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01.07.2002

Xfce, die schlanke Alternative

Gnome und KDE sind als Arbeitsoberflächen nahezu jedem Linux-Anwender ein Begriff und waren immer wieder Anlass zu heftigen Diskussionen, welche von beiden die bessere Arbeitsumgebung ist. Beiden ist jedoch gemein, dass sie leider einen kräftigen Resourcen-Bedarf an den Tag legen.

Wer einen betagteren Rechner sein Eigen nennt, braucht keineswegs auf eine vernünftige Arbeitsoberfläche zu verzichten: Mit Xfce existiert eine schlanke Alternative. Im Vergleich mit den Großen begnügt sich Xfce bereits mit zirka 8 MB Arbeitsspeicher inklusive Window Manager. KDE und Gnome bedienen sich mit mehr als 16 MB wesentlich großzügiger. Allerdings ist der Funktionsumfang von beiden größer.

Xfce braucht sich jedoch nicht zu verstecken. Neben einem Panel, das sehr an die CDE-Oberfläche von Solaris erinnert, überzeugt es durch intuitive Konfigurationsmenüs für alle Oberflächenfunktionen. Ein Pager, ein Dateimanager, ein Browser für SMB-Shares sowie ein halbes Dutzend weitere grafische Tools runden das Paket ab.

Dabei ist es selbstverständlich, dass der integrierte Window Manager die Xinerama-Funktion unterstützt und alle Menüpunkte in deutscher Sprache sind. Eine deutsche Hilfe existiert hingegen noch nicht. In Anbetracht der übersichtlichen Menüs ist dies jedoch zu verschmerzen.

Lediglich bei tiefer gehenden Änderungen der Xfce-Konfiguration, wie beispielsweise dem Anpassen von Tastaturkürzeln oder der Belegung der Maustasten, muss der Anwender wohl oder übel zur englischen Hilfe greifen. Diese ist erfreulicherweise gut verständlich und mit Beispielen versehen. Kurzum, Xfce stellt eine echte Alternative zu den gängigen Arbeitsoberflächen dar, die auch auf einem Pentium der ersten Generation zügiges und komfortables Arbeiten ermöglicht. http://www.xfce.org

Abbildung 1

Abbildung 1: Xfce - eine schlanke Alternative zu KDE und Gnome

Web Browser, kurz notiert

Nachdem im Mai eine gravierende Sicherheitslücke im Netscape 6.x von der Firma GreyMagic entdeckt wurde, reagiert Netscape jetzt endlich mit einer neuen Version. Das besagte Sicherheitsloch ist in Netscape 6.2.3 geschlossen, und stabiler soll die Software ebenfalls sein. Das Adressbuch wurde verbessert, wenngleich nur marginal. Außerdem gibt es erste Testversionen des kommenden Netscape 7 - auch auf unserer CD. http://www.netscape.com

Schneller als Netscape korrigierten die Entwickler des Mozilla-Projekts den von GreyMagic gefundenen Fehler. Bereits wenige Stunden nach Bekanntwerden war eine korrigierte CVS-Version erhältlich.

Der jetzt erschienene Release Candidate 2 der Version 1.0 ist folglich ebenfalls nicht mehr gefährdet. Außerdem konnten in einem Schwung mehrere der häufigsten Abstürze und Systemhänger behoben werden. Somit rückt die Final Release der Version 1.0 in greifbare Nähe. http://www.mozilla.org

Wie gewöhnlich ist bei einer neuen Mozilla-Version die nächste Galeon-Release nicht weit. Allerdings bringt Galeon 1.2.1 außer der Anpassung an Mozilla 1.0rc2 sowie einigen Fehlerkorrekturen keinerlei neue Funktionalität. http://galeon.sourceforge.net/

Anders sieht es bei der neuen Opera-Version aus: Hier hat sich im Vergleich zum Vorgänger einiges geändert. Neben der Verbesserung der Import- und Export-Filter für Bookmarks bietet Opera 6 eine vereinfachte Handhabung. Dabei erlauben vor allem neue Tastaturkürzel eine deutlich schnellere Bedienung.

Besonders nützlich ist der Shortcut [F12], der ein Ändern der wichtigsten Konfigurationseinstellungen im laufenden Betrieb erlaubt, ohne sich vorher durch etliche Menüpunkte kämpfen zu müssen. Mit einem Knopfdruck lassen sich so JavaScript, Cookies oder Plug-Ins deaktivieren. Apropos Plug-Ins, hier erfuhr Opera eine deutliche Erweiterung: Die meisten Netscape-Plug-Ins erkennt er automatisch und bindet sie während der Installation ein.

Last but not least erfreut Opera 6 mit einem neuen Outfit. Die lästige Werbefläche in der rechten oberen Ecke bleibt aber in der neuen Shareware-Version erhalten. Wer seine Icon-Leiste komplett nutzen möchte, erhält für umgerechnet 43 Euro die Vollversion. Ein Update ist schon für rund 17 Euro zu haben. http://www.opera.com

Abbildung 2: Opera 6.0 erlaubt schnelle Anpassungen per Funktionstaste

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