bauen. Die entsprechenden Dateien finden Sie auf der Heft-CD im Verzeichnis LinuxUser/spamassassin/. Nach dem Mounten der CD führen Sie als Superuser root entweder rpm -Uvh spamassassin-2.20-1.i386.rpm (auf RPM-basierten Systemen) oder dpkg -i spamassassin_2.20-1_i386.deb (auf Debian-Systemen) aus. Sollte es bei dieser Vorgehensweise zu Problemen kommen (auf älteren SuSE-Systemen z. B. fehlten einige Pakete), installieren Sie die Sourcen wie folgt:

cd /usr/local/src/
tar xzvf /cdrom/LinuxUser/spamassassin/Mail-SpamAssassin-2.20.tar.gz

Ein neues Verzeichnis Mail-SpamAssassin-2.20 wird angelegt; wechseln Sie in dieses und rufen Sie das Perl-Script auf, welches das Makefile erzeugt:

cd Mail-SpamAssassin-2.20
perl Makefile.PL

Anschließend installieren Sie das Programm im Zweierschritt:

make spamassassin
make install

SpamAssassin lässt sich aber auch ohne root-Rechte im eigenen Home-Verzeichnis installieren - praktisch, wenn es nicht Ihr eigener Rechner ist. In diesem Fall melden Sie sich als Benutzer am System an und laden mit dem Programm wget die Sourcen vom Server, z. B. mit

wget http://www.spamassassin.org/released/Mail-SpamAssassin-2.20.tar.gz

Am besten legen Sie - sofern noch nicht vorhanden - in Ihrem Home-Verzeichnis ein neues Verzeichnis namens bin an (mkdir ~/bin). Wechseln Sie in das Verzeichnis (cd bin) und packen Sie das komprimierte Archiv dort wie oben beschrieben aus. Nun können Sie die gleichen Schritte wie weiter oben durchführen, verzichten aber (da Ihnen die Root-Rechte fehlen) auf das abschließende make install. Alle Konfigurationsdateien und Filterregeln werden daher im eigenen Home-Verzeichnis abgelegt. Diese finden Sie im Unterverzeichnis rules bzw. bei normaler Installation in /usr/share/spamassassin/.

White Lists

Dort liegt auch eine Datei namens user_prefs.template - eine Vorlage, mit der sich SpamAssassin den eigenen Wünschen anpassen lässt. Wenn Sie SpamAssassin einmal ohne Parameter aufrufen und mit [Strg-d] direkt wieder beenden, kopiert das Programm diese Vorlage in ein neu angelegtes Unterverzeichnis .spamassassin in Ihrem Home-Verzeichnis. Die Datei ist selbsterklärend und einfach zu konfigurieren. Die Punktzahl, ab wann eine Mail als Spam markiert wird, stellen Sie beispielsweise mit required_hits 5 ein. Ebenso kann hier eine Whitelist für Mails von bestimmten Adressen angelegt werden, die oft fälschlich als Spam eingestuft werden. Hinter dem Eintrag whitelist_from folgen die Spezifikationen - entweder in einer einzigen Zeile oder in mehreren Einträgen:

whitelist_from    redaktion@linux-user.de
whitelist_from    @L: *@linux-user.de
whitelist_from    @L: *.uni-koeln.de

Sie sehen hier, dass Sie neben vollständigen Adressen auch bestimmte Domains oder Subdomains freigeben können. Der Eintrag für sogenannte Blacklists funktioniert genauso, z. B. blacklist_from @L: *.microsoft.com - alle Mails dieser Domain werden nun automatisch wie Werbung behandelt.

Der Aufruf von SpamAssassin und der Einsatz verschiedener Parameter hängen davon ab, ob Sie SpamAssassin in Ihrem Home oder systemweit installiert haben. Daher werden in den beiden folgenden Abschnitten immer beide Möglichkeiten berücksichtigt.

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